Wir wünschen allen frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr
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Der Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule e.V. stellt sich vor
Der Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule kann auf eine stolze Tradition zurückblicken. Schon seit 1957 ist der Verein unter diesem Namen eingetragen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Karl-Rehbein-Schule auch und gerade in Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel zu unterstützen und die individuellen Fähigkeiten und Interessen der Schüler zu fördern. Der Vorläufer, der Bund der Freunde des Gymnasiums für Mädchen, bestand sogar schon im Jahr 1929. So hat der Verein im September 2004 sein 75jähriges Bestehen gefeiert.
Doch nicht in der Traditionspflege, sondern in der aktuellen, schnellen und unbürokratischen Unterstützung der Schule und ihrer Schüler sieht der Verein seine wichtigste Aufgabe. Besonders erfreulich ist es deshalb, dass sich in jüngster Zeit mehr und mehr Eltern, Lehrer und ehemalige Schüler im Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule engagieren. Mittlerweile hat der Verein rund 400 Mitglieder. Sie alle zahlen mindestens 15 Euro jährlich als Beitrag – viele von ihnen spenden freiwillig sogar deutlich mehr. Die Mitglieder und deren finanzielles Engagement machten es dem Verein möglich, in den Jahren von 2003 bis 2007 insgesamt rund 67.000 Euro für Neuanschaffungen zur Verfügung zu stellen. Ein PC für den Biologie-Unterricht, ein digitales Nachschlagewerk und ein Polarimeter für die Chemie, Duden, Wörterbücher, DVDs und Literatur für die Fremdsprachen, ein Wasserwellengerät, Übungs-geräte und Materialien für Schülerversuche für Physik, Taschenrechner und Softwarelizenzen für die Mathematik, Hard- und Software für die Informatik-Ausbildung, Overheadprojektoren, Sternkarten und zahlreiche Sportgeräte, Unterstützung der Fachbereiche Kunst und Musik und der Schülerbibliothek – das sind nur einige von vielen Anschaffungen zur Verbesserung der Schulausstattung, die der Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule ermöglicht hat. Im Jahr 2004 wurde der Aufenthaltsraum mit großem finanziellen und persönlichen Einsatz der Eltern renoviert und neu eingerichtet. Drei Tageszeitungen stehen den Schülern täglich zur Verfügung.
Zahlreiche Mitglieder des Vereins belassen es jedoch nicht bei der finanziellen Hilfe, sondern unterstützen die Aktivitäten des Vereins auch tatkräftig durch ihre Mitarbeit. Vor allem der Vorstand beteiligt sich begleitend oder federführend das ganze Jahr über an den Aktivitäten der Schule und macht viele Veranstaltungen überhaupt erst möglich. So liegen beispielsweise die Erstellung und der Verkauf des jährlich von der Karl-Rehbein-Schule herausgegebenen Kunstkalenders mit von den Schülern gemalten Bildern ganz in den Händen des Vereins. Bei der Einschulung der fünften Klassen, am Elternsprechtag, am Tag der offenen Tür und bei den Veranstaltungen der Kolloquiumreihe kümmern sich regelmäßig Mitglieder des Vereins um die Bewirtung. Auch an vielen anderen schulischen Aktivitäten beteiligt sich der Verein. Das reicht von der Unterstützung der Vorlese-Wettbewerbe über die Präsenz bei den Sitzungen des Schulelternbeirats bis zur Verabschiedung der Abiturienten. Auf eine Initiative des Vereins wurden Schließfachschränke im Keller aufgestellt, die von den Schülern dankbar angenommen werden. Höhepunkte waren die Sommer-Feste 2003 und 2007 mit Attraktionen für Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemalige, die der Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule organisiert hatte. Ein nächstes Sommerfest ist für 2010 angedacht.
Kristin Hausmann
Vorsitzende des Vereines der Freunde der Karl Rehbein Schule e.V.
Kattenstr. 2 63452 Hanau
hausmannk@gmx.de
Sollte Ihr Interesse geweckt sein, können Sie sich den Flyer mit Beitritterklärung ausdrucken.
Hier ein Foto von der Mitgliederversammlung 2005.
