Das Handy gehört nicht auf den Müll

Rohstoff-Kolloquium mit Professor Sextl vom Fraunhofer-Institut an der Karl-Rehbein-Schule

Hanau, 24.03.17

Im Rahmen der Kolloquiumsreihe der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) referierte nun Professor Dr. Gerhard Sextl vom Fraunhofer-Institut in Hanau-Wolfgang für Silicatforschung über das Thema „Ressourcen Sichern – Wertstoffkreisläufe schließen“. Zu diesem Vortrag – es war der nunmehr 18. seit Beginn dieser Veranstaltungsreihe im Jahre 2001 – , hatten sich zahlreiche interessierte Oberstufenschülern der Leistungs- und Grundkurse in Physik, Chemie und auch Biologie eingefunden. Das, was sie zu hören bekamen, hatte es wirklich in sich.

Sextl nahm den sich immer mehr beschleunigenden Rohstoffhunger des Menschheit in den Fokus: „Im Jahr 1980 waren in den alten Telefonen mit Wählscheibe zwölf chemische Elemente enthalten, heute sind es in einem modernen Smartphone über 60“, machte der Professor deutlich, „also nahezu alle Stoffe außer giftigen und radioaktiven Elemente“.  Besondere Bedeutung komme den „Seltenen Erden“ zu, die in Handys, Batterien und Akkus und auch Hochleistungsmagneten verbaut sind. „Eine moderne Windkraftanlage enthält drei Tonnen Neodym-Eisen-Bor-Magnete mit höchster Energiedichte und damit allein 600 Kilogramm des zu den seltenen Erden zählenden Elements Neodym. Diese Permanentmagnete stammen zu 98 Prozent aus China“, referiert Sextl.

Vor einigen Jahren habe China am Beispiel des Elements Dysbrosium, das ebenfalls bei diesen Magneten verwandt werde, getestet, welchen Preis der Markt hergebe: das unersetzliche Dysbrosium stieg in kurzer Zeit im Preis von 100 auf 3000 Dollar pro Kilogramm. „Allein die gerade erst in Fahrt kommende Elektromobilität wird bis zum Jahr 2030 den Bedarf an diesen Magneten verdoppeln“, mahnt der Forscher. Doch nicht der Verbrauch allein, sondern auch die Gewinnung und Verarbeitung dieser Stoffe müsse viel mehr in den Blick genommen werden. Zur Herstellung eines (heute schon technisch überholten) 17-Zoll-Bildschirms seien 240 Kilogramm fossile Brennstoffe, 22 Kilogramm  Chemikalien und 1,5 Tonnen Wasser benötigt worden. Und er rief dazu auf, die Probleme global in den Blick zu nehmen. Alleine die russische Stadt Norilsk sei einer der am meisten verschmutzten Orte der Erde, weil dort das Platin gewonnen werde, das hierzulande zur Luftreinhaltung mittels Autokatalysatoren beitrage.

Den KRS-Schülern wurde drastisch vor Augen geführt, dass viele Stoffe, die heute in immer rasanter steigenden Mengen verbraucht werden, in absehbarer Zeit zur Neige gehen werden: „Die Reserven von Silber und Gold, Zink und Zinn werden in rund 20 Jahren, die von Kupfer in 35 Jahren erschöpft sein – da sind Sie im besten Erwachsenenalter“, ruft der Professor im Schlossgartensaal. Auch die Vorräte beim Phosphat, dringend benötigt bei der Herstellung von Düngern zur Nahrungsmittelproduktion der rasant ansteigenden Bevölkerungszahl und selbst der Sand werde knapp: über drei Milliarden Tonnen davon würden jährlich in Gebäuden verbaut, mittelweile zöge man Meeressand dazu heran, da Wüstensand aus chemischen Gründen nicht verwendbar sei.

Doch Sextl zeigte auch Auswege aus diesem Teufelskreislauf auf: „Wir müssen weg vom Verbrauch hin zum Gebrauch von Ressourcen. Wir dürfen die teuer eingekauften Chemikalien nicht über den Abfall gedankenlos in der Umwelt verstreuen (Dissipation), sondern müssen sie in Deutschland behalten und recyclen“. Ein ausrangiertes Handy enthalte 24 Milligramm Gold, 25 Milligramm Silber und neun Milligramm Kupfer und sei daher nicht Abfall, sondern Rohstoffquelle für die nächste Generation technischer Geräte: „50 Handys enthalten so viel Gold wie eine Tonne heute aus der Erde heraus gebaggertes Erz“. Dabei sei es sinnlos, die verbauten Stoffe zum Beispiel durch Schreddern wieder in die einzelnen Elemente zu zerlegen: „Viel hilfreicher ist es, zum Beispiel durch elektrohydraulische Zerkleinerung Zwischenprodukte wiederzugewinnen, die weiterverwandt werden können“.

Die Fraunhofer-Projektgruppe IWKS, die Professor Sextl leitet, hat beispielsweise für diese neue Art, Handys durch Schockwellen in Wasser in die Komponenten zu zerlegen – und dies ganz ohne Einsatz von Chemikalien – 2016 den Bayerischen Umweltpreis erhalten. Die IWKS, die sich neben der Rückgewinnung von Sekundärwerkstoffen auch der Substitution chemischer Stoffe verschrieben hat, freut sich bereits auf die für 2018 vorgesehene Fertigstellung des Neubau Ihres „Science Parks Hanau“ im Industriepark Wolfgang, neben Alzenau dem zweiten Standort in der Region.

In der engagierten Diskussion nach dem Vortrag von Sextl interessierten sich die Oberstufenschüler unter anderem über die mit der Elektromobilität verbundenen Probleme. Auch hier gab Sextl wertvolle Denkanstöße: warum man etwa neu Stromtrassen nicht entlang der Autobahnen führe, da hier doch die Ladestationen der Zukunft benötigt würden. Und – hier schloss sich der Kreis zum Vortragstitel „Wertstoffkreisläufe schließen“ – warum man Handys, Unterhaltungselektronik, Autos und andere Produkte nicht lease statt kaufe, weil dann die Geräte am Ende der Mietzeit nicht irgendwo auf dem Abfall landeten, sondern konzentriert beim Händler dem Recyclingweg zugeführt werden könnten. Die Zuhörer ließen ihre interessanten Gespräche bei Getränken und einem kleinen Imbiss, den der Verein der Freunde organisiert hatte, ausklingen.

Macht sich für das Recyceln von Rohstoffen stark: Professor Gerhard Sextl vom Fraunhofer-Institut sensibilisierte die Oberstufenschüler der Karl-Rehbein-Schule Hanau zum verantwortungsvollen Umgang mit elektronischen Alt-Geräten wie ausrangierten Handys. Foto: Privat
 

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Ankündigung des Kolloquiums als pdf-Datei herunterladen.

