Ein Klangfest für Ohr und Auge

Meisjes, Zahnärzte und Fürsten: Karl-Rehbein-Musiker gestalten fulminantes Sommerkonzert von Klassik bis Rock

Hanau, 29.06.17

Nicht umsonst trägt die Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) den vom Land Hessen verliehenen Titel „Schule mit Schwerpunkt Musik“. Wer nunmehr die traditionellen Sommerkonzerte der KRS im jeweils ausverkauften Congress Park Hanau besucht hatte, der bekam auch ein beredtes Zeugnis abgeliefert, warum das so ist. Nahezu 300 Schülerinnen und Schüler bereiteten ihrem am Ende hell auf begeisterten Publikum einen Augen- und Ohrenschmaus der absoluten Extraklasse, eingebettet in einer ausgewogenen Programm-Mixtur aus Klassik, Jazz, Rock und Pop.

„Das hätte ich so in dieser Qualität nicht erwartet – das findet man hier an keiner Schule“, so die Stimme eines Elternpaares, das zum ersten Mal zu Gast beim KRS-Sommerkonzert weilte. Und dieser Satz mag durchaus stellvertretend für die immer wieder zu bewundernde Leistung stehen, die die Schülerinnen und Schüler der KRS trotz Schulstresses abrufen können. Denn die ausgewählte Konzert-Literatur steht der eines von professionellen Künstlern gestaltetem Konzert in nichts nach. Werke von Aaron Copland, George Gershwin, Albert Lortzing, Alexander Borodin, Stevie Wonder oder Ralph Vaughan Williams finden sich auf dem Programm wieder – das muss erst mal gestemmt werden.

Die jungen Musiker und Sänger auf der Bühne jedenfalls meistern die ihnen gestellten musikalischen Aufgaben mit Bravour. Angefangen vom Chor der Klassen fünf und sechs unter Leitung von Jens Weismantel, der zu Beginn mit Coplands „Old American Folksongs“ mit Charme und „tierischem“ Witz ein Lächeln auf die Lippen der Zuhörer zaubert. Und zum grandiosen, fulminanten Finale ertönt die geballte Klangkraft der „Polowetzer Tänze“ aus der Oper „Fürst Igor“ von Borodin. Sowohl mit instrumentatorischer Vehemenz, enormen Intonationsvermögen als auch rhythmischer Omni-Präsenz kann das Sinfonieorchester der KRS unter Leitung von Petra Weiß und der gemischte Chor der Klasse 7 und der Freunde der KRS unter Leitung von Frank Hagelstange diese exotisch wirkende Musik brillant in Szene setzen.

Es gibt aber auch die etwas zärteren Töne zu hören, etwa wenn die KRS-Gitarren-AG „Viel-Saitig“ unter Leitung von Christian Gutgesell vom Kooperationspartner der KRS, der Paul-Hindemith-Musikschule, rhythmisch glasklar gestaltet Phil Collins „Another Day in Paradise“ zupft. Und da das Auge bekanntlich mithört, bietet der Leistungskurs Q2 unter Leitung von Stefan Glück einen nicht ganz ernst zu nehmenden, dennoch tiefen Einblick in die schmerzvoll-sadistsiche Welt des Zahnarztes. Bewaffnet mit Pressluftbohrer und Klempnerzange werden hier den Patienten aus dem „Kleinen Horrorladen“ musikalisch sehr „feinfühlig“ die Zähne gezogen. Damit aber nicht genug: Eine Invasion „dansender Meisjes“ bevölkert alsbald stilecht in Holspantoffeln gekleidet die Bühne zur Musik aus Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“. Der daraus stammende berühmte „Holzschuhtanz“ wird somit nicht nur choreograpisch, sondern auch musikalisch vom KRS-Sinfonieorchester sehr filigran, vor allem im Holz, umgesetzt.

Der international erfolgreiche Bariton Peter Schüler, der 1977 an der KRS sein Abitur abgelegt hat, ist in der Chorszene „Den hohen Herrscher würdig zu empfangen“ aus besagtem „Zar und Zimmermann“ sehr quirlig als Bürgermeister unterwegs. Grandios unterstützt vom großen Chor der KRS kann Schüler mit einer durchdringenden Bühnenpräsenz der Rolle viel Leben einhauchen – da ist am Ende sogar ein Tänzchen mit dem Dirigenten Frank Hagelstange zu erleben.

Weiterer Höhepunkt des Konzertes ist zweifelsfrei der Auftritt der KRS-Big-Band unter Stefan Glück. Ganz cool mit Sonnenbrille ausstaffiert „rocken“ die jungen Instrumentalisten Werke aus der „Blues Brothers-Soul-Revue“ und von Stevie Wonder. Mal richtig knackig im Blech, mal aber auch zart dahinschmelzend präsentiert sich eine insgesamt sehr groovige Big-Band, die auch mit einer äußerst runden Intonation aufwartet. Dem in nichts nach steht die Interpretation von bekannten Werken aus Gershwins Oper „Porgy and Bess“ durch das große Blasorchester der KRS unter Jens Weismantel. Durchtränkt mit stimmigen Soli im Blech und Holz vermag das Blasorchester sich als ein sich stimmiger, wohl abgerundeter Klangkörper zu präsentieren, der die gesamte Bandbreite der Blasinstrumente gut proportioniert abbilden kann – eine Höchstleistung der jungen Musikerinnen und Musiker.

Verabschieden muss sich nunmehr der Musik-Leistungskurs unter Petra Weiß, der zuvor noch eine kleine Kostprobe seines Könnens mit „Free at Last“ gibt – homogen unterstützt mit Harfe, Horn, Cello und Klavier. Mit besagter Jubelmusik aus „Fürst Igor“ setzen die Rehbein-Musiker dann den opulenten Schlusspunkt unter ein Sommer-Konzert, das man sowohl in seiner Programmauswahl, aber insbesondere auch in der Umsetzung durchaus als ein Klangfest für Ohr und Auge bezeichnen darf. Den jungen KRS-Musikern jedenfalls muss man vor solch einer konzentrierten wie glanzvollen Leistung großen Respekt zollen.


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Minimal-Music und Machos

Chor, Big-Band und Ensembles der Karl-Rehbein-Schule präsentieren Frühlingskonzert

Hanau, 10.05.17

Ach, diese Männer – sie sind bedauernswerte Kreaturen der göttlichen Schöpfung. Die Herren finden einfach keine Bewunderung beim weiblichen Geschlecht. Vielleicht noch dann, wenn sie als testosterongeschwängerte Machos und sich vor nichts fürchtende Seemänner mal schnell die Welt retten. Aber selbst der schönste Gigolo wird mitleidig belächelt wenn er im Alter mit Haarverlust zu hadern hat. Die ausgesuchten Preziosen teutonischer Chorliteratur, die anlässlich des Frühlingskonzertes der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) im rappelvollen Schlossgartensaal dargeboten werden, reichen von Fendrichs „Macho, Macho“ über Elvis Presleys „In the ghetto“ bis hin zum fröhlich geschmetterten „Wo sind deine Haare, August“. Das hier beklagte männliche Elend besingt der KRS-Chor unter der Leitung von Frank Hagelstange jedenfalls mit einer hinreißenden Verve eingebunden in gelungener Intonation.

Es werden aber auch weitaus zärtere Töne angeschlagen, einmal mit dem KRS-Blockflötenensemble (Leitung: Gudrun Hildebrandt und Mechthild Sydow) und dem KRS-Gitarrenensemble „Viel-Saitig“ (Leitung: Christian Gutgesell.) Mit dem mehrstimmig gesetzten „Loch Lomond“ aus Irland verzaubern die jungen Flötistinnen die Ohren der Zuhörer genauso, wie etwa die jungen Gitarristen mit einer sehr präzise gezupften „Gavotte en Rondeau“. Hier zeigt sich auch einmal mehr, dass die langjährige Kooperation der KRS mit der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau feine musikalische Früchte hervorbringen kann, was sich eben nicht nur in dem spieltechnischen Vermögen der Schüler, sondern auch über einen regen Zulauf in den Gruppen ausdrückt.    
 
Wurde das Frühlingskonzert furios im rhythmischen Duktus und temperamentvoll im Anschlag von dem Abiturienten Jona Heckmann am Flügel mit Bela Bartoks „Tanz Nr. 6“ aus dessen „Mikrokosmos“ eröffnet, so gab es mit dem siebenminütigen „Echorus“ für zwei Soloviolinen und Streichorchester aus der Feder des US-Komponisten Philip Glass einen klanglich-rhythmischen Kontrapunkt zu erleben. Das Stück, das allgemein dem Genre der „Minimal Music“ zugeordnet wird, besteht aus einfachen Akkorden und Arpeggien, die in kreisenden sich wiederholenden Mustern gespielt werden. Das von Petra Weiß geleitete Streichorchester präsentiert dabei eine sehr konzentrierte Leistung ohne sich von den ständig ablösenden Takt-Wechseln aus der Ruhe bringen zu lassen. Sehr filigran zeichnen die Streicher das in sich fahl wirkende Harmonie-Gerüst nach, abgestuft in einer wohldosierten Dynamik.

Ein Stück wie etwa der 2. Satz aus Reineckes Flötenkonzert in D-Dur, op. 283, in dem jede Stimme einzeln besetzt ist, erfordert von den Ausführenden neben einem guten Gehör natürlich auch das entsprechende technische Spielvermögen. Hier überzeugen die KRS-Musiker der Oberstufe auf der ganzen Linie in einer lebendig ausgeführten Interpretation.

Traditionsgemäß hat im zweiten Teil des Konzertes die KRS-Big-Band unter der Leitung von Stefan Glück das Sagen. In diesem Jahr geht es die rund 25-köpfig starke Bläsertruppe sehr knackig an: So steht Funk an erster Stelle. Rhythmisch sehr prägnant und auf den Punkt gebracht lassen es die jungen Damen und Herren um Stefan Glück richtig krachen und bringen so den Saal rasch zum Kochen. Unterstützt von einer sehr versierten Rhythmusgruppe gelingt es der Big-Band das eine um das andere Mal, ganz geschmeidig zu „grooven“, immer durchtränkt von pointiert gespielten Soli, sei es am Blech, Holz oder Bass. Überraschend das sehr homogene Klanggefüge der Big-Band, die nicht nur rhythmisch, sondern auch in den einzelnen Instrumentengruppen auf hohem Niveau zu agieren weiß. Als einer der Höhepunkte aus dem neuen Repertoire der Big Band sticht das rhythmisch sehr lebendig-treibende „Afrika“ der US-Rockband „Toto“ hervor. Wohl austariert wird die gesamte dynamische Bandbreite dieses Stückes entfaltet, dabei immer ummantelt von einem samtenen Klangteppich der Bläserabteilung. So wundert es auch nicht, dass die Big-Band vom restlos begeisterten Publikum erst nach etlichen Zugaben in den wohlverdienten Feierabend entlassen wird. Den donnernden Schlussapplaus haben sich nach diesem exzellenten Hörgenuss jedenfalls alle KRS-Akteure auf der Bühne redlich verdient.           