Mitgliedsbeiträge und Spendenbescheinigungen
In den vergangenen Jahren erhielten alle Mitglieder des „Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule“ am Anfang des Kalenderjahres eine Spendenbescheinigung für das vorausgegangene Jahr zur Vorlage beim Finanzamt. Da die Bescheinigungen unterschiedliche Mitgliedsbeiträge erhielten, konnten die Briefe an die Mitglieder nicht als „Infobrief“ zu einem verbilligten Porto versandt werden, sondern jeder Brief kostete den Verein 0,55€, was eine ziemliche Belastung des Etats darstellte.
Seit der Neuregelung der Kleinspenden durch das „Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“ gilt für Spenden bis 200€ der sogenannte vereinfachte Zuwendungsnachweis. Das bedeutet, dass der Sparkassenausdruck für den Lastschrifteneinzug alle für das Finanzamt wichtigen Angaben enthält und als Nachweis für die Steuererklärung ausreicht. Heben Sie daher bitte Ihren entsprechenden Bank- oder Sparkassenauszug auf und legen sie ihn bei der Steuererklärung dem Finanzamt vor. Das Finanzamt Hanau hat dieser Vorgehensweise zugestimmt.
Dieses Verfahren erspart dem Verein der Freunde eine größere Summe an Portogebühren. Dieses Geld kommt dann den Schülerinnen und Schülern zugute. Alle Mitglieder des Vereins, die ihren Mitgliedsbeitrag jährlich selbst überweisen, und alle anderen „Spender“ erhalten weiterhin eine Spendenbescheinigung zugesandt.
Bunte Einblicke in die Welt der Phantasie
Neuer Kunst-Kalender der Karl-Rehbein-Schüler für das Jahr 2012
Von opulent bis feinsinnig: Der neue Kunstkalender 2012 der Karl-Rehbein-Schule enthält eine Vielzahl von liebevoll gestalteten kleinen wie großen Kunstwerken. Durchweg von hoher Gestaltungsqualität geprägt sind die phantasievoll ausstaffierten Bilder, die einen farbigen Querschnitt durch das Kunstschaffen an der Karl-Rehbein-Schule präsentieren.
Direktor Jürgen Scheuermann (Mitte), HA-Verleger Thomas Bauer (Zweiter von links) und Fördervereins-Vorsitzende Kristin Hausmann präsentieren gemeinsam mit den KRS-Kunstlehrerinnen und den jungen Künstlern mit Stolz die divergenten Blicke in die Welt der Phantasie.
„Der Kalender ist auch ein Stück Identität mit der KRS, zeigt sich hier, dass die Schüler nicht nur das nötige Handwerkszeug zur gestalterischen Arbeit vermittelt bekommen, sondern auch ihrer Kreativität freien Lauf lassen können“, sieht Schulleiter Jürgen Scheuermann in dem Kalender eines der Grundprinzipien des Hanauer Gymnasium umgesetzt. „Wir erleben hier auch die divergenten Blicke der Schüler in die Welt der Phantasie, ein nicht zu unterschätzendes Fördermittel für die geistige Entwicklung der Kinder“, erläutert Scheuermann weiter.
Gemeinsam mit den ausführenden Künstlern, den Vertretern der Fachschaft Kunst an der KRS, der Vorsitzenden des KRS-Fördervereins, Kristin Hausmann, KRS-Leiter Jürgen Scheuermann und dem Verleger des „Hanauer Anzeiger“ (HA), Thomas Bauer, präsentierten die Schüler den Kalender nun der Öffentlichkeit, ist dieser ab sofort für 13 Euro im Sekretariat der KRS und im HA-Stadtladen erhältlich. Der Erlös des Kalenders, der nun schon zum 18. Mal erscheint und im Hause des HA hergestellt und gedruckt wird, dient der finanziellen Unterstützung von Projekten an der KRS, erläutert Hausmann.
So bleibt zu hoffen, dass die rund 400 gedruckten Kalender auch in diesem Jahr den Weg unter manchen Weihnachtsbaum finden. Die vielfältigen Kunstwerke aus Acryl, Wasserfarben, Pappmaschee und Collagen haben es allemal verdient.
Der Kalender ist zu einem Preis von dreizehn Euro unter anderem auch in der Geschäftsstelle des Hanauer Anzeiger oder bei Papier- und Spielwaren Schenker in Bruchköbel erhältlich.