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Die US-Präsidentschaftswahl in der Analyse

Rückblick, Einblick, Ausblick

Montag, 05.12.2016, 19:00 Uhr
Karl-Rehbein-Schule, Im Schlosshof 2, 63450 Hanau

Es ist das eingetreten, was noch vor einem Jahr niemand ernsthaft für möglich hielt. Mit Donald Trump zieht ein Kandidat in das Weiße Haus ein, der sich in seinem Wahlkampf insbesondere mit populistischen Äußerungen hervorgetan hat. Doch Trump ist der demokratisch gewählte Präsident der USA und nun heißt es das Ergebnis zu respektieren und den Modus einer Zusammenarbeit auszuloten. Was kann die Welt von diesem Mann erwarten? Was sind seine politischen Ziele? Welche Auswirkungen hat das Wahlergebnis auf die transatlantischen Beziehungen?
Dr. Christoph von Marschall, ausgewiesener USA-Kenner und Journalist beim Berliner Tagesspiegel, der von 2008 bis 2013 als Korrespondent aus Washington berichtete, hat den Wahlkampf und die Wahlentscheidung vor Ort miterlebt und wird das Ergebnis analysieren und hierüber mit Ihnen diskutieren.
Wir laden Sie herzlich hierzu ein!
Details zum Programm und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie unter folgendem Link:

https://shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/V9JBM


Zur besseren Disposition bitten wir um Ihre Anmeldung unter: service@freiheit.org. Kurzentschlossene sind ebenso herzlich willkommen.
 

 

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Herz unter Stress – Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin, Psyche

In Deutschland finden für Herzpatienten derzeit wieder die Herzwochen statt. Schwerpunkte sind dieses Jahr die oft unterschätzten Risiken für das Herz: Bluthochdruck, Diabetes mellitus, ungünstige Cholesterin-Spiegel und negativer Stress. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Claus Kaminsky findet ein Seminar rund um das Thema Herzerkrankung am Mittwoch, dem 23.11.16 (19:00 -21:00 Uhr) im Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule statt. Patienten, Angehörige und Interessierte sind herzlich zu folgenden Themenschwerpunkten eingeladen.


Grußworte von Claus Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau und OStD Jürgen Scheuermann, Schulleiter der Karl-Rehbein-Schule Hanau

Aufgaben und Ziele der Deutschen Herzstiftung
Wolfgang Lang

Bluthochdruck: Ursache, Diagnose und Therapie
Dr. med. Wolfgang Dembowski


Diabetes mellitus: Wie wirkt sich der Diabetes auf die Organe aus?
Dr. med. Marcus Rothsching


Fettstoffwechselstörungen: Wann muss hohes Cholesterin behandelt werden und wie? Was tun bei Nebenwirkungen der Statine?
PD Dr. med. Christof Weinbrenner

Herz und Psyche: Psyche, (Stress) und Erkrankungen des Herzens
Dr. med. Jan Pollmann
 

anschließend
Diskussion der Beiträge und Schlusswort
PD Dr. med. Christof Weinbrenner

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Schülerkrypto 2016 - Rehbeiner werden erneut zu Code-Knackern

Auch in diesem Schuljahr hält Professor Arno Wacker sein Seminar „Kryptologie" an der Karl-Rehbein-Schule. Teilnehmer waren wie im letzten Schuljahr die Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Mathematik der Qualifikationsphase sowie interessierte Schüler anderer Jahrgänge.

Hanau, 17.06.2016

Schülerinnen und Schüler lauschen dem Vortrag über Verschlüsselungsmethoden der Griechen und Römer, lernen wie die Entschlüsselung der Enigma durch die "Turingbombe" funktionierte und was sich hinter dem RSA-Algorithmus verbirgt. Foto: Wallner

Erneut begrüßte die Karl-Rehbein-Schule (KRS) Professor Arno Wacker, Leiter des Fachgebiets „Angewandte Informationssicherheit“ an der Universität Kassel. In seinem Seminar "Schülerkrypto" bietet er, normalerweise an der Universität Kassel, interessierten Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Kryptologie. Zum wiederholten Male erklärte sich Hr. Wacker bereit, für seinen Vortrag an die Karl-Rehbein-Schule zu kommen.

Schülerinnen und Schüler lernten die Ursprünge der Verschlüsselung kennen. Sie erhielten Einblick in das Mysterium der Enigma, einer Verschlüsselungsmaschine, die während dem zweiten Weltkrieg Verwendung fand. Diffie und Hellmann erhalten dieses Jahr den Turing-Award, den "Nobelpreis für Informatiker". Selbstverständlich wurden auch deren Errungenschaften in Prof. Wackers Vortrag erwähnt. Mit ihrem Schlüsselaustauschverfahren schufen sie die Grundlage für moderne Verschlüsselsverfahren. Den Abschluss von Prof. Wackers Seminars bildete das RSA-Verfahren, das heute weltweit Verwendung findet.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Herrn Wacker und seinem Mitarbeiter und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Wie im letzten Jahr wechselten sich im Seminar Vortragsphasen mit praktischen Phasen am PC ab. In drei Computerräumen wurden die Schülerinnen und Schüler zu "Agenten", die mit der Software CryptTool 1.4 und CryptTool 2.0 Codes analysierten und entschlüsselten. "Alan Turing entwickelte unter enormen Aufwand eine Maschine, die die Codes der Deutschen knackte. Die Maschine, auch als Turingbombe bekannt, kann heute einfach mit der frei verfügbaren Software CryptTool simuliert und nachempfunden werden." Foto: Wallner

 

Wer die Enigma knackte oder eine Zahl schnell genug faktorisieren konnte, gewann Sachpreise wie Blurays aktueller Filme ("The Imitation Game") oder Buchklassiker der Kryptologie wie "Fermats letzter Satz" oder "Geheime Botschaften". Foto: Wallner

Chemie im Dialog in der Karl-Rehbein-Schule

Hanau, 23.03.2016

Im Rahmen eines Kolloquiums an der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) sprach nun  Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Professor für Pharmazeutische Chemie und Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main, über so genannte „Spiegelbildmoleküle“ und deren Bedeutung im Zusammenhang mit der Medikamentenentwicklung im Schlossgartensaal der KRS. Schwerpunkte waren unter anderem das Präparat Contergan und dessen Wirkstoff, das Thalidomid. Darüber hinaus wurde über Menthol und das Levodopa sowie dessen Einsatz bei der Behandlung von Morbus Parkinson gesprochen. Während des Vortrags wurden die Rehbeiner von Professor Schubert-Zsilavecz häufiger mit eingespannt, sei es bei der Beschreibung der chemischen Struktur der betrachteten Wirkstoffe oder bei der Erklärung der Wirkungsweise dieser Verbindungen im Körper. Mit einem „Medikament“ bedankte sich auch Schulleiter Jürgen Scheuermann beim Referenten im Anschluss an das Kolloquium.  Fotos: Privat


 


Einladung zum Chemie-Kolloquium

Hanau, 24.02.2016

Sicherlich hat man Hinweise auf Lebensmittelverpackungen wie diesen „enthält rechtsdrehende L-Milchsäure“ schon mal gesehen. Mancher fragt sich, was es damit auf sich hat und wofür diese Dreheigenschaften der Moleküle bestimmter Stoffe bedeutsam sind. Auf diese und ähnliche Fragen bekommt man im Rahmen des  Kolloquiums am 16. März 2016 um 18.00 Uhr im Schlossgartensaal (Mensa) der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) zahlreiche Antworten. Das Kolloquium wird als chemischen Schwerpunkt die sogenannte optische Aktivität  von Molekülen haben. Der Vortragende,  Professor  Manfred Schubert-Zsilavecz ist Vizepräsident sowie Wissenschaftler im Bereich der Pharmazeutischen Chemie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und darüber hinaus bei der alljährlich stattfindenden Frankfurter Kinder-Uni engagiert. Die KRS freut sich auf zahlreichen Besuch.
 