Die großen KRS-Sommerkonzerte finden statt am Mittwoch und Donnerstag, 28. und 29. Juni 2017 im Congress-Park-Hanau.


 

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Frühlingskonzert am 05. Mai

  

Am Freitag, dem 5. Mai findet um 19.00 Uhr das Frühlingskonzert der Karl-Rehbein-Schule im Schlossgartensaal der KRS statt. Big Band und Chor der KRS präsentieren das Programm, das sie bei einer Probenwoche in der Rhön nach Ostern erarbeitet haben. Der große KRS-Chor unter der Leitung von Frank Hagelstange bringt eine Songfolge zum Thema „Männer“ zu Gehör, wobei u.a. Elvis Presley und Tim Bendzko zu Wort kommen. Und die Big Band unter der Leitung von Stefan Glück erfreut die Zuhörer mit Titeln wie „Africa“, „Pokerface“ oder „Looked out of heaven“.
Pera Weiß gratuliert mit dem KRS-Streichorchester dem amerikanischen Komponisten Philip Glass, einem der Väter der Minimal music, zum 80. Geburtstag. Mechthild Sydow und Christian Gutgesell stehen für die intensive Zusammenarbeit der KRS mit der Paul-Hindemith-Musikschule. Unter ihrer Leitung stellen sich das Blockflötenensemble und das Gitarrenensemble „Viel-Saitig“ vor. Das Programm wird mit Auftritten von Jona Heckmann und Lilli Lang, herausragenden KRS-Solisten an Klavier und Querflöte, abgerundet.
Der Eintritt für das Konzert ist frei. Es wird um eine Spende für die musikalische Arbeit an der KRS gebeten. Da die Platzkapazität begrenzt ist, wird empfohlen rechtzeitig zu kommen. Der Zugang zum Saal ist über Schlossgarten und Schulhof.

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Musik für die Musik

Karl-Rehbein-Schule Hanau und Paul-Hindemith-Musikschule bieten Benefizkonzert

Hanau, 02.03.2017

Mit einem Konzert als Benefizveranstaltung die musikalische Nachwuchsarbeit fördern – diese Idee hatten unlängst einmal die Gesangspädagogin Gisela Bonhard-Roeder, die die Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (PHM) einst vor über 40 Jahren mitbegründet hat und zum anderen die Musikerfamilie Petra und Jürgen Weiß samt Tochter Sophia, allesamt  Musikpädagogen an der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS). So steigt nun unter dem Motto „Musik für die Musik“ am Sonntag, 19. März um 11 Uhr im Schlossgartensaal der KRS ein Benefizkonzert, an dessen Ende um Spenden für die Unterstützung der musikalischen Arbeit an beiden kooperierenden Schulen gebeten wird.

Gestaltet wird das Konzert von Petra und Jürgen Weiß (Klavier), Sophia Schüller (Cello), Gisela Bonhard-Roeder (Gesang) und den Kulturpreisträgern des Main-Kinzig-Kreises und PHM-Dozenten Yeo-Jin Park (Kavier) und Philipp Mellies (Querflöte). So erwartet die Zuhörer ein abwechslungsreiches Kammermusikprogramm. Zu hören gibt es unter anderem „Vier portugiesische Lieder für Sopran und Klaviertrio“ von Ludwig van Beethoven, weiter Kammermusikwerke von Schumann, Sibelius, von Webern und Martinu. Dazu gesellen sich ein ungarischer Tanz zu vier Händen von Brahms, die Freischütz-Fantasie von sowie der 1. und 2. Satz aus der Hindemith-Sonate für Violoncello solo.

„Wir freuen uns sehr, dass die Kooperation von KRS und PHM im musikalischen Bildungsbereich auch derartige Früchte tragen kann, indem hier die Pädagogen beider Schulen zusammen auf der Bühne stehen und miteinander ein hochwertiges Kammerkonzert auf die Beine stellen“, so beide Schulleiter Jürgen Scheuermann (KRS) und Jörn Pick (KRS). Der Zugang zum Schlossgartensaal der KRS erfolgt über den Schlosspark.
 
 


Harfenklang und Engelsgesang

Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule stimmen auf Weihnachten ein


Was die rund 300 Musiker des Hanauer Gymnasiums mit Schwerpunkt Musik in ihren diesjährigen traditionellen Weihnachtskonzerten einem begeisterten Publikum boten, war wieder vom Allerfeinsten.  Den Leitern aller musikalischen Arbeitsgemeinschaften, den  Chor- und Orchestergruppen, sowie der Big Band, dem Flötenensemble und den Solisten, dankte Schulleiter Jürgen Scheuermann schon während seiner feierlichen Begrüßungsrede auf das Herzlichste für deren großes Engagement  und künstlerische Professionalität.  Als nach dem Glockengeläut in der voll besetzten Marienkirche der klanggewaltige Chor ab Klasse 7 unter der Leitung von Frank Hagelstange mit dem äußerst ausdrucksstarken „Vater Unser“ des tschechischen Komponisten Leos Janácek das Konzert eröffnete, begann sich eine Spannung zu entwickeln, die bis zum Ende des knapp zweistündigen Programms anhielt. Mit fein ausgewählten und überzeugend interpretierten Kompositionen wie z.B. einem barocken Doppelchor für Flöten und Blechbläser, dem Gospel „To my Father´s House“ und Regers „Unser lieben Frauen Traum“, gesungen von den Musik-Leistungskursen Q1 und Q3, reihten sich die kleineren Gruppen stimmungsvoll in die Reihe der kontrastreichen Darbietungen ein, wobei allen verschiedensten musikalischen „Geschmäckern“ Rechnung getragen wurde, sei es für die Freunde der „Swinging Christmas“ durch den fröhlichen Auftritt der Big Band mit beliebten Jazz-Nummern wie  „Carol of he Bells“ oder „The Most Wonderful Time oft he Year“ unter der souveränen Leitung des engagierten Bandleaders Stefan Glück, sei es für die Freunde der symphonischen Blasmusik durch die sehr klangfarbenprächtigen Stücke „Medieval Christmas“ und dem schottisch hymnischen „Loch Lomond“ , dirigiert von Jens Weismantel, dem  Fachmann mit dem ganz besonderen Händchen für sein symphonisches Blasorchester.  Die Organistin Helene Streck begeisterte durch ihre humorvollen und  spitzbübisch eingesetzten „Miss Marple“- und „Starwars“-Zitate in ihrer fulminanten Begleitung des Liedes „Ihr Kinderlein, kommet“, welches das amüsierte Publikum teil zögerlich, teils lautstark mitsang.  Neben dem großen Chor, dem man für seine bevorstehende Teilnahme an einem spektakulären Chorkonzert in der New Yorker Carnegie Hall Glück wünschen darf, leitete Frank Hagelstange auch den Chorauftritt der Gesangsklasse 6, verstärkt durch die sich strahlend  in den Klang einfügende Solosopranistin  Annabelle Müller und die Jahrgangsstufe 7.  Zauberhaft sauber und engelsgleich wurden die „Eagles´ Wings“ von Alexander L´Estrange besungen, subtil begleitet von Helene Streck an der Orgel. Nicht minder innig, frisch und mit einigen sehr schönen Solostimmen gelangen die weihnachtlichen Lieder (besonders überzeugend das echt bairisch vorgetragene „Es wird scho glei dumper“ und das weihevolle „O Holy Night“ von Adolphe Adam) des Kinderchores der Klassen 5 und 6, geleitet von Jens Weismantel und Gudrun Hildebrand, die – zusammen mit Mechthild Sydow  - auch für die Flötenensembles verantwortlich war. Petra Weiß, Leiterin des viel umjubelten KRS-Symphonieorchesters , streute zwei, in der Vorweihnachtszeit oft gehörte Sätze aus dem beliebten „Weihnachtskonzert“ von Arcangelo Corelli ins Programm, sowohl kraftvoll und tänzerisch als auch zart wiegend im idyllischen „Pastorale“. Das Ende dieses wie im Flug vorüber gehenden Konzertes geriet auf ganz besondere Art: Im Anschluss  an das von den Streichern betörend melodiös gespielte  „Intermezzo Sinfonico“ aus Pietro Mascagnis Oper „Cavalleria Rusticana“, wiederum mit Helene Streck an der Orgel und Tilman Ruben Scholz, der als engagierter Soloharfenist auch schon zu Konzertbeginn die Augen und Ohren des Publikums auf sich zog,  bezauberte Petra Weiß mit ihrem symphonischen Tutti-Arrangement des Liedes „Alle Jahre wieder“ , wunderbar eingewoben in die anrührenden Melodien des Intermezzo, so dass das Weihnachtskonzert der Karl-Rehbein-Schule zum ersten Mal nicht mit Pauken und Trompeten, sondern in himmlischer Stille endete.


 

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Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule

Die traditionellen Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule in der Hanauer Marienkirche sind in diesem Jahr von Mittwoch, dem 14.12. bis zum Freitag, dem 16.12. jeweils um 19.00 Uhr. In diesem Jahr wird das Konzert mit dem „Vater unser“ des tschechischen Komponisten Leos Janáček in adventlichem Ernst eröffnet. Die Begleitung mit Orgel und Harfe verleiht dem vom großen KRS-Chor präsentiertem Werk seinen besonderen Klang. Auch das Blasorchester und das Sinfonieorchester setzen mit der auf mittelalterlichen Gesängen basierenden Originalkomposition für sinfonisches Blasorchester „A Medieval Christmas“ und dem „Intermezzo sinfonico“ aus der Oper „Cavalleria rustiacana“ von Mascagni besondere klassische Akzente. Für die weihnachtliche Stimmung sorgen Big Band, Blockflötengruppe und Unterstufenchor der KRS mit bekannten und weniger bekannten Weihnachtsliedern. Die Musikleistungskurse sorgen mit ihren Gesängen für die leiseren Töne. Und natürlich sind auch die Zuhörer zum Mitsingen eingeladen.
Karten zu 8.- € (für Schüler/innen 5.- €) sind ab Montag, dem 28.11.2016 im Sekretariat der Karl-Rehbein-Schule (Im Schlosshof 2) erhältlich.
 