Zu kaufen gibt es den Kalender für 13 Euro in folgenden Buchhandlungen:
"Hanauer Anzeiger", Hanau,
"Galerie Reus", Römerstr. 1, Hanau,
"Albertis Kunst- und Buchhandlung", Hanau
"Papier Kreis", Hanau
"Buchladen am Freiheitsplatz", Hanau
"Bücher bei Dausien", Hanau
"Papier- und Spielwaren Schenker", Bruchköbel
"Bücherstube Keese", Rodenbach
Neue Küche für unsere Schule
Schulleiter Jürgen Scheuermann freute sich, in diesem Sommer die renovierte und neu ausgestattete Küche der Karl-Rehbein-Schule einweihen zu können. Er dankte in diesem Zusammenhang sowohl dem Förderverein der KRS, der die Renovierung des Raumes finanziert hatte, sowie der Firma Hebeisen, die der KRS die Einrichtung der neuen Küche gestiftet hatte.
Kristin Hausmann (Vorsitzende des Fördervereins der KRS), Herr Hebeisen, Maria Drescher (Stellvertretende Vositzende) und Schulleiter Jürgen Scheuermann (von links nach rechts) freuen sich über die neue Küche.
Grosses Schulfest am 1. und 2. September
OB Kaminsky kündigt Kapazitätserweiterung der KRS an
„Heute sieht man mal wieder, dass an der Karl-Rehbein-Schule alle an einem Strang ziehen.“, betonte Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei der Eröffnung des Schulfestes an der Karl-Rehbein-Schule. Den ganzen Samstag war dort für ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Theater, Vorführungen und Kulinarischem gesorgt.
Der Schul- und Baudezernat der Stadt Hanau, Ralf-Rainer Piesold, stellte klar, die Situation an der Karl-Rehbein-Schule müsse verbessert werden. Daher habe man sich für eine grund-legende Sanierung bis zum Jahr 2011 entschieden. So soll neben neuen Unterrichtsräumen auch eine Mensa entstehen, sagte Piesold.
Hans Katzer vom Main-Kinzig-Kreis überreichte der Vorsitzenden des Fördervereins, Kristin Hausmann, einen Scheck zur Unterstützung der Arbeit.
Als dann der Startschuss zum Schulfest fiel, präsentierte die Pfiffikus-AG Ausschnitte aus den Theaterstück „A Midsummer Nights Dream“ von Shakespeare. Im Festzelt wurde bei „Rehbeins Next Toplehrer“ mit der Klasse 11b in Anlehnung an den Modelwettbewerb im Fern-sehen der beste Lehrer gesucht. Ebenfalls der Schulchor stand auf der Bühne.
Doch auch eine Zirkusvorführung, Outdoor Schachspiele und das „Focaultsche Pendel“ sorgten für reich-haltige Unterhaltung außerhalb des Festzelts.
Auch für die Versorgung der zahlreichen Gäste war mit vielen Essensständen auf dem Schulhof gesorgt. Der Sonntag wurde nun für einen Familienbrunch genutzt, bei dem die Big band der Karl-Rehbein-Schule für fetzige Musik sorg-te.
An zwei Tagen war so an der Karl-Rehbein-Schule viel los – und es war für jeden Ge-schmack etwas dabei.
Neu gestalteter Aufenthaltsraum eröffnet
Rehbein-Schüler freuen sich über ihre neue "gute Stube"
Im Rahmen einer Feierstunde wurde jetzt der neu gestaltete Aufenthaltsraum der Karl-Rehbein-Schule wieder eröffnet. Die Idee zur dringend notwendigen Renovierung kam im Vorstand des Vereins der Freunde der KRS, als darüber nachgedacht wurde, für welchen Zweck in diesem Jahr die Gewinne aus dem Verkauf des KRS-Kunstkalenders fließen sollen. Dass Eltern und Schüler von dieser Idee begeistert waren, kann man daran ablesen, dass innerhalb kürzester Zeit ca. 6.000,- € an Spenden für die Verschönerung des Aufenthaltsraums eingingen. Noch in den Ferien begannen zahlreiche Eltern unter der Federführung von Frau Tobben und Frau Müller vom Verein der Freunde mit den Malerarbeiten: 130 Arbeitsstunden wurden investiert und etwa 80 Liter Farbe verarbeitet.