 

Der Mann, der mit den Skorpionen schläft

Oft den Tod vor Augen: Hanauer Reuters-Fotograf Kai Pfaffenbach berichtet von seiner Arbeit

Hanau, 26.11.2015

Der Hanauer Fotograf Kai Pfaffenbach bietet den Oberstufenschülern der KRS in seinem Kolloquiums-Vortrag in der KRS-Mensa ein sehr authentisches und sehr bewegendes Bild von seiner Arbeit als Agentur-Fotograf. Pfaffenbach wurde dabei von KRS-Schulleiter Jürgen Scheuermann anlässlich des KRS-Kolloquiums begrüßt, der sich sehr freute, dass Pfaffenbach auch zahlreiche fotografische Proben von seiner Arbeit mitbrachte.                                               Fotos Pick

Selten hat ein Kolloquium-Gast der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) ein derartiges Interesse bei den Schülern hervorgerufen wie Kai Pfaffenbach. Noch lange nach seinem bewegenden Vortrag wird er von Schülern umringt, die wissen wollen, wann, wie und wo diverse Bilder entstanden sind, die der Klein-Auheimer Fotograf zu Anschauungszwecken mit in die KRS gebracht hat. Pfaffenbach will mit seinen teils aufrüttelnden, unmittelbar „ins Herz getroffenen“ Bildern die Welt-Geschichte mit seiner Kamera objektiv einfangen und dokumentieren. Pfaffenbach arbeitet für die renommierte Nachrichtenagentur Reuters mit Hauptsitz in London. Diese Agentur ist weltweit tätig und entsendet ihre Korrespondenten und Fotografen rund um den Globus. So bereist auch Pfaffenbach die großen Krisengebiete dieser Welt, berichtet von dramatischen Naturkatastrophen, kriegerischen Auseinandersetzungen und bedeutenden Sportereignissen wie Olympiaden oder Fußball-Weltmeisterschaften.


Jetzt hat der Klein-Auheimer Fotograf in der KRS gleich zweimal im Rahmen des KRS-Kolloquiums von seiner spannenden und emotional aufreibenden Arbeit gesprochen. Er tut dies in einer sehr authentischen aber auch mitreißenden Art und Weise. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, benennt die Dinge konkret auf den Punkt und garniert seine Ausführungen mit persönlich erlebten Anekdoten. „Fesselnder und frischer kann man einen Vortrag kaum gestalten“, lobt KRS-Chef Jürgen Scheuermann am Ende den Vortragenden. Zudem freut er sich, dass Pfaffenbach mit einer kleinen Ausstellung seiner Bilder in der KRS präsent ist, um den Schülern auch am „Objekt selbst“ seine Arbeit zu erläutern. Dementsprechend auch die Resonanz der in der KRS-Mensa versammelten Oberstufenschüler, die dem Reuters-Fotografen am Ende richtige Löcher in den Bauch fragen.
Man spürt mit jedem Satz, dass Pfaffenbach ein Fotograf aus Passion ist. Sein Antrieb, sich freiwillig für Fotoreportagen über die Kriegsgebiete wie den Irak, Afghanistan oder jetzt aktuell Syrien zu melden, liege in seinem Bedürfnis, das Leben dort zu dokumentieren. „Ich muss dabei die Objektivität wahren. Wenn ich etwa über das Flüchtlingsdrama berichte, dann biete ich immer zwei Grundmotive an: Das weinende und das lachende Auge. Da ist das Kind, das sich riesig über einen geschenkten Teddybär freut, da ist die Mutter, die weinend ihre Familie sucht, die sich auf der Flucht verloren hat. Alles hat seine zwei Seiten, das muss ich bei meiner Arbeit immer berücksichtigen“, erläutert Pfaffenbach. Seine Bilder sollen der Welt ungefiltert vor Augen führen, wie diese Menschen in Kriegs- oder Krisengebieten ihr Alltagsleben meistern müssen. „Offenheit baut Vorurteile ab“, so Pfaffenbach, der gerne in der ersten Reihe des Weltgeschehens steht, es dabei in Kauf nimmt, in Wüstensandlöchern sich den Schlafsack mit Skorpionen zu teilen oder mit Gasmaske und schusssicherer Weste als „embedded journalist“ Soldaten bei ihrem Einsatz zu begleiten. Er ist ein Mann, der in gottverlassenen Gegenden über die dramatischen Auswirkungen eines Erdbebens berichtet, ohne im Moment zu wissen, wie er jemals wieder nach Hause kommen soll.

Angefangen hatte seine Karriere als Fotograf eher „unfreiwillig“: Als freier Mitarbeiter für die Lokal-Presse unterwegs wurde er von den Redaktionen auch angefragt, ob er denn nicht Bilder zu seinen Berichten anfertigen könne – gefragt, getan. Als Autodidakt erweiterte er stets seine fotografischen Kenntnisse, bald wurde die überregionale Presse auf ihn aufmerksam bis er schließlich seinen Dienst bei Reuters aufnahm. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat Pfaffenbach eine Vielzahl an Preisen und Auszeichnungen für sein presse-fotographisches Wirken einheimsen können, darunter unter anderem den „Oscar“ für Fotografen für seinen Schnappschuss vom WM-Siegestor der deutschen Nationalmannschaft durch Mario Götze bei der Fußball-WM in Brasilien.