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Lyrik unterm Ginkgobaum

Am Sonntag, dem 6. November wird die Veranstaltungsreihe „Lyrik unterm Ginkgobaum“ fortgesetzt. Um 17.00 Uhr heißt es im Schlossgartensaal der KRS „Ach bitt’rer Winter, wie bist du kalt“.
Nach den „Liedern der Nacht“ im vergangenen Jahr steht das Programm in diesem Jahr im Zeichen der dunklen Jahreszeit und ihrer vielen Facetten. Es geht um Kälte und Schnee, um warme Abende am Kamin und die Schönheit verschneiter Landschaften, um die Sehnsucht nach der warmen Jahreshälfte, um Lebensabend und Tod sowie den ewigen Kreislauf des Lebens.
Die Schauspielerinnen Monika Müller-Heusch und Ursula Illert werden einfühlsam und ausdrucksstark Lyrik und Prosa zum Thema „Winter“ rezitieren. Mitglieder von Chor und Orchester des Karl-Rehbein-Schule musizieren unter der Leitung von Petra Weiß und Frank Hagelstange Werke von Schubert, Schumann, Tschaikowsky, Vivaldi, Karl Jenkins sowie Volkslieder über die kalte Zeit des Jahres.
Im von Kerzen illuminierten Schlossgartensaal der KRS erwartet die Zuschauer ein stimmungsvoller Abend. Der Verein der Freunde der KRS sorgt wie immer für Getränke und Salzgebäck.
Karten zu 7.- (erm. 5.- €) gibt es im Buchladen am Freiheitsplatz sowie an der Abendkasse.
 

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Die Herzen der Zuhörer berührt

„Zurück aus Wien“: KRS-Musikleistungskurs präsentiert buntes Programm in Marienkirche

Hanau, 11.10.2016

In den unterschiedlichsten Besetzungen präsentierte der Musik-Leistungskurs Q 3 der Karl-Rehbein-Schule sein speziell für Wien erarbeitetes Programm nun auch dem Hanauer Publikum in der Marienkirche.    Foto: Pick       
  

Einmal Wien und zurück: So lautet das Motto der Musik-Leistungskurse der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS). Immer der jeweilige Abiturienten-Musik-Leistungskurs (Q 3) der KRS reist mit seinem jeweiligen Kursleiter in die österreichische Musikmetropole, um dort als Abschlussfahrt an historischen Stätten zu musizieren und nebenbei auch noch eine gehörige Portion musikalischer Zusatzbildung wieder mit nach Hause zu nehmen. Diese gute Musizier-Tradition besteht seit nunmehr seit 40 Jahren. Begründet wurde sie vom damaligen KRS-Oberstudienrat Jürgen Weiß (langjähriger Leiter des KRS-Symphonieorchesters) und Professor Dr. Leopold Wech, dem Begründer der Beethoven-Gedenkstätte in Wien.

So machten sich jetzt acht junge Instrumentalisten zusammen mit ihrer Kursleiterin Petra Weiß auf den Weg in die Donaustadt, um dort mit kleinen Stücken einen bunten Querschnitt durch die Musikgeschichte zu erarbeiten und vor fachkundigem Publikum zu präsentieren. Die Früchte dieser Reise konnte nun auch das Hanauer Publikum jüngst in der Hanauer Marienkirche begutachten – mit großem Erfolg. So konzertierten die Fast-Abiturienten erfreulicherweise vor vollem Haus. Gekonnt und mit viel Verve nahmen die jungen Musiker ihr Publikum mit auf eine sehr facettenreiche Reise von der Renaissance bis hin zur Moderne – ein musikhistorischer Spagat, der auch der eher zufälligen Besetzung des Leistungskurses geschuldet ist. 

So standen beispielsweise stilistisch unterschiedliche Vokalwerke wie etwa das polyphon verwobene „Sicut cervus“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina ganz ungeniert neben Thomas Gabriels zart-süßem „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“, beides sehr transparent und zurückhaltend von den jungen Musikern gesungen. Es wurde aber auch eifrig mit Instrumenten musiziert. Und hier glänzten die Schüler einmal als Solisten oder in ganz divergenten Zusammensetzungen. Auch waren dann wieder die Kontraste angesagt: Einem sehr präzise-streng dargebotenem Bach’schen Präludium für Sologeige folgte etwa ein fröhlich-munterer „Boulevardier“ des gesamten Ensembles. Insgesamt aber  gelang es dem KRS-Musikleistungskurs unter der Leitung von Petra Weiß das Publikum über 90 Minuten zu fesseln und mit seinen beseelten Vorträgen die Herzen der Zuhörer zu berühren. Langer Applaus war der verdiente Lohn für die Nachwuchs-Künstler. (jp)
 
 
 


„Zurück aus Wien“: Konzert des Musik-LK

Hanau, 04.10.2016

Die traditionellen Abschlussfahrten der Musik-Leistungskurse in die Donaumetropole Wien sind seit über 40 Jahren fester Bestandteil an der Hanauer Karl-Rehbein-Schule (KRS). Bei einem der üblichen Besuche in den verschiedenen Wiener Musikergedenkstätten entwickelte sich einst zwischen Oberstudienrat Jürgen Weiß (langjähriger Leiter des KRS-Symphonieorchesters) und Professor Dr. Leopold Wech (Begründer und ehemaliger Leiter der Beethoven-Gedenkstätte Wien-Floridsdorf) ein freundschaftlicher Kontakt.  Im Herbst 1979 kam es erstmalig zu einem Konzert der Hanauer Besucher in dem historischen Schlösschen, in dem Ludwig van Beethoven mehrmals als Gast bei Gräfin von Erdödy weilte. Seither eröffnet jedes Jahr der Musik-Leistungskurs seinen rund einwöchigen, an reichhaltigem Kulturprogramm und zahlreichen musikalischen Erlebnissen kaum zu übertreffenden Aufenthalt in Wien mit einem eigenen Konzert in Floridsdorf. Die jungen Musiker gestalten gemeinsam mit ihren Lehrern stets abwechslungsreiche Programme, die immer auf großes Wohlwollen und Anerkennung seitens des fachkundigen Wiener Publikums stoßen. Nunmehr musizierten die diesjährigen KRS-Abiturienten zum 27. Mal in Wien. Gemeinsam mit Tutorin Petra Weiß freuen sich die jungen Musikanten auf die Wiederholung „ihres“ mit Begeisterung zusammengestellten und gut vorbereiteten Wien-Programms in der Hanauer Marienkirche. Unter dem Motto „Zurück aus Wien“ werden unter anderem Werke von Bach, Brahms, Tschaikowsky, Schostakowitsch, Weill, Brubeck und anderen zu hören sein. Das Konzert in der Marienkirche findet statt am Freitag, 7. Oktober, um 19.30 Uhr.
 


Ein Mozart zum Verlieben

Hohe Qualität: Sommerkonzert der Karl-Rehbein-Schule mit stehenden Ovationen bedacht

Hanau, 11. Juli 2016

Volles Orchester beim KRS-Sommerkonzert: Yannis Brückner brilliert zusammen mit dem KRS-Symphonieorchester unter dem Dirigat von Petra Weiß mit Mozarts Klavierkonzert in c-Moll.  Fotos: Pick  

Kaum sind die letzten Töne verklungen, bricht im Congress Park Hanau grenzenloser Jubel aus. Minutenlanges rhythmisches Klatschen und „Standing Ovations“ für rund 300 sichtlich stolze Schüler der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS), die am Ende der diesjährigen KRS-Sommerkonzerte wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, dass sich monatelanges Proben und Üben gelohnt hat. Der geneigte Zuhörer stellt am Ende eines über dreistündigen Konzertes überrascht fest, dass die Qualität des Gebotenen weit über dem üblichen Schülerniveau angesiedelt ist. Solch eine grandiose Gemeinschaftsleistung kommt aber auch nicht von ungefähr: Unter Federführung der sehr engagierten KRS-Musiklehrer – immerhin ist die KRS „Schule mit Schwerpunkt Musik“ - werden die Instrumentalisten und Sänger auf der Bühne mit viel Geduld zur Freude am gemeinsamen Musizieren geführt.

Als ein beredtes Beispiel für die hohe Konzert-Qualität beim KRS-Sommerkonzert mag die beseelte Interpretation des 1. Satzes aus Mozarts c-Moll-Klavierkonzert KV 491 herhalten: Yannis Brückner als Solist am Flügel geht mit dem KRS-Symphonieorchester unter der Leitung von Petra Weiß eine perfekte Symbiose ein. Mal butterzart, mal temperamentvoll aufbrausend insbesondere von den KRS-Streichern untermauert kann Brückner immer wieder fein perlend die thematischen Bälle aufgreifen, die er vom Orchester zugeworfen bekommt. Hochkonzentriert mit einer schier traumwandlerischen Tastensicherheit gleitet Brückner durch den gesamten Satz. Da ist auf der Bühne eine derart ausgewogene Musizierkultur zu erleben, wie man sie sonst eigentlich nur von Profis erwarten kann. Petra Weiß jedenfalls hat ihr Orchester ganz dem mozart‘schen Duktus unterworfen, wenn etwa fein abgestufte Crescendi der Streicher mit luftig geführten Holzbläsern einhergehen. Das gesamte Orchester wiederum korrespondiert rhythmisch wie dynamisch sehr homogen mit dem Klavier – einfach brillant, was das Publikum da an musikalischer Tiefe und Reife zu hören bekommt.

Diese spieltechnische Brillanz durchzieht den gesamten Konzertabend wie ein roter Faden. Ganz gleich, ob der Kinderchor der Klassen fünf und sechs unter Leitung von Jens Weismantel von den „Kindern des Monsieur Mattieu“ im perfekten Französisch singen, oder der Chor ab Klasse 7 mit dem Chor der Freunde unter Leitung von Frank Hagelstange inklusive Tod durch übermäßigen Tortengenuss durch den Tag gleiten: Alle KRS-Gruppen zeigen sich optimal vorbereitet und haben in diesem Jahr eine Vielzahl an überzeugenden und mitreißenden Höhepunkten im Gepäck. So auch weiter der große Chor der KRS, der die israelischen Gäste aus der Partnerschule in Yavne mit einem herzergreifenden „Hine ma tov“ begrüßt.