Aber es wurden auch schöne Holzstühle und Tische sowie vier Sessel zur Entspannung in Freistunden angeschafft sowie farbenfrohe Vorhänge genäht und aufgehängt. Die neuen Leuchtstoffröhren empfinden das Sonnenlicht nach und wirken so einer raschen Ermüdung entgegen. Die neu installierten Leinwände werden in der nächsten Zeit von "Rehbeinern" unter Anleitung der Kunstlehrer bemalt.
Bei der festlichen Einweihung durch den Vorstand des Freundesvereins dankte der Stellvertretende Schulleiter Robert Schnabelallen Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement. Danach wurde das symbolische Band vom Schulsprecher Philipp Nitzsche durchgeschnitten und die Schülerinnen und Schüler stürmten in ihr neues Refugium. Der Erfolg der Verschönerungsaktion ist jetzt täglich zu beobachten: viel mehr Schülerinnen und Schüler als vor der Renovierung suchen den Weg in den Aufenthaltsraum und die Sesselplätze sind sehr begehrt. Und damit auch die Bildung nicht zu kurz kommt, wurden drei Tageszeitungen abonniert, die im Aufenthaltsraum gelesen werden können.
Schulfest - Nach dem Trockenrudern Cocktails aus der Hawaii-Bar
Zwei Tage lang feiert die Karl-Rehbein-Schule ein großes Fest
Nach vielen Jahren hatte das Hanauer Karl-Rehbein-Schule am 13./14. September 2003 erstmals wieder zu einem großen Schulfest geladen. Zwei Tage lang wurde im und um das Schulgebäude herum fröhlich gefeiert. Schüler, Lehrer sowie der Verein der Freunde der Schule hatten ein abwechs-lungsreiches Programm vor-bereitet, bei dem zahlreichen Besuchern einiges geboten wurde.
In einem großen Festzelt, das in der Mitte des Schulhofes aufgebaut worden war, wurden den ganzen Samstag Tanz-, und Musikprogramme präsentiert. Jedoch durften die Besucher nicht bloß Zuschauen, sondern an einigen Stationen selbst aktiv werden. Man konnte z.B. am Rudertraining am Ergometer Kraft und Ausdauer beweisen oder chemische Experimente machen.
Beim "Rudern" auf dem Trocke-nen, aber auch beim Biathlon-Wettbewerb im Schlossgarten, kamen einige Gäste so richtig ins Schwitzen. Für Erfrisch-ungen war jedoch bestens gesorgt. An der buntge-schmückten Hawaii-Bar der Klasse 7b standen schon Cocktails mit so viel ver-sprechenden Namen wie "Hawaii-Traum" oder "Frucht-überraschung" bereit. Eine Talkschow, in der Lehrer und Abiturienten über das Thema Schule diskutierten, wurde live aus den Räumen der Video-AG übertragen. Mit einem großen Bücherflohmarkt und einem Harry-Potter-Quiz beteiligte sich die Schulbibliothek an der Gestaltung des Festes.
Auf großes Interesse stießen auch die zahlreichen Informationsangebote des Fachbereiches Naturwissenschaften. Mit einem Teleskop konnten die Besucher, unter fachkundiger Erklä-rung, der Astronomie-AG Teilnehmer, einige Sonnenflecken auf dem unterern Rand der Sonne betrachten. "Experimente zum Mitmachen und Mitdenken" wurden vor den Biologieräumen präsentiert.
Am späten Samstagabend endete der erste Festtag mit einer großen Schülerparty auf dem Schulhof. Mit einem Familienbrunch und einem Jazzfrühschoppen, der musikalisch von der schuleigenen KRS Big Band begleitet wurde, klang das gelungene Schulfest am gestrigen Sonntag gemütlich aus.
Über die Geschichte der Karl - Rehbein - Schule
Sehr verehrte Damen und Herren,
75 Jahre „Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule“ sind sicher ein geeigneter Anlass, der Schule zu gedenken, deren Unterstützung Ziel dieser Vereinigung ist.