Überhaupt der Sport: Er ist sein großes Steckenpferd, hat er schließlich mit der Sportberichterstattung den Olymp der Presse-Fotografen erklommen. „Sportliche Ereignisse fotografiere ich am liebsten“, gesteht der Familienvater, dessen Arbeit ein regelmäßiges Familienleben nicht zulässt. Zwischen vier bis sechs Monate ist Pfaffenbach nicht zu Hause. Umso mehr genießt er es, seine freie Zeit mit seiner Tochter und seiner Frau unbeschwert verbringen zu können. „Denn meine Arbeit in Kriegsgebieten ist emotional hoch belastend. Meine Kamera dient mir dabei als eine Art ‚Schutzschild‘. Das brauche ich auch, sonst dreht man irgendwann durch“, räumt der Reuters-Fotograf ein. Und weiter: „Ich muss bei der Arbeit ‚cool‘ bleiben, darf aber emotional nicht abstumpfen, auch wenn ich oftmals den Tod unmittelbar vor Augen habe. Daher habe ich eher Angst vor den durch meine Bilder ausgelösten Emotionen als Angst davor, durch eine Kugel zu sterben“.
„Meine Bilder dürfen nicht pauschalisieren“: Wichtig sei ihm, immer objektiv zu berichten, denn man müsse sich immer wieder auch vor Augen führen, welche Macht das einzelne Bild, dass der Zeitungsleser auf der Titelseite sieht, haben kann. Es kann durchaus auch ein verfälschtes Bild von einem Ereignis vermitteln, sei der Zeitungsleser ja nicht vor Ort gewesen und könne damit die Gesamtsituation auch nicht überschauen. „Mir ist aber auch klar, dass ich mit meinen Bildern nicht die Welt retten kann. Aber ich kann die Welt damit ein bisschen wachrütteln, kann die Welt auf Missstände aufmerksam machen – das ist mir an meiner Arbeit wichtig. Deshalb biete ich auch  ‚unangenehme‘ Bilder an, natürlich unter Berücksichtigung der ethischen Codices“, so Pfaffenbach abschließend.   



 

Mit Götzes Siegtreffer den „Oscar“ geholt

Reuters-Fotograf Kai Pfaffenbach berichtet über seine Arbeit

Am 13. Juli 2014 geht ein kollektiver Jubelschrei quer durch die Republik: Mario Götze schießt Deutschland gegen Argentinien mit einem sehenswerten Tor im Maracana-Stadion zum Weltmeistertitel. Neben vielen Fotografen aus aller Welt ist auch der Großauheimer Fotograf Kai Pfaffenbach im Stadion und hält die Szenerie, die sich im argentinischen Strafraum abspielt, mit der gleichen Zielsicherheit fest, mit der Götze die Kugel ins gegnerische Tor knallt. Kai Pfaffenbach wird für dieses Foto später mit dem „Oscar“ der Fotografen in der Rubrik „Sportfoto des Jahres“ von seinem Arbeitgeber ausgezeichnet. Pfaffenbach ist für die renommierte Nachrichtenagentur „Reuters“ weltweit im Einsatz und wurde nicht zum ersten Mal mit Preisen für seine fotografischen Werke ausgezeichnet.

Pfaffenbach, der seine berufliche Karriere als freier Sportfotograf für den „Hanauer Anzeiger“ startete, ist mittlerweile in allen Sportstadien der Welt für Reuters tätig. So diente auch ein Foto von ihm als Beweis für einen Goldmedaillen-Sieg: Kugelstoßer David Storl musste bei der Leichtathletik-WM in Moskau zittern, ehe die Kampfrichter seinen entscheidenden Versuch gelten lassen. Die Beweisfotos lieferte Kai Pfaffenbach.

Aber nicht nur die große Welt des Sports hat sich Pfaffenbach auf die Fahnen geschrieben: Er arbeitet als „embattled“ Fotograf in den Krisen- und Kriegsgebieten dieser Erde. Nahezu legendär sein Einsatz im syrischen Kobane, wo er wochenlang die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und dem IS festhielt. Dabei entstanden nicht nur Bilder von grausamer Intensität, sondern auch anrührende, menschliche Bilder, die er in den Flüchtlingslagern schoss. So war er auch im Irak-Krieg für Reuters im Einsatz, bereiste zudem zahlreiche Katastrophengebiete. Das sind alles Einsätze, die den Großauheimer nicht kalt lassen. Oftmals hat er über seine persönlichen Erlebnisse und Gefühle bei diesen Aufträgen im HA berichtet.

Pfaffenbach wird nun exklusiv für die Schüler und die Eltern der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) über seine Arbeit als Sport- und Kriegsberichterstatter berichten. Am Mittwoch, 25. November, wird er in der KRS-Mensa von 10 bis 12 Uhr den KRS-Oberstufenschülern einen tiefen Einblick in seine Arbeit geben, um 19 Uhr dann den KRS-Eltern. „Ich finde es einfach toll, dass Kai Pfaffenbach sich die Zeit nimmt, um der Schulgemeinde einen Einblick in sein aufregendes Wirken zu geben“, freut sich KRS-Direktor Jürgen Scheuermann über das Kommen von Pfaffenbach.
 

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Uni-Luft geschnuppert

Fünftklässler der Karl-Rehbein-Schule besuchen „Kinderuni“ der Goethe-Universität

Hanau, 4. Oktober 2015

Fahrrad-Räder drehen sich – aber wie das genau physikalisch zu erklären ist, lernten nun interessierte Fünftkässler der Karl-Rehbein-Schule auf der „Kinderuni“ der Goethe-Iniversität Frankfurt. Foto: Privat

Mit einem breiten Angebot zu verschiedenen Themen fand nun die 13. „Kinderuni“ der Goethe-Universität Frankfurt statt. Darunter „Wie aus kleinen Leuten große Leute werden“, „Iiiiih, wie eklig!“ und „Das Rätsel des Lichts“. Gleich am ersten Tag statteten interessierte Schüler der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) aus der Klassenstufe fünf der Kinderuni einen Besuch ab.

Zunächst ging es mit dem Zug und der U-Bahn in das Hörsaalzentrum auf dem imposanten Campus Westend. Im Hörsaalzentrum warteten verschiedene Experimente zum Mitmachen und Mitdenken auf die Besucher. Darunter ein Experiment zum Druck von Flüssigkeiten und Gasen, bei dem jede Menge geschüttelt werden musste. Außerdem wurden die Bewegung eines Fahrradreifens und die Vervielfachung eines Geldstückes durch optische Effekte betrachtet. Nach dem Experimentieren startete der eigentliche Höhepunkt der Kinderuni - eine Vorlesung im großen Hörsaal. 

Unter dem Titel „Wirksame Waffen gegen gefährliche Erreger“ informierte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Goethe-Universität die kleinen Gäste über die Formen von Krankheitserregern, die Entdeckung von Antibiotika und die Problematik der Antibiotika-Resistenz. Während der Vorlesung musste ordentlich mitgearbeitet werden. Schubert-Zsilavecz stellte häufig Fragen, die von den Zuhörern mit Mikrofon beantwortet werden mussten. Darüber hinaus war ein Fragebogen zu den wesentlichen Vorlesungsinhalten auszufüllen. Nach einer Stunde Vortrag war der Schnupperkurs an der Universität vorbei und die Rehbeiner traten, mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck, die Rückreise nach Hanau an.