Die KRS-Big-Band unter Leitung von Stefan Glück drückt mächtig aufs Blech mit einem Mancini-Medley, das Blasorchester unter der Leitung von Jens Weismantel weiß das Publikum mit schwergewichtigen Westernthemen von Ennio Morricone zu begeistern. Die „Star-Wars“-Episode 1 mitsamt vollem Chor setzt dem alles noch die Krone auf. Mit wuchtiger Dynamik und einer stellenweise sehr komplexen Rhythmik zaubert das Blasorchester alle Yedi-Ritter auf die Bühne, dass die Funken nur so sprühen. Von einer rhythmischen Eleganz durchtränkt Márquez „Danzon Nr.2“, von den Schlagwerkern perfekt untermauert und dem Orchester mit zupackender Ernsthaftigkeit gespielt, als ginge es bei dem Tanz um Leben und Tod.       

Es gibt aber auch Platz für die etwas leiseren Töne. Große Fortschritte im Zusammenspiel zeigt etwa das KRS-Gitarrenensemble „Viel-Saitig“ unter Leitung von Christian Gutgesell (Paul-Hindemith-Musikschule) oder das Flötenensemble (Gudrun Hildebrandt/Mechthild Sydow), das von einer zart-strahlenden Josephine Oeß am Gesang ergänzt wird. Anrührend und zugleich sehr intonationsrein interpretiert das von der KRS-Abiturientin Nicola Müller komponierte Stück „Free“, das der nun scheidende KRS-Musik-Leistungskurs mit der einen oder anderen Träne im Auge präsentiert – schließlich geht für die Abiturienten eine lange Zeit des gemeinschaftlichen Musizierens an der KRS zu Ende.

Und dem Tränenfluss kaum noch Herr zu werden ist dann der Schluss des Konzertes mit Schönbergs „One day more“ aus dem Musical „Les Miserables“, präsentieren sich letztmalig alle am Konzert beteiligten Musiker vereint – die Bühne des CPH kommt hier an ihre Grenzen. Mit einem riesigen Applaus bedacht wird der KRS-Abiturient Tim Dokter, der eigens die Zugabe für Orchester und Chor arrangiert hat. „Don’t let the sun go down on me“ von Elton John lautet am Ende symbolisch die Klang-Botschaft, die Jörn Pick am Flügel fast stilecht im Glitzer-Glamour-Anzug gekleidet zusammen mit dem gesamten Orchester und Chören fulminant zu Gehör bringt. Damit hat die KRS nach der großen Produktion „Die schöne Helena“ im Jahr 2015 erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Musik eine nicht wegzudenkende Größe und Bereicherung zum Schulleben der KRS darstellen - insbesondere dann, wenn man derart hochmotivierte Schüler an Bord hat. Hut ab vor den jungen Instrumentalisten und Sängern!


 


Wenn Yedi-Ritter auf Mr. Sandman treffen

Große Sommerkonzerte der Karl-Rehbein-Schule im Congress Park Hanau
 

Das Schuljahr endet an der Karl-Rehbein-Schule traditionell mit den beiden großen Sommerkonzerten. Am 7. und 8. Juli werden wieder über 300 Musikerinnen und Musiker die Bühne im Paul-Hindemith-Saal des CPH erobern. In diesem Jahr werden viele Filmmusikklassiker zu erleben sein: die Big Band präsentiert legendäre Hits von Henry Mancini, der Kinderchor bringt die zu Herzen gehenden Melodien aus dem französischen Film „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ zu Gehör, die Flötengruppen laden zu einer Reise nach Mittelerde und Lummerland ein und das Blasorchester transportiert uns per Zeitmaschine in die Star-Wars-Zukunft.
In diesem Jahr verlassen viele herausragende Solisten nach dem Abitur die KRS. So kann man die Protagonisten aus der großen Opernaufführung „Die schöne Helena“ vom letzten Jahr noch einmal erlebden: mit einem humorvollen Chanson aus der Operette „Das Feuerwerk“. Und der Pianist Yannis Brückner verabschiedet sich mit dem Kopfsatz aus dem berühmten c-moll-Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Sinfonieorchester wird neben dem Mozart-Schmelz auch ein lateinamerikanisches Rhythmusfeuerwerk entzünden, mit dem mitreißenden „Danzon Nr. 2“ des mexikanischen Komponisten Arturo Márquez.
Für zarte Töne sorgt das Gitarren-Ensemble „VielSaitig“. Und der große Chor sowie der Chor der Freunde der KRS erfreuen mit Songklassikern wie „Aber bitte mit Sahne“, „Morning Has Broken“ oder „Mr. Sandman“.
Karten zu 8.- € (Schüler/innen 5.- €) sind ab 20. Juli im Sekretariat der Karl-Rehbein-Schule erhältlich.

 

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Eine Stunde Vollgastheater

„Satie aujourd’hui“: Projekt des Leistungskurses Musik der KRS begeistert das Publikum

Hanau, 17.05.2016

 

Hereinspaziert: Die Show der künstlerischen Eitelkeiten kann beginnen – eindrucksvoll in Szene gesetzt von den Schülern des Musik-Leistungskurses der Karl-Rehbein-Schule. Fotos: Pick

Die Bühnenprotagonisten schreien sich gegenseitig an, pöbeln unflätige Parolen ins Publikum, stammeln wirre Wortfetzen. Untermalt wird diese surreale Szenerie von schrägen Chorälen, diversen Ragtimes in Kombination irrwitziger Ballett-Choreographien. Wir befinden uns im avantgardistischen Paris der 1920er Jahre, einem Paris des Pablo Picasso, Jean Cocteau, Sergej Diagilew, Francis Poulenc und schließlich dem Hauptprotagonisten, dem Komponisten Eric Satie. Diese Herrschaften befinden sich im Dauerclinch darüber, was denn nun letztendlich Kunst sei. Jeder verteidigt seine Sichtweise auf das, was er unter Kunst versteht, auf eine eigene, eher engstirnige Sichtweise - und das mit opulenter Vehemenz.

Der Leistungskurs Musik Q4 der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) unter der Leitung von Jens Weismantel hat nun in Zusammenarbeit mit der Jungen Deutschen Philharmonie das Stück „Satie aujourd’hui“ auf die Bühnenbretter der ehrwürdigen Alten Johanneskirche gebracht – 45 Minuten Vollgastheater, die dem Publikum kaum Zeit lassen zum Atmen. Zu Grunde liegt dem eigens kreierten Stück Saties Werk „Parade“, 1917 komponiert und in Paris von den „Ballets Russes“ unter Sergej Djagilew aufgeführt. Ein Bühnenspektakel, das mit ungewöhnlichen Shows - eine spektakulärer wie die andere – das Publikum bis aufs Blut reizen soll. Cocteau lieferte damals das Bühnenbild, Picasso die Kostüme, Nijinsky sorgte für eine Skandal auslösende Inszenierung. Musikalische Ästhetik und Wohlklang sind dem Werk fremd – das Publikum war letztendlich empört über das Stück, womit die Künstler allerdings ihren Zweck zu provozieren erreicht hatten.       

Realisiert werden konnte das Projekt nun letztendlich mit Fördergeldern der Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Im April begannen die Probenarbeiten, die unter Federführung von Projektleiterin Anni Komppa durchgeführt wurden. Das besondere an dem Projekt ist die Förderung der Schüler durch Profis aus der Musik- und Tanzszene, wie etwa die die Tänzerinnen Franves Chiaverini oder Inma Rubio. Aber auch die Media-AG der KRS und der Kunst-Leistungskurs der KRS zogen alle Register ihres Könnens um mit der richtigen Beleuchtung und einem wirklich kunstvollen Bühnenbild den äußeren Rahmen für diese gelungene Aufführung zu stellen.

Man kann letztendlich nur staunen, was die jungen KRS-Schüler, allesamt frisch gebackene Abiturienten, da neben Prüfungsstress auf die Beine gestellt haben. Sei es im darstellerischen, im tänzerischen oder im musikalischen Bereich: Wie Zahnräder greifen hier die verschiedenen Darstellungs-Elemente passgenau ineinander, ergänzen sich zu einem pittoresken Gesamtkunstwerk, das man jungen Menschen in dieser gebotenen Qualität und auch Intensität nicht unbedingt zugetraut hätte. In der Tat kommt findet man sich als Zuschauer auf einem Rummelplatz der Künste wieder, wo Gesang, Tanz und Theater im marktschreierischen Wettkampf um die Gunst des Publikums buhlen. Für leise Töne gibt es kaum Platz. Ein lebendiges, mit viel Herz gespieltes Bühnenstück, das durchaus gewollte Parallelen zur Jetztzeit aufzuweisen hat: Erfolgreich ist der, der am lautesten schreit, der am höchsten springt und der sich und seine Seele am teuersten verkaufen kann. Dem KRS-Musikleistungskurs gelingt hier ein kleines Meisterstück, das wesentlich mehr Publikum verdient gehabt hätte – aber vielleicht war es ja nicht massen-kompatibel genug… (jp)  

     

Was bitte ist denn nun Kunst? Picasso, Satie und Cocteau diskutieren das sehr divergent aus.        
 



 

Rehbeinchor singt Bachkantaten

 
Am Samstag, dem 14. Mai gestaltet der Chor ab Klasse 8 der Karl-Rehbein-Schule gemeinsam mit dem Chor der Freunde der KRS die nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Motette in Marien“. Seit den Weihnachtsferien haben sich die jungen Sängerinnen und Sänger mit für sie sehr ungewohnter Musik beschäftigt, doch inzwischen haben sie die Kirchenmusik von Johann Sebastian Bach schätzen gelernt. Und so kommen nun die Himmelfahrtskantate „Wer das gläubet und getauft wird“ BWV 37 und zwei Sätze der Pfingstkantate „Also hat Gott die Welt geliebt“ BWV 68 zur Aufführung. Unter der Leitung von Frank Hagelstange musizieren außerdem Mitglieder des KRS-Sinfonieorchesters und Gäste.
Auch alle Solisten kommen aus den Reihen der KRS. So wird Abiturientin Nicola Müller gemeinsam mit der Cellistin und Musiklehrerin Sophia Schüller die virtuose Sopranarie „Mein gläubig´s Herze“ musizieren. Und Geigerin Daria Azov, mehrfache Preisträgerin bei „Jugend musiziert“, spielt zusammen mit der Oboistin Gudrun Hildebrandt, ebenfalls KRS-Musikpädagogin, einen Satz aus dem wundervollen Doppekonzert von Bach. Die Motette beginnt um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende für die kirchenmusikalische Arbeit gebeten.
 