Die Karl-Rehbein-Schule wurde 1840 als „Höhere Töchterschule“ gegründet. Sie war ein Teil der umfassenden Reform des städtischen Schulwesens unter Hanaus 1. Oberbürgermeister Eberhard, dessen Namen bis vor wenigen Wochen eine der größten Schulen der Stadt führte und nunmehr in Vergessenheit zu geraten droht.
Bei Eberhards Amtsantritt 1834 gab es in der Stadt neben der Hohen Landesschule, damals ein Kurfürstliches Gymnasium, und verschiedenen Privatanstalten nur die schlecht ausgestatteten Schulen der einzelnen Kirchengemeinden mit wenig ausgebildeten Lehrern und überfüllten Klassen.
Eberhards Reformplan sah vor, für alle Schichten der Bevölkerung geeignete Schulen zu errichten: für die ärmeren Schichten, die kein Schulgeld bezahlen konnten, Freischulen und für diejenigen, die ein geringes Schulgeld bezahlen konnten, Bürgerschulen. Für Knaben, die ein höheres Maß an Bildung erstrebten, gab es bereits die aus der ehemaligen lutherischen Lateinschule hervorgegangene Bürger- und Realschule. Sie alle waren nicht mehr nach Konfession der Schüler gegliedert, sondern nach dem Geschlecht getrennt in Jungen- und Mädchenklassen.
Für Mädchen fehlte eine entsprechende höhere Schule. Sie waren, wenn sie eine höhere Bildung suchten, auf eine der privaten Schulen angewiesen, die jedoch zumeist ein hohes Schulgeld verlangten.
Für sie wurde 1840 die „Höhere Töchterschule“ eingerichtet. Natürlich war diese, entgegen ihrem Namen, keine höhere Schule. Eine solche gab es im 19. Jahrhundert nirgends. Der Name ist mehrdeutig: man kann ihn als höhere Schule für Töchter verstehen oder auch als Schule für höhere Töchter, das heißt, Mädchen aus Familien des gehobenen Bürgertums. Und genau dies war gemeint. Sie sollte jedoch offen auch für Mädchen aller Schichten sein, welche wegen besonderer Talente und künftiger Berufswahl eine umfassendere Ausbildung suchten.
Neben den Elementarfächern wie Lesen und Schreiben kam Französisch als Hauptfach hinzu, dazu Geschichte und Geographie, deutsche Sprache und weibliche Handarbeiten. Diese vorzugsweise für den eigenen bürgerlichen Haushalt.
Zur Leitung der Schule war zunächst ein Fräulein Spitz vorgesehen. Sie sollte, was äußeren Anstand, weibliche Sitte und Führung der Mädchen in ihrem Betragen angeht, eine Art Oberlehrerin sein und war dazu nach ihrer Persönlichkeit, Charakterstärke und Bildungshöhe durchaus geeignet. Doch sie wurde es nicht, da sich, wie der Schulinspektor einräumen musste, damit eine Oberleitung über Männer nicht erringen lasse. Auch könne man nicht einem Frauenzimmer das Urteil über Wissenschaftsfächer und wissenschaftlich gebildete Männer zugestehen. Ein Frauenstudium gab es im 19. Jahrhundert ja noch nicht. Erster Schulleiter wurde daher ein Mann, Dr. Denhard, und alle seine Nachfolger waren ebenfalls Männer, bis 1946 Fräulein Burkhard Schulleiterin wurde (die Damen legten damals auf diese Bezeichnung noch bis ins höchste Alter wert und redeten sich auch gegenseitig so an). Ihr folgten Fräulein Cossman und Frau Dohme-Beckmann. Inzwischen sind die normalen Zustände längst wieder hergestellt und die Schule bis heute fest in männlichen Händen.