 


Rehbeiner werden zu Code-Knackern

Ein Hauch von „James Bond“ an der KRS: Professor Arno Wacker hält Seminar „Kryptologie“

Hanau, 12.05.2015

Entschlüsselungs-Experten unter sich: Professor Arno Wacker (Mitte) informierte Schüler des Mathe-Leistungskurses der KRS über die Kryptologie, der Wissenschaft der Ver- und Entschlüsselung von Informationen. Foto: Privat

Hohen Besuch konnte die Karl-Rehbein-Schule (KRS), die jetzt ihr 175-jähriges Jubiläum feiert,  kürzlich begrüßen: Professor Arno Wacker, Leiter des Fachgebiets „Angewandte Informationssicherheit“ an der Universität Kassel, veranstaltete mit insgesamt 60 Schülern aus den Mathematik-Leistungskursen der Qualifikationsphase sein Seminar „Schülerkrpyto“. Inhalt des Seminars war eine Einführung in die Kryptologie, also der Wissenschaft der Ver- und Entschlüsselung von Informationen.
„Es ist uns Ehre und Freude zugleich, mit Professor Wacker einen Gast begrüßen zu können, der direkt von der Universität kommend unseren mathematisch interessierten Schülerinnen und Schülern zeigt, wie sie nach ihrem Abitur diesen Weg konkret weiterverfolgen können.“, so Schulleiter Jürgen Scheuermann, der einst selbst Mathematik studierte. „Während des Seminars wurde ein Bogen gespannt von antiken Verschlüsselungsmethoden der alten Griechen und Römer über die Enigma-Verschlüsselungsmaschine aus dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu aktuellen Verschlüsselungen, wie sie zum Beispiel beim Einkauf im Internet verwendet werden.“, erklärt Andreas Bär, Mathematiklehrer an der KRS, der die Veranstaltung organisierte, Wacker konnte als Experte die Historie mit mathematischen Betrachtungen verbinden, was eine spannende Mischung ergab.

Allerdings beschränkte sich das Seminar nicht auf das Dozieren, sondern die Schüler wurden im Rahmen von Übungen am Computer selbst zu Codeknackern. Dabei nutzten die Schüler das Programm CrypTool 2.0, die weltweit am stärksten verbreiteten E-Learning-Software für Kryptographie und Kryptoanalyse. Der Clou dabei: Professor Wacker ist Projektleiter von CrypTool 2.0, so dass die Schüler aus erster Hand Informationen und Tipps zum Programm erhielten.
Im Rahmen der Übungen, in der Schüler in die Rolle eines Agenten schlüpften, um einen Kunstraub mit Hilfe von Entschlüsselungen geheimer Botschaften aufzuklären, gab es zahlreiche Filme und Bücher aus dem Bereich Kryptologie zu gewinnen. Zusätzlich spendierte die Universität Kassel für alle Teilnehmer einen USB-Stick mit zahlreichen Unterlagen, so dass diese über das Seminar hinaus am Thema arbeiten können. Kaum überraschend sorgten diese Geschenke für viele strahlende Gesichter.

„Die Schülerkrypto im Jubiläumsjahr zeigt: Auch mit 175 Jahren ist die Karl-Rehbein-Schule auf der Höhe der Zeit.“, so Christiane Alsheimer, Fachbereichsleiterin an der KRS, „Wir danken Professor Wacker und der Universität Kassel für ihr Engagement und hoffen, im nächsten Jahr die Veranstaltung wiederholen können.“ Ergänzend zum Seminar „Schülerkrypto“ wird das Thema Kryptologie im Rahmen derr KRS-Projektwoche von Andreas Bär mit einer Schülergruppe vertieft untersucht werden.

 


 

 


 

Wenn aus Schrott wertvoller Rohstoff wird

Vortrag über die Rolle des Recyclings von Umicore-Vorstandsvorsitzenden Dr. Jörg Beuers in der KRS 

Hanau, 01. Juni 2013

Umicore-Vorstandvorsitzender Dr. Jörg Beuers (Hintergrund) erläutert einer interessierten Zuhörerschaft in der Mensa der Karl-Rehbein-Schule (KRS) im Rahmen der KRS-Kolloquiums-Reihe die Notwendigkeit des Recycelns von Metallen und anderen Wertstoffen. Fotos: Pick

Die anschauliche Geschichte der kleinen Raupe „Nimmersatt“ entspricht ungefähr auch dem Energie- und Rohstoffhunger des Menschen: Er ist immens groß. Das Problem dabei: Die Rohstoff-Vorkommen sind begrenzt auf unserem Planeten, ihre Gewinnung erweist sich als zunehmend  schwieriger und damit auch kostspieliger, führt Dr. Jörg Beuers, Vorstandsvorsitzender der in Hanau-Wolfgang beheimateten Umicore AG & Co.KG vor einer interessierten Zuhörerschaft in der Mensa der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) aus.

Innerhalb der von dem stellvertretenden KRS-Direktor Robert Schnabel im Jahr 2001 ins Leben gerufenen wissenschaftlichen Kolloquiums-Reihe sprach Beuers über das Thema „Wie viel Gold steckt in meinem Handy? – Recycling von Edel- und Sondermetallen“. Weil eben die Gewinnung der Rohstoffe und damit die Rohstoffe selbst zum Bau von Handys, Katalysatoren, Solarzellen, oder wiederaufladbare Batterien selten und dementsprechend auch teuer sind, empfiehlt es sich, diese zu recyceln und nach Lösungen zu suchen, diese recycelten Metalle optimal in neuen Produkten einzusetzen. Der in Belgien beheimatete Konzern Umicore hat sich der Rückführung von Wertstoffen aus Schrott und Abfällen verschrieben.

Rund vier Prozent der weltweiten Förderung von Gold und Silber wandern in die Herstellung von Handys und Computern, führt Beuers aus. Weiter, so Beuers, sind weltweit etwa eine Milliarde Kraftfahrzeuge unterwegs. In Rohstoffen ausgedrückt fahren somit „Materiallawinen“ im Gewicht von 100 000 Tonnen Stahl, 1900 Tonnen Kupfer und 120 Tonnen Platin über die Straßen dieser Welt. Damit rollen alleine 65 Prozent der weltweit jährlichen Platingewinnung alleine nur in Fahrzeugen quer über den Globus. In den vergangenen 30 Jahren habe 80 Prozent der Gewinnung von seltenen Metallen wie etwa Platin, Gold, Silber, Kupfer oder „Seltene Erden“ stattgefunden. Rund 85 Prozent dieses extrem seltenen Metalls, das beispielsweise zur Herstellung von Handys oder Computern unabdingbar sei, werde in China gewonnen.