Brillanz bis zum letzten Ton

Frühlingskonzert der Karl-Rehbein-Schule Hanau sorgt für „Standing Ovations“

Hanau, 03.05.2016

Knackig, fetzig und pointiert: Die KRS-Big-Band unter Leitung von Stefan Glück spannt einen rhythmisch-dynamischen Bogen von der Swing-Musik hin zu groovigen Latinstücken. Fotos: Pick

Ganz in sich versunken mit geschlossenen Augen spielend und jeden Ton auf die Waagschale legend gleitet Daria Azov, Abiturientin der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) auf ihrer Violine durch das in allen Belangen sehr anspruchsvolle Allegro aus Mendelssohn-Bartholdys berühmtes Konzert für Violine und Orchester e-Moll, op. 64. Atemberaubendes technisches Vermögen wie die Umsetzung von rhythmisch anspruchsvollen Doppelgriffen und feingesponnenen Flageolettöne paaren sich mit einer beseelten Interpretation des gesamten Stückes. Sehr geschmeidig begleitet wird sie dabei von Helene Streck, die sozusagen in einer Herkulesaufgabe die Orchesterstimmen am Flügel zusammenfasst. Kaum ist der letzte Ton verklungen, da hält es niemanden mehr auf den Stühlen im vollbesetzten Schlossgartensaal: Die frenetischen Beifallsbekundungen sind der absolut verdiente Lohn für ein grandios ausgeführtes Schmuckstück, das man in dieser Brillanz und auch sprudelnder Energie aus den Händen von Schülern so nicht erwartet hätte. Ganz großes Ohren-Kino!

Besagte Mendelssohn-Bartholdy-Interpretation war beileibe nicht das einzige Glanzstück, das die Rehbein-Schüler beim diesjährigen Frühlingskonzert auf der Pfanne hatten. Hat das Frühlingskonzert an der KRS eine nahezu 40-jährige Tradition, so ist es auch guter Brauch, dass insbesondere die KRS-Big-Band unter der langjährigen Leitung von Stefan Glück den zweiten Teil des Konzertes für sich alleine hat. Hier präsentiert die Big-Band das Jahresprogramm, das
zuvor in Oberbernhards in der Rhön intensiv geprobt wurde. Und die jungen Blech- und Holzbläser, das sei vorweg genommen, ließen es ordentlich krachen. Glück legt in den Proben großen Wert auf das rhythmisch exakte Arbeiten seiner Orchestermusiker.
Das äußert sich dann in den Auftritten durch scharf-pointierte Darstellungen der rhythmischen Feinheiten der jeweiligen Big-Band-Stücke, die auch in diesem Jahr wieder über Latin bis hin zum traditionellen Swing reichen. Rhythmische Schwerstarbeit also für das Blech, Holz und die Rhythmusgruppe, die aber souverän mit einem Lächeln in den Augen gemeistert wird. Der Spaß an dieser Musik, die auch im Publikum kaum jemanden ruhig auf den Stühlen sitzen lässt, äußert sich durch eine unbändige, sehr mitreißende Spielfreude der Schüler. Dabei kann die KRS-Big-Band aber nicht nur fetzig. Sie beherrscht auch alle Parameter der Dynamik, vom feinsten Piano bis zum exponiertesten Fortissimo. Für eine Schüler-Big-Band eine erstaunliche wie bewundernswerte Leistung, die am Ende mit lang anhaltendem Applaus belohnt wird.

Aber auch die weiteren Mitwirkenden des Frühlingskonzertes wissen die Ohren der Zuhörerschaft zu erfreuen. Ist es zum Anfang des Konzertreigens der Leistungskurs Musik Q2 unter Leitung von Petra Weiß, der mit Coldplays „Viva la vida“ einen gelungen Einstieg in das Konzert gibt, so kann auch die KRS-Blockflöten-AG unter Leitung von Gudrun Hildebrandt das Publikum mit Stücken aus dem „Dschungel-Buch“ umgarnen. „Traumhaft“ wird das Konzert mit dem Motto „Träume“ vom KRS-Chor ab Klasse sieben unter Leitung von Frank Hagelstange bereichert. Das reicht von John Lennons Traum von einer besseren Welt mit „Imagine" bis hin zu Dieter Bohlens „We have a dream“. Ein Konzert, das mit einer Brillanz vom ersten bis zum letzten Ton gespickt war und damit einmal mehr unter Beweis stellt, dass die musikalische Schwerpunktarbeit an der KRS ungeahnte und auch großartige Früchte hervorbringt. (jp)

 


 

 

 

Frühlingskonzert im Schlossgartensaal

Hanau, 22.04.2016

Vor kurzem waren über hundert Schüler von Chor, Big-Band und Flötenensemble der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) vier Tage zu Intensivproben in Oberbernhards in der Rhön. Wer sich vom Erfolg dieser Probentage überzeugen möchte, hat dazu am Freitag, 29. April, Gelegenheit, wenn der Schlossgartensaal der KRS (Eingang vom Schlossgarten aus) um 19 Uhr zum großen Frühlingskonzert seine Pforten öffnet. Der zweite Teil des Konzertes gehört traditionell der Big-Band, die ihr gesamtes Jahresprogramm präsentiert, wobei zahlreiche Solisten in diesem Jahr abiturbedingt zum letzten Mal dabei sein werden. Der erste Teil bringt einen abwechslungsreichen Mix von Ensemble- und Soloauftritten, wobei sich die Zuhörer auf viele Klassiker wie „Viva la vida“ (Musik-LK und Gesangsklasse 6g), „Tears in heaven“ (Flötenensemble) oder „Imagine“ (Chor ) freuen können. Auf die Freunde klassischer Musik wartet mit dem ersten Satz aus dem Violinkonzert von Felix Mendelssohn-Bartholdy ein besonderer Leckerbissen, präsentiert von Daria Azov (Violine) und Helene Streck (Klavier), die schon mehrere Wettbewerbserfolge aufweisen können.
Der Eintritt ist frei, wegen der geringen Platzkapazität sollte man sich aber schnell nach Saalöffnung um 18.30 Uhr ein Plätzchen sichern. Die Wartezeit kann man sich bei einem Gläschen Sekt und dem beim Frühlingskonzert schon legendären Schmalzbrot verkürzen…                         



 

Exquisit, erhaben und erquickend

Weihnachtskonzert präsentiert sich mit musikalischen Pretiosen auf hohem Niveau

Massives Blech: Mit dem „Exodus“-Song weiß das KRS-Blasorchester unter der Stabführung von Jens Weismantel die Grundfeste der Marienkirche zu erschüttern. Fotos: Pick

„Alle Jahre wieder“ ruft die Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) zu ihren traditionellen Weihnachtskonzerten in die Marienkirche Hanau, die sich auch in diesem Jahr wieder restlos ausverkauft präsentierte. An jeweils drei Abenden hintereinander präsentierten rund 380 hochkonzentrierte KRS-Schüler ein qualitativ sehr ansprechendes Programm, das die Zuhörer mit ausgesuchter weihnachtlicher Literatur auf das bevorstehende Fest der Freude einzustimmen vermochte.

Von der Dunkelheit zum Licht: Dem Chor der Klassen fünf und sechs gelingt ein bewegender wie bemerkenswerter Einstieg in ein Konzert, das durch und durch von einer großen Präzision einhergehend mit einer großen Spielfreude geprägt ist. Dies zeigt sich schon im Anfangsstück, von den Kindern sogar mehrstimmig in einer lupenreiner Intonation vorgetragen. Schüler, die ausnahmslos in der Lage sind, trotz der laufenden schulischen Anforderungen eine derartige hoch angesiedelte Musizierqualität auf den Punkt abzurufen, kann man nur bewundern.

Beispielsweise rhythmisch wie dynamisch sehr überzeugend der Auftritt der KRS-Big-Band unter der Leitung von Stefan Glück. In der Tonentfaltung präzise wie ein Schweizer Uhrwerk werden die vielfältigen polyphonen Linien von „O Holy Night“ nachgezeichnet, knackig-rockig wie aus einem Guss kommt „O Come All Ye Faithful“ daher. Explosive Crescendi mischen sich mit pointiert auf den Punkt gebrachten Rhythmen – das erreicht nahezu Profi-Niveau, was die KRS-Big-Band dem Publikum hier darbietet.     

Ins gleiche Horn bläst im wahrsten Sinne des Wortes das KRS-Blasorchester, das unter dem Dirigat von Jens Weismantel neuerdings zu ungeahnten Höhenflügen ansetzt. Zu einem mächtigen Crescendo ausholend erzittern für einen kurzen Moment die Grundmauern der Marienkirche während des berühmten „Exodus-Songs“. Zugleich aber auch das feine, zarte Register beherrscht das Blasorchester, was sich in dem mit dem KRS-Chor beseelt vorgetragenen „Pie Jesu“ von Rolf Rudin äußert.

Erstaunliche Fortschritte offenbart auch die noch junge KRS-Gitarren-AG „Viel-Saitig“ unter der Leitung von Christian Gutgesell (Paul Hindemith-Musikschule). Sie bringt bei fast frühlingshaften Temperaturen mit Vivaldis „Der Winter“ wenigstens musikalisch einen Hauch von Winter in das Kirchenschiff. Sehr plastisch herausgearbeitet dabei die versetzten Stimm-Einsätze auf den unterschiedlichen Instrumenten. Ein fast „exotischer“ Genuss zuvor die Gitarren-Interpretation von Bachs Präludium in c-Moll, wurde das Stück durch den eigenen Gitarrenklang einmal von einer völlig anderen „Saite“ beleuchtet.

Weihnachten einmal anders – das hat sich auch die Blockflöten-AG unter der Leitung von Gudrun Hildebrandt in Kooperation mit Mechthild Sydow (PHM) ausgedacht: So gab es „Ihr Kinderlein kommet“ in modernem Pop-Sound-Gewand zu hören – eine gelungene Klang-Melange aus zartem Flötenklang und rockiger Gitarre. Eingebettet in einer sehr homogenen Klangentfaltung seitens der KRS-Musik-Leistungskurse (Weismantel, Weiß) dargeboten präsentiert sich Lauridsens „O Magnum Mysterium“, das sich damit nahtlos in die exquisite Programmauswahl des Abends einreihen kann. Das Werk besticht durch seine helle, polyphone Klangstruktur, die von den Oberstufen-Musikern mit Innigkeit und mit klarer Textdeklamation gesungen herzergreifend umgesetzt wird.