Die Stadtverordneten hatten der Gründung dieser Schule nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass für ihre Unterhaltung keine städtischen Mittel benötigt würden Doch dies war trotz des hohen Schulgeldes von Anfang an nicht möglich. Um die Kosten zu vermeiden, betrachtete man sie bald als eine Schule, die nach Wahl der Lehrgegenstände, der Unterrichtsziele und auf freiwilliger Teilnahme beruhend als höhere Schule anzusehen sei, für die der Staat aufzukommen habe. Die Regierung hatte jedoch wenig Neigung, die Kosten zu übernehmen und entschied, zu den höheren Schulen gehörten nur die eigentlichen Gelehrtenschulen. Diese sei aber als Mädchenschule mit Schulgeld als Stadtschule ins Leben gerufen worden .- Die Folge war, dass der Oberbürgermeister im Juli 1847 der kurfürstlichen Regierung mitteilen musste, dass die Gehälter der Lehrer vollständig nicht bezahlt werden konnten, weil der Bestand der Stadtkasse dazu nicht ausreichte. Die Stadt musste einen Kredit aufnehmen und dem Oberbürgermeister wurde auch noch eine Disziplinarstrafe auferlegt.
Der Schulinspektor kam daraufhin zu der Einsicht, dass, wenn er jetzt zu entscheiden hätte, er diese Schule nicht mehr einrichten würde. Da sie nun aber einmal bestehe und durch sie das System der städtischen Schulen vervollkommnet werde, wolle er sie weiter bestehen lassen. Damit war der Bestand der Schule bis heute gesichert.
Die Zahl ihrer Schülerinnen lag in diesen Jahren zwischen 150 und 200. Sie wurden in sechs aufsteigenden Klassen unterrichtet, von denen zwei zweijährige Kurse hatten. Es waren somit insgesamt acht Jahre Unterricht, vom 6. bis zum 14. Lebensjahr. 1848 zog die Schule, die zunächst in verschiedenen privaten Häusern untergebracht war, in die Französische Allee 4, wo sie bis zum Umzug in ein eigenes Gebäude in der Steinheimer Straße 37 im Juli 1876 blieb.
1853 bezeichnet eine kurhessische Verordnung als notwendige Unterrichtsgegenstände für Mädchenschulen Lesen, biblische Geschichte, Katechismus und Gesang, als nützlich noch Schreiben und Rechnen. Nur wo der übrige Unterricht nicht behindert wird, könne in höchstens zwei Wochenstunden Erdbeschreibung, Naturgeschichte und das Wichtigste aus der Kirchen- und Profangeschichte angereiht werden.
Im Schuljahr 1881/82 wurde eine zusätzliche Oberklasse eingerichtet, die Schule umfasste jetzt 9 Klassen . Der preußische Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal -Angelegenheiten stellte jedoch 1885 in einem Schreiben fest, dass in den höheren Mädchenschulen, auch wenn sie voll ausgestattet sind, eine Unterrichtsmethode, welche den Schein der Wissenschaftlichkeit einnimmt oder den Wegen der gymnasialen Bildung zu folgen bemüht ist, keine Stelle haben dürfe. Völlig unangemessen sei jede Anlehnung des Lehrplans der höheren Mädchenschulen an diejenigen der höheren Schulen für die männliche Jugend.
Welchen Stellenwert noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Mädchenschulen zugewiesen wurde, zeigte sich, als das preußische Kultusministerium in zwei Abteilungen aufgegliedert wurde. Die erste Abteilung wurde zuständig für die Universitäten und eigentlichen Gelehrtenschulen, die zweite Abteilung - und in dieser Reihenfolge - für das niedere Schulwesen, die Blinden- und Gehörlosenschulen, die Idiotenschulen, das weibliche Schulwesen und den Turnunterricht.
Immerhin wurde 1894 die Schule, die jetzt 10 Klassen hatte, als „voll entwickelte höhere Mädchenschule“ anerkannt und ihr bisheriger Name „Städtische Höhere Töchterschule“ in „Städtische Höhere Mädchenschule“ geändert. Sie zählte durch Verfügung vom 8. November 1909 nunmehr zu den höheren Schulen und führte seit dem 12. Februar 1912 den Namen „Städtisches Lyzeum Hanau“.
Im März 1927, wurde ihr zudem das Recht verliehen, im Schlusszeugnis den Vermerk der „mittleren Reife“ einzutragen.