Umso höher sei die Bedeutung des  Recyclings einzuschätzen, garantiere das den langfristigen Zugang zu Rohstoffen. Denn unabhängig von Umweltfaktoren und –einflüssen könnten somit auch etwa hohe Preisschwankungen für Rohstoffe auf dem Weltmarkt abgemildert und geopolitische Abhängigkeiten vermieden werden. Die Rückgewinnung von Edelmetallen aus „Schrott“ sei immerhin rund 40 Mal rentabler als der originäre Abbau aus Minen.  Auch Kleinvieh macht Mist: In einem Handy seien wertvolle Metalle im Wert eines Euros enthalten, so Beuers. Allerdings kämen von weltweit 100 000 Tonnen Handys nur rund 5000 Tonnen zurück in den Wertstoff-Kreislauf, der Rest verschwinde aus Nimmer-Wiedersehen. Generell finde sich im Elektronikschrott das gesamte Periodensystem wieder. Von daher ist es unabdingbar, so Beuers, dass viel mehr als bisher gesammelt und dementsprechend fachgerecht recycelt wird. Hier sei vor allem der Gesetzgeber gefordert, finde „unliebsamer“ Problem-Schrott in dubiosen Exporten seinen Weg auf afrikanische Müllhalden. „Die Förderung von Recyceln muss mehr als bisher durch die Gesetzgebung unterstützt werden“, fordert Beuers.

Nicht umsonst werde Umicore in der Liste der weltweit 100 nachhaltigsten Unternehmen auf Platz eins geführt, „das Bekenntnis zur Qualität und zum Schutz von Mensch und Umwelt ist integraler Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns“, wirbt Beuers zugleich auch für die Grundphilosophie des Unternehmens, das jungen Menschen einen höchst abwechslungsreichen, kreativen als auch sehr sozialverträglichen Arbeitsplatz bieten könne. „Der wertvollste Rohstoff überhaupt kommt nicht aus dem Erdboden, sondern aus den Köpfen unsere Beschäftigten“, so  Beuers. KRS-Direktor Jürgen Scheuermann nimmt diese Worte gerne auf, „bilden wir an der KRS nicht nur für die Elfenbeintürme der Wissenschaften aus, sondern eben auch für Unternehmen wie Umicore“, ist sich Scheuermann sicher. So war eben nicht nur der wissenschaftliche Aspekt des Vortrages für die KRS-Schüler von Interesse. Sonja Schadt, Personalreferentin bei Umicore, stellte  mit einem Team von jungen und sympathischen Mitarbeiten die Berufschancen für Absolventen  der KRS vor. Interessante Einblicke in die Berufswelt gab es im Anschluss von einer ehemaligen Rehbein-Schülerin, die ihre Eindrücke und die Möglichkeiten des Unternehmens kompetent veranschaulichte.                 

 


 

 

Dunkle Energie und Galaxien auf der Flucht

2011

Hochkarätig besetzter Vortrag in der Karl-Rehbein-Schule: Physiker Hanns Ruder entführt seine Zuhörer in die Weiten des Kosmos

„Wir wissen, dass wir eigentlich nichts wissen“: Diese ehrliche wie auch entwaffnende Erkenntnis kommt am Ende eines spannenden Vortrags aus einem berufenen Munde. Professor Hanns Ruder, seines Zeichen Astrophysiker aus Tübingen, führte zuvor über 200 Zuhörer im Congress Park Hanau (CPH) in entfernte Welten und Galaxien, weitab der menschlichen Vorstellungskraft.

Ruder war auf Einladung der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) und mit Unterstützung des Lions Club Hanau in die Brüder-Grimm-Stadt gekommen, um im Rahmen des KRS-Kolloquiums „ Dunkle Materie, dunkle Energie, finstere Gedanken - moderne Entwicklungen in der Kosmologie“ über den neuesten Forschungsstand rund um das Universum zu informieren. KRS-Direktor Jürgen Scheuermann zeigte sich denn auch besonders stolz, einen derart hochkarätigen Wissenschaftler an der KRS begrüßen zu können. Denn Ruder ist ein vielbeschäftigter als auch vielgefragter Mann, ist er derzeit an der Realisierung eines astronomischen Großprojektes in der Nähe von Mekka involviert. Auch Lions-Präsident Bernd Richter hob in seiner Begrüßung die „gute Kooperation zwischen KRS und Lions hervor“, biete sich hier die Möglichkeit, die Naturwissenschaften an Schulen nachhaltig zu fördern – insbesondere dann, wenn man einen so profunden Kenner der Materie wie Hanns Ruder habe gewinnen können.

Das „Unfassbare fassbar machen“, baute der stellvertretende KRS-Schulleiter Robert Schnabel eine Brücke hin zum sich anschließenden Vortrag von Hanns Ruder, der seine Zuhörer mit einem enormen Wissensschatz aber auch Charme und Witz über eineinhalb Stunden in das Reich der Kosmologie entführte. So bewegt die Menschen schon immer die Frage, wie viele Sternlein da am Himmel stehen, wobei Ruder seine Zuhörer gleich zu Beginn darüber aufklärt, dass Sterne eben nicht stehen, sondern in ständiger Bewegung, oder besser, auf der Flucht seien. Herausgefunden hat das der Forscher Edwin Hubble, der bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Galaxien mittels großer Teleskope systematisch beobachtet hat. Herausgekommen ist dabei die „Hubble-Konstante“, die das Fluchtverhalten der Galaxien bestimmt : je weiter von uns entfernt, desto schneller bewegen sie sich von uns fort. Rückwärts gerechnet kommt man auf den „Urknall“, einen Zustand extrem hoher Dichte und Temperatur im ursprünglich sehr kleinen Universum. Noch heute seien wir bei der Beobachtung der sogenannten Drei-Kelvin-Strahlung, dem Nachleuchten des Urknalls, Zeuge dieses gewaltigen Prozesses.

Der Urknall fand jedenfalls vor rund 13,7 Milliarden Jahren statt. Durch Messungen mit Hilfe des Hubble-Space-Teleskops lässt sich dieser Zeit-Wert mittlerweile ziemlich genau bestimmen, ebenso die ungefähre Größe des Universums. Aber, so räumt der Professor ein, von 96 Prozent der gesamten Materie, die uns umgibt, „wissen wir ziemlich genau, dass wir nichts wissen. Alles ist in sich konsistent, wir verstehen es bloß nicht“, bedauert Ruder. Die sichtbare Materie in Form von leuchtenden Sternen mache tatsächlich nur vier Prozent aus, der große Rest seien so genannte dunkle Materie und dunkle Energie, fernab unserer Vorstellungskraft und fernab aller dem Menschen bisher bekannten naturwissenschaftlichen Gesetze. „Wir wissen nur, dass das Universum in einer rasenden Geschwindigkeit expandiert, auch während dieser Stunde meines Vortrages“. Und während Hanns Ruder eben noch begeisternd und mitreißend von Weißen Zwergen, Schwarzen Löchern und wabernden Materienhaufen in Verbindung mit Einsteins Relativitätstheorie schwärmt, räumt er leicht philosophierend ein, dass hinter dem scheinbar wohldurchdachten Chaos eine höhere Macht stehen könnte. Ebenso sei es sehr wahrscheinlich, dass in einer der abertausenden Galaxien und selbst in der „nahe liegenden“ Milchstraße Planeten existieren können, die zumindest Wasser besitzen und damit Grundlagen für Lebensformen haben. „Man müsste nur mal mit denen da draußen reden können“, wünscht sich der Astrophysiker. Aber das, so schließt Ruder, könne die intelligente Jugend erledigen. Die profunden Nachfragen der Rehbein-Schüler stimmten ihn optimistisch, dass der Nachwuchs weitere Rätsel des Kosmos entziffern werde. „Der Jugend bliebe noch genügend Zeit, die unerforschten 96 Prozent des Universums auf den Kopf zu stellen“, hofft Ruder, der für seinen spannenden Vortrag mit reichlich irdischem Applaus bedacht wurde.