Farbig-strahlende Klangfarben verbreitet das KRS-Symphonieorchester unter der Leitung von Petra Weiß mit den sehr abwechslungsreichen „A Vaughan Williams Christmas“- Stücken. Ein dahin schwebendes „Adagio“ aus Bizets C-Dur-Sinfonie sorgt für einen weiteren Konzerthöhepunkt des Abends. Zu erleben ist und sind einmal eine brillant aufspielende Gudrun Hildebrandt an der Solo-Oboe als auch sehr konzentriert agierende Streicher, die in einem nahezu ostinaten Pizzicato von den Celli bis zu den Violinen reichend das sichere Fundament für die zarten Themen des Stückes bieten.

Frank Hagelstange und der KRS-Chor ab Klasse sieben nebst Kammerorchester weiden sich dann in der barocken Opulenz eines Georg Friedrich Händel, indem sie drei Chöre aus dessen „Messias“ zu Gehör bringen. Hell leuchtend und transparent-kristallin zugleich werden sowohl die farbigen Harmoniefolgen als auch die typisch barocken Dynamikabstufungen dargestellt, einfühlsam unterstützt von Helene Streck an der Orgel. Lara Stoicescu und Josephine Oeß können als Solistinnen brillieren. Das abschließende Weihnachtslied „Süßer die Glocken nie klingen“ klingt in dem eigenen Arrangement von Petra Weiß alles andere als „süß“. Mächtig wie Glockenschläge türmen sich bewusst parallel geführte Akkorde aufeinander, die sich zusammen mit der expressiven Spielweise des Orchesters zu einem fulminanten Glockengeläut kulminieren.  

KRS-Direktor Jürgen Scheuermann hat zuvor in seiner Begrüßung davon gesprochen, dass die Musik das Herz der KRS sei. Es bleibt festzuhalten, dass dieses Herz kerngesund ist – mehr noch:   Die KRS-Schüler haben dank der sehr guten Vorbereitung durch ihre Lehrkräfte mit ihrer beseelten Interpretationen im Verbund mit liebevoll ausgewählten Pretiosen die Herzen der Zuhörer tief berührt – auch die himmlische Weihnachtsschar irgendwo „da oben“ wird seine helle Freude an diesem erhabenen wie erlesenen Weihnachtskonzert gehabt haben. (jp)

Orchestrale Eleganz: Petra Weiß (Mitte) bereitet den Zuhörern in der Hanauer Marienkirche mit dem KRS-Sinfonieorchester während der KRS-Weihnachtskonzerte ein besonderes Hörvergnügen. (Bild im Text)

Einfach glänzend: Silas Engel am Flügelhorn kann im Verbund der KRS-Big-Band unter Leitung von Stefan Glück einen der Höhepunkte des Konzertes setzen.

Barocke Opulenz: Frank Hagelstange führt den Chor der siebten Klasse samt Kammerorchester während Händels „Messias“ zu Höchstleistungen an.
 

 

Wechselchörigkeit: Frank Hagelstange dirigiert während der Aufführung von „Pie Jesu“ von Rolf Rudin den gemischten KRS-Chor, während eine Etage höher das KRS-Blasorchester  zu hören ist. 
    
Hier noch weitere Eindücke vom Weihnachtskonzert 2015:

Die Gitarren-AG der KRS, "Viel-Saitig".

Sinfonischer Weihnachtsklang - festlich, erhaben und glanzvoll.

Da fliegt nicht nur das Blech weg: Posaunen-Power in der KRS-Big-Band.

Rund- und Durchblick.

 

Weihnachten einmal anders: Last christmas im Blockflöten-Gitarren-Bass-Sound.

Die Big-Band in "action".


Rockig: Felix Enders an der Gitarre.    Begrüßung: Jürgen Scheuermann mit der Gastgeberin, Pfr. Mause (rechts).    


„Süßer die Glocken nie klingen“ an der KRS

Hanau, 22.11.2015

Unter dem Motto „Süßer die Glocken nie klingen“ stehen die traditionellen Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS), die von Mittwoch, 16., bis Freitag,  18. Dezember, jeweils um 19 Uhr, in der Hanauer Marienkirche stattfinden. Kinderchor, Flöten- und Gitarrenensemble, Sinfonieorchester und großer Chor, Big Band und Blasorchester präsentieren eine fröhlich-besinnliche Mixtur im Advent. Barockes von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel, Romantisches von Georges Bizet und Ralph Vaughan Williams, Filmmusikklassiker sowie alte und neue Weihnachtslieder aus aller Welt versprechen ein abwechslungsreiches Konzerterlebnis. Und auch die Zuhörer sind zum Mitsingen eingeladen. Karten zum Preis von acht Euro (Schüler/innen fünf Euro) sind ab Montag, 30. November, im Sekretariat der KRS (Im Schlosshof 2) erhältlich.


 

Einweihung des Paul Hindemith-Denkmals

Der weltweit geachtete Musiker und Komponist Paul Hindemith wurde vor 120 Jahren in Hanau geboren. Die Stadt Hanau, die Paul Hindemith-Musikschule, das Paul Hindemith-Institut (Frankfurt), die Karl Rehbein-Schule und die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) laden aus diesem Anlass am Geburtstag des Komponisten zur Einweihung des Paul Hindemith-Denkmals des Bildhauers Faxe M. Müller ein. Im Anschluss daran, werden u.a. Schülerinnen und Schüler der KRS ein Gedenkkonzert in der Marienkirche mitgestalten. Unter der Leitung von Sophia Schüller bringt der Kinderchor Hindemiths Stück "Wir bauen eine Stadt" dar.
 


Einweihung des Denkmals: 15. November 2015, 16:00 Uhr, Paul Hindemith-Musikschule (Pestalozzischule)
Gedenkkonzert: 15.November 2015, 17:00 Uhr, Marienkirche

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Lyrik unterm Ginkgobaum: „Lieder der Nacht“

Hanau, 23.09.2015

Am Sonntag, 8. November, heißt es um 17 Uhr wieder „Lyrik unterm Ginkgobaum“. Im Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule (KRS) sind in diesem Jahr „Lieder der Nacht“ zu hören. Zwielicht und Dunkel, Mondschein und Kerzenschein haben Dichter und Komponisten aller Zeiten zu Kunstwerken inspiriert. Und so können sich die Zuhörer auf einen abwechslungsreichen Mix aus Lyrik, Prosa und Musik freuen: Da sind Schlaflieder oder nächtliche Beschwörungen zu hören. Es gibt manch romantisches Stelldichein und manch dunkles Treiben. Die Zuschauer hören Fragen wie „Weißt du wie viel Sternlein steh‘n?“ oder „Wovon träumt der Astronaut?“. Sie lernen den Mann im Mond kennen und erfahren, dass es neben dem Ein- auch das Mondhorn gibt. Und aus unterschiedlichsten Motiven wird manch einer einstimmen, wenn es heißt: „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ …
Das Programm wird gestaltet von den beiden Schauspielerinnen Ursula Illert und Monika Müller-Heusch sowie von Mitgliedern von Chor und Orchester der KRS unter der Leitung von Petra Weiß und Frank Hagelstange.
Karten zu 7.- € (für Schüler 5.- €) sind im Buchladen am Freiheitsplatz und an der Abendkasse ab 16.30 Uhr erhältlich. Der Verein der Freunde der Karl-Rehbein-Schule wird wieder für Wein und Gebäck sorgen.
„Lyrik unterm Ginkgobaum“ gibt es in diesem Jahr bereits zum achten Mal. Die Reihe wird in Kooperation von Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt, Volkshochschule und Karl-Rehbein-Schule veranstaltet. Der diesjährige Abend findet im Rahmen der 175-Jahr-Feier des Gymnasiums statt.
 



 

 

Herbstfarben - ein Konzert von Meike Garden

Hanau, 07.05.2015

Am 08. Oktober 2015 um 19.30 Uhr (Einlass 19.00 Uhr) findet in der Mensa der KRS ein ganz besonderes Konzert statt. Unter dem Motto HerbstFarben präsentiert die Künstlerin Meike Garden, ehemalige Schülerin der Karl-Rehbein-Schule, verträumte Chansons über Liebe und Leben, temperamentvolle und witzige Lieder, sowie eigene und internationale Songs. Das Konzert ist das Dritte der Konzertreihe Meikes Jahreszeiten.

Bereits im April diesen Jahres stellte Meike Garden ihre neue Single „Perlentage“ vor, die im HerbstFarben-Programm zu hören ist. Perlentage ist bereits im Radio angelaufen und die Single kann an diesem Abend erworben werden.

Meike Garden vertrat 1988, zusammen mit ihrer Mutter als Duo Maxi und Chris Garden, Deutschland beim Eurovision Song Contest in Dublin. Die Sängerin, Musikerin und Komponistin hat ein abgeschlossenes Studium an der Hochschule der Künste in Berlin und ist zweifache Preisträgerin Deutscher Rock Pop Preis.

Garantiert wird es ein unvergesslicher Abend für jeden Besucher. Schon die Gäste des ersten Konzerts FrühlingsStimmung waren hellauf begeistert, es gab viel Applaus und Standing Ovations.

Nach dem Konzert gibt es bei einem Glas Wein Gelegenheit über alte und neue Zeiten zu plaudern …

Freuen Sie sich auf einen stimmungsvollen HerbstFarben-Abend!

Facts

Wann
Donnerstag, 08. Oktober 2015
Einlass: 19.00 Uhr | Beginn 19.30 Uhr

Wo
Mensa der Karl-Rehbein-Schule, Im Schlosshof 2, 63450 Hanau

Karten
VVK: € 17,00 | AK: € 19,00 inkl. Begrüßungssekt
Hanau Ticketshop, Am Markt 14, Hanau
Tourist Info, Aschaffenburger Str. 1 (Einhardhaus), Seligenstadt ODER
per Mail an MeikeGarden@exciting-event.de

 

Aus organisatorischen Gründen muss das Konzert auf das Frühjahr 2016 verschoben werden!