Im folgenden Jahr machte der Schulvorstand den Vorschlag, das Lyzeum zum Oberlyzeum auszubauen, das heißt zu einem neusprachlichen Gymnasium mit Nadelarbeit und verstärkter Betonung des Musikunterrichts. Als Begründung wurde angeführt, dass für viele Berufe wie Lehrein oder Apothekerin inzwischen das Abitur verlangt werde, Mädchen aber bislang das Abitur nur außerhalb der Stadt machen konnten oder durch Besuch hiesiger Knabenschulen, wogegen spreche, dass Jungen und Mädchen zwar gleichwertig, aber ganz wesensverschieden seien. In der Stadtverordnetenversammlung war die SPD jedoch dagegen, ebenso die beiden kommunistischen Abgeordneten Karl und Willi Rehbein, die sich bei dieser Gelegenheit zu einer Fraktion zusammenschlossen. Als Grund wurde neben Raummangel angeführt, dass von den 211 Schülerinnen 28 Väter Akademiker sind, 24 Fabrikbesitzer, 52 Kaufleute, 56 mittlere Beamte, 9 Rektoren und Lehrer, aber nur 3 Arbeiter, also nur etwa 10 % aus Kreisen der minderbemittelten Bevölkerung. Die Provinzialregierung störte sich jedoch weniger daran als am Fehlen der benötigten Räume.
1929, im Jahr der größten Wirtschaftskrise wurde von ehemaligen Schülern, Eltern und Lehrern der „Lyzeumsbund“ gegründet, der Vorläufer des „Vereins der Freunde und Förderer“, dessen Jubiläum wir heute feiern. Durch die Zerstörung des Schulgebäudes 1944 sind leider alle Unterlagen über seine Tätigkeit für die Schule verloren gegangen, so dass über den Umfang seiner Tätigkeit keine Aussagen gemacht werden können.
Die nationalsozialistische Machtergreifung im Januar 1933 brachte für die Schule zunächst nur die Veränderung, dass der Direktor Padberg seines Amtes enthoben und als Studienrat nach Frankfurt versetzt wurde. Kommissarische Leiter wurden zunächst Studienrat Kraus, dann Dr. Müller-Karpe und schließlich 1935 bis 1945 definitiv Studienrat Lehmann aus Frankfurt.
Im Februar 1936 stellte der Oberbürgermeister den Antrag, eine „Frauenschule“
einzurichten, das heißt eine Oberstufe des Lyzeums. Da die Stadt sich verpflichtete, die Kosten zu übernehmen, wurde der Antrag genehmigt und zunächst eine Obersekunda eröffnet. Zwei Jahre später verliessen die ersten 6 Abiturientinnen die Schule, nachdem die höhere Schule auf 8 Jahre verkürzt worden war. Es handelte sich um die hauswirtschaftliche Form des Abiturs mit der Pflichtsprache Englisch, während in der sprachlichen Form Englisch und Latein oder eine weitere Fremdsprache verlangt wurde. Am 19. Oktober 1944 genehmigte der Reichsminister für Erziehung jedoch, an der hiesigen Schule neben dem hauswirtschaftlichen Zweig auch einen sprachlichen einzurichten, was aber wegen des nahenden Kriegsende ohne Folgen blieb, möglicherweise in Hanau gar nicht mehr zur Kenntnis gelangte.
Wegen der Kriegsereignisse fand seit Ende November 1944 kein Unterricht mehr statt, das Schulgebäude, das zuvor schon schwer beschädigt war, brannte am 19. März 1945 völlig aus. Dabei gingen auch alle Unterlagen der Schule verloren.
Mit Ausnahme der Schule in Kesselstadt waren während des Krieges alle Hanauer Schulen zerstört oder zumindest schwer beschädigt worden. Der Unterricht des Lyzeums konnte daher zunächst nur in Privathäusern und Baracken durchgeführt werden, bis 1955 mit dem Bau einer neuen Schule am hiesigen Standort gegen heftigen Widerstand seitens des „Bundes der Schlossgartenfreunde“ begonnen werden konnte. Oberbürgermeister Karl Rehbein, der inzwischen eine Wandlung vom Saulus zum Paulus durchgemacht hatte, setzte sich energisch für den Bau der Schule auf diesem Gelände ein, so dass sie noch zu seinem Lebzeiten nach ihm benannt wurde.