Hanns Ruder, Professor für theoretische Astrophysik, konnte im CPH im Rahmen des 13. KRS-Kolloquiums mit einem spannenden wie pointierten Vortrag ein sehr interessiertes Publikum in unbekannte Weiten des Universums entführen.


Nie wieder Fenster putzen

04.02.10

„Der Natur aufs Maul geschaut“: Rehbein-Schüler erleben im CPH spannenden Vortrag zum Thema Bionik

Hanau. Spinnenfäden, die reißfester sind als Stahlfäden, Pflanzenblätter, die sich selbst reinigen, mit dem Geckofuß-Prinzip an Zimmer-Decken spazieren gehen können: In der Natur finden sich zahlreiche Vorbilder, die dem Menschen das Leben unter Umständen leichter machen können. „Bionik“ heißt das Zauberwort. Bionik ist ein interdisziplinärer Forschungsbereich, in dem vor allem Naturwissenschaftler und Ingenieure als auch Architekten, Philosophen und Designer Hand in Hand arbeiten. „Der Natur aufs Maul geschaut – oder wo die Technik noch etwas lernen kann“ lautete daher auch der Titel eines Kolloquium-Vortrages, zu dem einmal die Wetterauische Gesellschaft und die Karl-Rehbein-Schule (KRS) in den Congress Park Hanau (CPH) zu frühen Morgenstunde eingeladen hatte. Neben Schülern der KRS der Jahrgangsstufen neun, zehn, elf und dreizehn waren auch Schüler der Otto-Hahn-Schule zu Gast, um in einem spannenden wie informativen Vortrag von Dr. Torsten Rossmann vom Biotechnik-Zentrum Darmstadt (TU Darmstadt) eben der „Natur aufs Maul zu schauen“.

Rossmann entführte die Schüler dabei in tiefe Unterwasser- welten, in Schwindel erregende Höhen und in das komplexe Reich der Botanik. „Bionik ist ein Werkzeug, keine Weltgesund- heitsformel“, will der Darm- städter Wissenschaftler gleich zu Beginn seines Vortrages festgestellt wissen, aber „ohne die Erkenntnisse aus der Biotechnik wären wir heut noch lange nicht so weit, wie wir es momentan sind“, lobt Rossmann die Forschungsergebnisse der Bionik. „Auch in der Natur läuft nicht immer alles 100-prozentig ab. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass die Natur Milliarden von Jahren Zeit hatte, die besten Lösungen durch Ausprobieren zu finden. Was uns die Natur heute als Lösungsmöglichkeiten präsentiert, resultiert aus einem langwierigen Evolutionsprozess“, klärt der Forscher die interessierten Schüler auf.

Und in der Tat: Welche Hausfrau träumt nicht davon, nie wieder Fenster putzen zu müssen. Die Lotusblume macht es uns vor: Die Oberflächenstruktur ihrer Blätter ist so konstruiert, dass Wassertropfgen nicht nur schlierenfrei abperlen, sondern bei dieser Gelegenheit gleich auch noch die gesamten Schmutzpartikelchen auf dem Blatt mit abräumen. Die Forscher sprechen so auch vom „Lotus-Effekt“, der eine Entwicklungszeit von 20 Jahren hinter sich hat und ein enormes Wasser-Sparpotenzial in sich birgt. „Allerdings können wir bisher noch nicht so große Flächen von dem Oberflächen-Material herstellen, aber das wird kommen“, ist sich Rossmann sicher.

Darüber hinaus liefert die Natur aber weitere wichtige Erkenntnisse gerade in Bezug auf sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. So können wir von Haien lernen, wie man sich in der Schifffahrt effizienter fortbewegen kann. Oder Korallen-Kaiserfische zeigen uns, wie man im Automobilbau optimal Platz nutzen kann bei gleichzeitiger Optimierung des spritfressenden Luftwiderstandes. Baupläne von Pflanzen zeigen auf, wie man größte Stabilität bei gleichzeitiger Einsparung von Material erreichen kann. Leichtbau heißt hier das Stichwort. „Jedes eingesparte Gramm an Eisen und Stahl bedeutet für Firmen bares Geld. Von daher ist für viele namhafte Wirtschaftsunternehmen die Forschungsdisziplin Bionik hochinteressant. Manche unterhalten in dieser Disziplin eigene Forschungsabteilungen oder unterstützen und Wissenschaftler bei der Suche nach Lösungen“, klärt Rossmann weiter auf. Solche Entwicklungen sind auch im medizinischen Bereich, denkt man etwa an die Konstruktion künstlicher Gelenke, äußerst hilfreich.

Kleine Roboterhunde spielen gegeneinander Fußball: Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz gibt es Dank Bionik bereits große Fortschritte. In rund 50 Jahren, so orakelt Rossmann, werden künstliche von Menschen erschaffene „Maschinen“ gegen ihre Erfinder Fußball spielen können – und zudem in der Lage sein, den amtierenden Fußballweltmeister zu schlagen. Mag dem einen oder anderen bei derartigen Aussichten ein kalter Schauer über den Rücken laufen, so räumt Rossmann am Ende seines eineinhalbstündigen Vortrages ein, dass die Natur den vom Menschen erdachten technischen Produkten noch immer um Meilen voraus ist.

Referent Dr. Torsten Rossmann von der TU Darmstadt entführte die Schüler der Otto-Hahn-Schule und der Karl-Rehbein-Schule in das faszinierende Reich der Tier- und Pflanzenwelt, die für viele technische Entwicklungen als Vorbild fungieren kann. Fotos: Privat


Mathematik macht glücklich -
Professor Beutelspacher fasziniert im CPH

20.08.2008

Das Jahr 2008 steht ganz im Zeichen der Mathematik. Der Karl-Rehbein-Schule ist es gelungen, für die zehnte Veranstaltung ihrer Kolloquiumsreihe zu diesem Anlass einen der bekanntesten Mathematiker Deutschlands zu gewinnen. Schulleiter Jürgen Scheuermann konnte am Mittwoch, 20.8.08 im CPH keinen Geringeren als Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, den Initiator und Begründer des weltweit ersten Mathematikmuseums, des Mathematikums in Gießen, willkommen heißen.