 

Schwebend-luftige Klangdüfte im Kirchenschiff

Junge Musiker der KRS präsentieren ein ausgewogenes wie brillantes Weihnachtskonzert in der Marienkirche

Hanau, 18.12.2014

Nicht selbstverständlich sei, dass Schüler ob des kurzen Schulhalbjahres solch eine herausragende Leistung auf die Bühne bringen, lobt Jürgen Scheuermann, Direktor der Karl-Rehbein-Schule (KRS), seine Schützlinge zum Eingang der alljährlich stattfindenden KRS-Weihnachtskonzerte in der Marienkirche Hanau. Selbstverständlich ist aber, dass die drei Konzerte bis auf den letzten Platz ausverkauft sind. Selbstverständlich hingegen ist auch, dass die KRS-Musiker unter Anleitung ihrer Lehrkräfte in der Lage sind,  qualitativ sehr hochstehende und anspruchsvolle Literatur rund um das Thema Weihnachten auf den Emporen der Marienkirche zu interpretieren. Und was die Selbstverständlichkeiten noch angeht: Es ist auch nicht selbstverständlich, dass sich eine Schulgemeinde vor den erschossenen Schulkindern in Pakistan verneigt und dass letztendlich die „Großen“ die „Kleinen“ auf der Bühne unterstützen. Das ist gelebte Solidarität, wie man sie sich an einer Schule nur wünschen kann.

Nichts zu wünschen übrig ließ auch die diesjährige Programmauswahl. So wurden Weihnachtslieder aus unterschiedlichen Ländern der Welt in verschiedenen Facetten beleuchtet, sogar das Publikum wurde mehrfach als „großer Chor“ mit in das Konzert einbezogen. Da bekannter Maßen in der Kürze auch die Würze liegt, erlebte das Publikum nicht nur ob der abwechslungsreichen Besetzungen einen sehr kurzweiligen Konzertabend, der in Windeseile zu Ende ging – „ein Lied hätte es doch noch sein können“, so ein begeisterter Zuhörer am Ende.   

Das KRS-Sinfonieorchester unter Leitung von Petra Weiß hatte sich des Weihnachtsmärchens „Tuttifäntchen“ um die Handpuppe des Holzschnitzer-Meisters Tuttifant, vertont von dem Hanauer Komponisten Paul Hindemith, angenommen. 1922 von Hindemith in einer Zeit komponiert, in der er eher durch provokante musikalische Skandale auf sich aufmerksam machte, schlug auch hier seine Neigung zur Parodie und zum Sarkasmus durch. In einem sehr transparent dargestellten Klanggebilde werden bekannte Weihnachtslieder kunstvoll in einem symphonischen Satz verwoben. Die jungen Orchestermusiker glänzen durch eine elegante Intonation in den Streichern, rhythmisch pointierten Blecheinsätzen und Homogenität im Holz – rund um eine sehr spannungsreiche, ausdifferenzierte wie mitreißende Interpretation.

Das KRS-Blasorchester vollzieht derzeit unter seinem neuen Dirigenten Jens Weismantel einen Wandel hin zu einem feinen, sehr dynamisch abgestuften Klangkörper. Das wird eindrucksvoll mit „To my country“ des Niederländers Bernhard Zweers demonstriert, sorgt  der zusätzliche Einsatz der Marienkirchen-Orgel im vollen Ornat für eine Föhnwelle beim Publikum. Das Blasorchester kann aber auch zart, wie es sich beim Siegeschor („Tochter Zion“) aus „Judas Maccabäus“ von Händel zeigt.
Ob Flötenkreis (Gudrun Conrad und Mechthild Sydow) oder KRS-Gitarren-AG (Christian Gutgesell/Paul-Hindemith-Musikschule) oder auch der Chor der fünften und sechsten Klasse (Sophia Schüller): Mit europäischen Weihnachtsliedern, dem „Winter“ aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ oder einem feinen „Gloria in excelsis Deo“ präsentieren sich die Gruppen von der eher zurückhaltenden Seite, ohne dabei aber die dynamische Spannung auszugrenzen. Einen vokalistischen Glanzpunkt setzen kann der gemischte Chor des KRS-Leistungskurses (Jens Weismantel) mit „Psallite Deo“ aus dem Magnificat BWV 243 von Bach, dessen polyphone Strukturen für die sehr engagiert auftretenden Sänger keine Hürden darstellen.
Sehr präsent präsentiert sich dann der Chor ab der Klasse sieben, Lehrkräfte und ehemalige KRS-Mitglieder unter Leitung von Frank Hagelstange. Brillant und feinfühlig umgesetzt das hebräische Stück „Hine mah tov“ mit seinem eingänglichen, sich immer wiederholenden Thema, bevor die Choristen mit Karl Jenkins „I offer you peace“ aus „The Peacemakers“ – aktuell den ermordeten Schulkindern in Pakistan gewidmet – dem Vortrag die Krone aufsetzen. Mit Unterstützung der Streicher- und Rhythmusgruppe entfaltet sich in der Marienkirche ein schwebend-luftiger Klangduft, der sich den baulichen Gegebenheiten der Kirche zauberhaft anschmiegt. Exakt geführte Stimmeinsätze untermauern die different-farbige Harmonik des Stückes. Mit traditionellen „Christmas Carols“ schließlich beleuchten Hagelstange und seine Mitstreiter auch eine Weihnachtsliteratur, die den Reiz des kaum Gehörten besitzt und von daher eine willkommene Bereicherung des Programms darstellen.
Stefan Glück und seine KRS-Big-Band gehen es naturgemäß etwas knackiger an und entführen das Publikum sogar ins weihnachtliche Brasilien mit einer fetzigen Samba. Fettes Blech auf der einen Seite, quirlige Improvisationen auf der anderen Seite und immer wieder eine in ihrer Bandbreite große Dynamikspanne machen die Vorträge der Big Band zu einem exquisiten Hörvergnügen. „Nun freut euch, ihr Christen“: Gleich zwei Mal müssen die KRS-Symphoniker ihre Instrumente bemühen um mit den Konzert-Besuchern einen sehr feierlichen Abschluss des eineinhalbstündigen, insgesamt sehr abgerundeten KRS-Weihnachts-Konzertes zu zelebrieren.

Volles Kirchenschiff: Gleich drei Mal ausverkauft präsentieren die diesjährigen KRS-Weihnachtskonzerte ein breites Spektrum an Weihnachtsliteratur. Fotos: Pick

     
 


    

KRS-Blasorchester eröffnet Weihnachtsmarkt

Hanau, 29.11.2014

Gelungene „Feuertaufe“ für den neuen Leiter des KRS-Blasorchester: Nachdem Jens Weismantel den Dirigentenstab vom langjährigen Orchester-„Conducteur“ Rainer Kasan im Sommer überreicht bekommen hat, haben die KRS-Blasmusiker unter der neuen Leitung von Wesimantel nun mit großem Applaus den Hanauer Weihnachtsmarkt eröffnet. Gemeinschaftlich mit Hanaus OB Claus Kaminsky gaben die jungen KRS-Musiker musikalisch mit einem bunten Potpourri aus traditionellen und moderneren Weihnachtsliedern den Startschuss für die kommenden Weihnachtsmarkt-Wochen. Sehr differenzierend in der klanglichen Gestaltung führt Jens Weismantel sogleich seine neue Handschrift ein. Man darf schon jetzt auf die Weihnachtskonzerte der KRS vom 16. bis 18.12 (jeweils 19 Uhr) in der Marienkirche Hanau gespannt sein, gab das KRS-Blasorchester einen denkbar schmackhaften Appetithappen auf das kommende Konzert ab. Karten für das Konzert gibt es Sekretariat der KRS.      Fotos: Pick    
 

 

 


 

Weihnachtslieder aus ganz Europa 

Hanau, 26.11.2014

Von Dienstag, 16. Dezember. bis Donnerstag, 18. Dezember, finden jeweils um 19 Uhr die traditionellen Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) in der Hanauer Marienkirche statt. Die Orchester und Chöre, Big Band sowie Flöten- und Gitarrengruppen wollen teils besinnlich-nachdenkliche, teils ausgelassen-fröhliche Adventsstimmung verbreiten. Weihnachtslieder aus verschiedenen europäischen Ländern bilden diesmal den Schwerpunkt der Programmfolge, wobei die Zuschauer auch zum Mitsingen eingeladen sind. Mit dem Konzert stellt sich Jens Weismantel als neuer Leiter des KRS-Blasorchesters dem Publikum vor. Der Bogen des Programms geht von einer feierlichen Fantasie über Händels „Tochter Zion“ bis zu einer Satzfolge aus dem Weihnachtsmärchen „Tuttifäntchen“, in dem Paul Hindemith mehrere bekannte Weihnachtslieder verarbeitet hat. Karten zum Preis von acht Euro (für Schüler fünf Euro) sind ab Montag, 1. Dezember, im Sekretariat der KRS (Im Schlosshof 2) erhältlich.

 


 

Feiner Hausmusikabend an der KRS

Hanau, 19.11.2014

In fast familiärem Kreis trafen sich jetzt junge, begabte Instrumentalisten der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) zum schon traditionellen Hausmusikabend und präsentierten ein feines, einstündiges Kammermusikprogramm der besonderen Güteklasse. KRS-Oberstudienrätin Petra Weiß wies auf die besondere Bedeutung hin, die solche Vorspielabende als künstlerisches Präsentationsforum für musizierende Jugendliche haben, und begrüßte in diesem Zusammenhang auch die guten musikpädagogischen Kontakte zur Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (PHM), die eng mit der KRS kooperiert, sowie zu den engagierten Privatlehrern.

Jüngstes Mitglied der überwiegend aus Pianisten bestehenden Musikerrunde war Kiara Hecktor aus der Gesangsklasse fünf. Sie spielte sicher und anmutig den „Valse d´Amelie“ von Yann Tiersen. Die „pianistische Mittelstufe“ repräsentierten souverän und virtuos Cosima Zaveta (Klasse 8c) und Pamina Daus (Kl. 9b) mit anspruchsvollen Kompositionen von Beethoven, Chopin und Schtschedrin, die den beiden erst kürzlich beim Hanauer Willy-Bissing-Wettbewerb zu ersten Preisen verholfen hatten.
Zwei ganz gegensätzliche Kammermusikbeiträge sorgten für stilistische und klangliche Kurzweil: Die Geschwister Serena (Q1), Violine, und Carlotta Spiegel (KRS-Abiturientin 2014), Flöte, musizierten fein aufeinander abgestimmt zwei  kontrastreiche Sätze eines Duos von Carl Philipp Emanuel Bach, wozu der junge Geiger Alexander Kuhne (Eg), begleitet von Berit Abraham (Ed) am Klavier,  einen eindrucksvollen stilistischen Gegenpart lieferte: mit der bekannten Melodie aus dem Kinoerfolg „Schindlers Liste“  und einem ausdrucksvollen  „Cantabile“ des „Teufelsgeigers“ Paganini zauberte er melancholische und romantische Stimmung in die abendliche Düsternis des Foyers im 2. Stock der KRS.