1957 wurde der „Verein der Freunde der Karl- Rehbein - Schule“ als Fortsetzung des ehemaligen Lyzeumsbundes gegründet, ein freiwilliger Zusammenschluss von ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern der Schule, der sich zum Ziel gesetzt hat, durch Mitgliedsbeiträge und Spenden die Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln zu ermöglichen und seither in vielfältiger Weise die Schule unterstützt hat.
Im Schuljahr 1966 wurde neben dem neusprachlichen und naturwissenschaftlichen Zweig ein musischer Zweig mit den Schwerpunkten Musik und Kunst eingerichtet, in dem erstmals auch Jungen aufgenommen wurden.. Zwei Jahre später wurde auch ein Oberstufenzweig mit sportlichen Schwerpunkt gebildet. Der Name der Schule lautete jetzt etwas umständlich „Mathematisch-naturwissenschaftliches, neusprachliches und musisches Gymnasium mit sportlichem Zweig“, einige Jahre später aber schlicht „Karl-Rehbein-Schule. Gymnasium“.
Nach dem Ausscheiden der langjährigen Schulleiterin Frau Dohme- Beckmann wurde im Schuljahr 1969/70 unter dem kürzlich verstorbenen Direktor Dr. Fischbach die Koedukation eingeführt und damit die 130jährige Tradition als höhere Mädchenschule beendet.
Auch inhaltlich traten mehrfach Änderungen im Schulbetrieb auf, wie man den offiziellen Namensgebungen der letzten Jahre entnehmen kann. Zunächst wurde sie in einer Festschrift als Schule mit „mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt“ bezeichnet, dann vom Schulleiter als Gymnasium ohne Schwerpunkt, inzwischen jetzt offiziell als „Gymnasium der Stadt Hanau mit sprachlichem, mathematisch-naturwissenschaftlichem und musischem Profil und einem Schulsportzentrum“, wobei auffällt, dass der gesellschaftswissenschaftliche Bereich mit den wichtigen Fächern Gemeinschaftskunde, Geschichte, Erdkunde, Religion und Ethik anscheinend kein Profil entwickelt hat.
Über die Leistungen und Erfolge der Schule brauche ich hier nicht zu sprechen. Sie sind bekannt und zum Teil auch bereits erwähnt worden.
Aber nicht immer fanden in den letzten Jahren die Leistungen der Schule die gebührende Anerkennung von offizieller Seite.
Trotz intensiver Kontakte zu Schulen in England und Frankreich blieb die Bezeichnung „Europaschule“ in Hanau der Otto – Hahn - Schule vorbehalten. Und obwohl auch heute noch Musik zu den Schwerpunkten des Unterrichts gehört, wie sie sich gerade selbst überzeugen konnten, erhielt eine Auszeichnung als „Schule mit Schwerpunkt Musik“ durch das hessische Kultusministerium nur die Bertha -von - Suttner Schule in Nidderau , was auch noch mit der Zuweisung von 12 zusätzlichen Lehrerstunden verbunden war. Auch das „Gütesiegel für die besondere Förderung hochbegabter Schüler“, das kürzlich 60 hessischen Schulen verliehen wurde, darunter drei Schulen im Main – Kinzig – Kreis, ging nicht an die Rehbein-Schule, trotz ihrer „Pfiffikus AG“, die sie gleich erleben werden.
In Zukunft werden - nicht nur an dieser Schule - wichtige Veränderungen nicht ausbleiben. Schon im nächsten Schuljahr wird mit der Herabsetzung der Gymnasialzeit von 9 auf 8 Jahren begonnen werden, was zur Folge haben wird, dass die Schüler den gleichen Stoff in kürzerer Zeit erarbeiten müssen oder am Schluss weniger gelernt haben werden. Doch nicht nur dies steht der Schule bevor. Die Ergebnisse der Pisa-Studie und neuerer Untersuchungen haben erneut zur Diskussion darüber geführt, ob das dreigliedrige Schulsystem und damit das Gymnasium nicht gleich ganz abgeschafft werden sollten. Doch dies
würde die mehr als 160jährige Tradition der Karl –Rehbein –Schule beenden und das Ende des Gymnasiums bedeuten.
Kurt Blaschek
Karl-Rehbein-Schule, Im Schlosshof 2, 63450 Hanau,
Tel:(06181)6183-600, FAX:(06181)6183-699, E-Mail:info@karl-rehbein-schule.de