„Faszination Mathematik“ war der Titel seines gut einstündigen Vortrags, und dieser übertraf noch die hohen Erwartungen der weit über zweihundert Zuhörer. Der vorbereitete Beamer wurde nicht benötigt, stattdessen begeisterte Prof. Beutelspacher sein Publikum mit Live – Experimenten. Mühelos entstanden in seinen Händen aus DinA4 – Blättern ausschließlich durch Falten gleichseitige Dreiecke, regelmäßige fünfzackige Sterne, aber auch räumliche regelmäßige Gebilde wie Tetraeder (der dem „Tetra-Pack“ als Vorbild dient) und Dekaeder, ein fußballähnlicher Körper aus 12 Fünfecken. Doch es wurde nicht nur gebastelt, vielmehr verstand es Prof. Beutelspacher, die dahinter liegenden mathematischen Sachverhalte im historischen Kontext aufzuzeigen. Angefangen von der ersten Vorhersage einer Sonnen-finsternis im 6. Jh. v. Chr., der Geburtstunde der Mathematik, ließ er mathematische „High-lights“ vorüberziehen, etwa die für damalige Zeit erschreckende Erkenntnis der pythagoreischen Schule, dass es Zahlen gibt, die nicht als Bruch dargestellt werden können. Die Streckenverhältnisse im regelmäßigen Fünfstern, der auch auf der Europafahne zu finden ist, waren es, die die Gelehrten irritierten und auf die irrationalen Zahlen stoßen ließ. Das Paradoxon von Zeno, nach dem ein schnellerer Läufer niemals einen langsameren Läufer, der mit einem Vorsprung startet, einholen kann, wurde ebenso gestreift wie die geniale Bestimmung des Erdumfangs nach Eratostenes im alten Ägypten.

Und dann schlug Prof. Beutelspacher die Brücke zur Neuzeit, etwa beim Experimen-tieren mit dem Möbius-Band, jenem verdrillt verklebten Papierstreifen, der weder Außen – noch Innen-seite, weder obere oder untere Kante hat. Applaus kam auf, als er zwei senkrecht zu-einander verklebte Möbiusbänder in der Mitte aufschnitt und sich – was keiner im Saal vor-hersehen konnte – zwei ineinander verschlungene Herzen ergaben. „Mathematik ist Gedankenakrobatik“, so die zentrale Aussage von Prof. Beutelspacher. Er weckte Lust auf „mehr“, auch auf weitere Besuche des Mathematikums in Gießen, das, wie Schulleiter Scheuermann betonte, bereits jetzt zum festen Besuchskanon der Karl-Rehbein-Schule gehört.


Können Bilder lügen ?

06.02.2007

 

Rehbein – Kolloquium zu brisantem Thema

 

 

 


Aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Themen aufzugreifen und der Schulgemeinde und der interessierten Hanauer Öffentlichkeit zu präsentieren – das ist die Intention der Kolloquiumsreihe der Karl-Rehbein-Schule, die mittlerweile fünfjähriges Jubiläum feiert. Und auch der letzte Vortrag dieser Reihe wurde am vergangenen Dienstag diesem Anspruch voll und ganz gerecht. Vor voll besetzten Reihen referierte Prof. Dr. Krömker, Dekan des Fachbereichs Mathematik und Informatik der Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, zum Thema „Können Bilder lügen (?)“. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Jürgen Scheuermann und die Einführung durch den Fachsprecher des Informatik – Fachbereiches der Karl-Rehbein-Schule, Herbert Bahr, der auf die stürmische Entwicklung der graphischen Datenverarbeitung hinwies, gelang es Prof. Krömker sehr schnell, diejenigen Zuhörer und Zuschauer, die noch an die Objektivität der Bilder glaubten, zu verunsichern. Anhand von eindrucksvollem Bildmaterial zeigte Prof. Krömker auf, dass die Wahrnehmung durch uns Menschen alles andere als objektiv ist, und ergänzte: „Bilder sind schneller als Gedanken“. Dabei gelänge es nicht, gleichzeitig mehr als Bild zu sehen. Eindrucksvoll auch der Beweis für die „inattentional blindness“, also die Überforderung des Menschen, mehrere Dinge simultan aufzunehmen. In seiner vorgeführten Videosequenz, in der sich eine Basketballmannschaft zwei Bälle gegenseitig zuspielten, übersahen die allermeisten Zuschauer, denen aufgetragen worden war, die Anzahl der Ballwechsel zu ermitteln, dass zwischendurch eine als Affe gekleidete Person unbehelligt durch das Spielfeld spazierte und sich sogar auf die Brust trommelte. So überraschte das Statement von Prof. Krömker „Bilder lügen immer“ kaum noch. Besondere Brisanz erhalte dies, wenn, wie der Referent ausführte, Bilder zu Waffen würden, was systematisch von den Diktatoren Hitler und Stalin ausgenutzt worden sei, beispielsweise wenn unliebsame Personen aus Bildern wegretuschiert wurden. Schon damals habe das aus heutigen Tagen stammende Zitat von Bill Gates „Wer die Bilder beherrscht, der beherrscht die Köpfe“ Gültigkeit besessen. Prof. Krömker verblüffte seine Zuhörer mit der Aussage, dass es heute keinen großen Kino- oder Fernsehfilm mehr gebe, der nicht im Computer nachbearbeitet worden sei. Dies treffe natürlich erst recht für die ideal geformten Gesichter und Figuren der Frauen und Männer auf den Titelseiten der Zeitschriften zu, was für viele Jugendliche in der Pubertät, die sich damit messen, zu einem großen Problem werden könne. Mittlerweile sei es sogar gelungen, Bilder zu erzeugen, die ohne reale Bildvorlage nur im Computer generiert werden. „Vor 10 Jahren“, so konnte Prof. Krömker berichten, „wirkten diese Gesichter noch sehr puppenhaft, doch in den letzten drei Jahren wurden durch die Anwendung polygonaler Geometrieansätze große Fortschritte gemacht.“ Ein großes Problem sei die Darstellung der Haut des Menschen und deren hochkomplexe Wechselwirkung mit Licht. Es gehört nicht viel Fantasie dazu zu vermuten, dass die computererzeugte Echtheit der Darstellung der Haut, der Haare und der Mimik in der nahen Zukunft weiter perfektioniert werden wird. Am Ende seines Vortrages ging Prof. Krömker noch auf einige Details des Informatikstudiums ein und machte den zahlreich erschienenen Oberstufenschülern Mut, sich dieses nicht ganz einfache Studium zuzutrauen. Jürgen Scheuermann bedankte sich bei Prof. Krömker herzlich für die guten Kontakte der Karl-Rehbein-Schule zur Universität Frankfurt und für seinen interessanten Vortrag über ein interdisziplinäres Fachgebiet, das an der Schnittstelle Kunst, Ästhetik, Mathematik, Informatik und Gesellschaftswissenschaften angesiedelt sei.
 


Karl-Rehbein-Schule (C) 2017
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