Dynamisch und schwungvoll beendet wurde dieser schöne Konzertabend durch das Klavierduo Ines Horst (Q1) und Yannis Brückner (Q1) mit einem mitreißenden Slawischen Tanz von Antonin Dvorák, dem ein verdienter und lang anhaltender Applaus für die gesamte Künstlerschar folgte. Nun freut man sich in der KRS auf die bevorstehenden drei Weihnachtskonzerte, die am  17., 18. und 19. Dezember jeweils um 19 Uhr in der Marienkirche stattfinden werden.

 


 

Feine Kammermusik in Wien geboten

Konzert des Rehbein-Musik-Leistungskurses in österreichischer Metropole

Hanau, 9.10.2014

Als Oberstudienrat Jürgen Weiß, langjähriger Musiklehrer und lange Jahre Leiter des Symphonieorchesters der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) im Jahr 1988 zum ersten Mal die Beethovengedenkstätte in Wien-Floridsdorf besuchte, ahnte er noch nicht, dass er damit den Weg frei machen würde für eine neue Konzertbühne, die allen zukünftigen KRS-Musik-Leistungskursen auf ihrer traditionellen Abschlussfahrt in die Musikmetropole Wien ein weiteres unvergessliches Erlebnis bieten würde.

Im September 1989 fand, hochgelobt vom damaligen Leiter der Beethoven-Gedenkstätte Professor Leopold Wech,  das „Debüt in Floridsdorf“ statt: feine Kammermusik, schwerpunktmäßig dargeboten vom Musikerehepaar Jürgen und Petra Weiß am Klavier zu vier Händen. Von nun an kam es Jahr für Jahr, mit stets wechselnden Lehrern aus dem Musikerteam und jedes Mal überraschend vielseitigen Schülerprogrammen zu einem mittlerweile nicht mehr weg zu denkenden spannenden und niveauvollen Konzertauftritt der KRS-Abiturienten. Bei manchen dieser jungen Musiker entwickelte sich dadurch umso mehr  ihre besondere Liebe zur Musikmetropole Wien, und nicht wenige leben mittlerweile als Berufsmusiker in der Donaustadt.

  Jetzt feierten sechs KRS-Schülerinnen und ein KRS-Schüler unter Begleitung von Petra Weiß und Ehemann Jürgen, der sich trotz Ruhestandes seit 2010 diese traditionelle  Musikreise  nicht nehmen lässt, mit „ihrem“ Wien-Konzert ein ganz besonderes Jubiläum, denn das ehemalige „Debüt in Floridsdorf“ ereignete sich vor genau 25 Jahren. 
Mit besonderer Beachtung der  individuellen instrumentalen Fähigkeiten hat auch der diesjährige KRS-Musik-Leistungskurs zusammen mit seiner Tutorin Petra Weiß seit mehreren Monaten liebevoll und engagiert ein feines, abwechslungsreiches Kammermusikprogramm erarbeitet. Erstmals musizierte die KRS-Gruppe im Bezirksmuseum Floridsdorf, dem barocken „Mautner-Schlöss´l“ vor einem begeisterten Publikum, das erfreut von einer „entzückenden Musikergruppe“ sprach.

Auf dem Programm mit dem plakativen Motto  „Wien. Jetzt! Oder nie…“ standen Kompositionen berühmter „Wiener Klassiker“ wie Joseph Haydn und Franz Schubert, doch spannten die jungen Musiker einen weit größeren stilistischen Bogen: zu hören waren beispielsweise auch das Liebes-Thema aus dem Film „Der Pate“ oder der Tango-Evergreen „El Choclo“, wozu sich neben der Schwerpunkt-Besetzung Violine-Querflöte-Klavier auch Saxophone gesellten.

Der Leistungskurs Musik der KRS lädt sehr herzlich ein in die evangelische Marienkirche Hanau, wo am Freitag, 17. Oktober 2014, um 18 Uhr, mit der Wiederholung des Wien-Konzertes die „Nacht der offenen Kirchen“ eröffnet werden wird.



Konzert einer „entzückenden Musikergruppe“: Zusammen mit ihrer Kursleiterin Petra Weiß musizierten jetzt Schüler der Karl-Rehbein-Schule in Wien. Foto: Privat
 


Lyrik unter dem Ginkgobaum

Das diesjährige Motto lautet: „Sprachspiele“ - Geistreiches und Nonsense

Hanau, 31.08.2104

Am Sonntag, 14. September 2014 findet auf dem Schulhof der Karl-Rehbein-Schule die nächste Veranstaltung innerhalb der Reihe „Lyrik unterm Ginkgobaum“ statt. Ab 17 Uhr erklingen Texte und Musikstücke unter dem vielversprechenden Motto „Sprachspiele – Ludus verbalis“. Dahinter verbergen sich Wortspielereien und Spracherkundungen, Geistreiches und Nonsense, Lieder ohne Worte und experimentelles Erkunden der Stimme. Texten unter anderem von Ernst Jandl, Christian Morgenstern, Robert Gernhardt, Karl Valentin oder Kurt Schwitters werden Musikstücke von Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Claudio Monteverdi gegenüber gestellt. Die Zuhörer erwartet eine spannende Reise durch die Welt der Worte und Töne mit vielen überraschenden Begegnungen.
Die Texte werden von den Schauspielerinnen Ursula Illert und Monika Müller-Heusch vorgetragen. Mitglieder von Chor und Orchester der Karl-Rehbein-Schule musizieren unter der Leitung von Petra Weiß und Frank Hagelstange.
Karten zu sieben Euro (erm. fünf Euro) sind ab 16.30 Uhr erhältlich. Bei schlechtem oder kühlem Wetter findet die Veranstaltung im Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule (Eingang vom Schlossgarten aus) statt.
Die Reihe „Lyrik unterm Ginkgobaum“ ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt, der Karl-Rehbein-Schule und der Volkshochschule Hanau. Der Verein der Freunde der KRS wird wieder für Getränke und Gebäck sorgen.
Die Veranstaltung findet in diesem Jahr zum Gedenken an den im April verstorbenen Schauspieler Peter Heusch statt, der die die literarische Seite der Veranstaltungsreihe seit ihrer Premiere im Jahr 2007 verantwortet hat.
 

 


 

Brasilianische Leichtigkeit mit einem Hauch Wehmut


Sommerkonzerte der Karl-Rehbein-Schule sorgen für „Standing Ovations“- Abschied von Kasan

Hanau, 24.07.2014

Mit einem Lächeln hebt er das letzte Mal als Dirigent des Blasorchesters der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) den Taktstock, um am Ende mit frenetischem, nicht enden wollendem Applaus seitens seiner Musiker und seitens des Publikums in den verdienten „Ruhestand“ verabschiedet zu werden: Mit Rainer Kasan tritt am Dirigentenpult ein Mann ab, der nach nahezu 30 Jahren zahlreichen Schülergenerationen die Freude an der Musik näher gebracht hat und aus einem anfänglich bescheidenen Bläserkreis ein rund 80 Musiker starkes und stolzes Blasorchester geformt hat. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, verrät Kasan. Und so weht mit dem Abschied von Kasan auch ein Hauch von Wehmut über das diesjährige Sommerkonzert der KRS im Congress Park Hanau, das ansonsten eher bei fast allen beteiligten Gruppen durch meist südamerikanische Klänge verzaubern kann. 

             
Kann KRS-Direktor Jürgen Scheuermann neben einer stattlichen Anzahl von Prominenz aus Politik und Wirtschaft auch Vertreter der Partnerschule aus dem chinesischen Sanmen begrüßen, so findet er am Ende auch lobende Worte für das Engagement „seiner“ Schüler, die trotz großer schulischer Belastung noch zu äußerst konzentrierten Leistungen auf der Bühne fähig sind. Und natürlich wird auch Rainer Kasan, der das Blasorchester seit 2005 anleitete, gebührend von seinem Schulleiter verabschiedet. Kasan selbst hat sich zu seinem Abschiedskonzert etwas ganz besonderes ausgedacht: So holt er den Chor der KRS und die Streicher des Symphonieorchesters mit auf die Bühne, um sich mit einem fetzigen Medley der schwedischen Popgruppe „ABBA“ zu verabschieden. Großes Klang-Kino gibt es zuvor mit dem malerischen Orchesterstück des englischen Komponisten Albert W. Ketélby, „Auf einem persischen Markt“. Hier zeigen sich die jungen KRS-Blasmusiker von ihrer besten Seite, intonationssicher und vor allem sehr differenzierend in der Dynamik. 

     
Aber auch der Beginn des Konzertes hält im wahrsten Sinne des Wortes einen ganz besonderen Paukenschlag bereit: Die einaktige Oper „Der Mond“ von Carl Orff, basierend auf ein Märchen der Brüder Grimm, bildet den fulminanten Einstieg in das rund dreistündige Sommerkonzert. Orff verwendet hier zahlreiche Zitate aus der bayerischen Volksmusik, deren Harmonik er karikiert oder mit chromatischen Zusatztönen aufbrezelt. Eine Vielzahl an Schlagwerkern, zwei Pianisten, der Chor ab Klasse 7, die Gesangsklasse als auch die Freunde der KRS unter Leitung von Frank Hagelstange bringen das stellenweise klanglich sehr opulente Werk sowohl rhythmisch gut pointiert auf den Punkt als auch in seinen stimmlich hohen Anforderungen sehr ergreifend und ausdrucksvoll auf die Bühne.  

Etwas ruhiger lässt es dann der KRS-Flötenkreis unter Leitung von Gudrun Conrad und Mechthild Sydow (Paul-Hindemith-Musikschule, PHM) mit einem zart getragenen „Scarborough Fair“ angehen, bevor die Mitglieder der Gitarren-AG der KRS unter Leitung von Christian Gutgesell (PHM) spanisches Flair im Konzertsaal verbreiten. Mag man schon ein Tänzchen zu dem sich anschließenden südamerikanischen Melodiereigen des KRS-Flötenkreises wagen, so hält es selbst die Dirigentin des KRS-Symphonieorchesters, das fünf symphonische Tänze im Gepäck hat, kaum noch auf dem Dirigentenpult: Petra Weiß entlockt dem Orchester mit ganzem Körpereinsatz das eine ums andere Mal eruptive, dynamische Expressivität gepaart mit einem sehr eleganten, feinen Zusammenspiel zwischen Bläsern und Streichern. Ein akustischer Hochgenuss die Interpretation des „Tango Jalousie“ von Jakob Gade, eingeleitet von einem feurigen Violin-Solo (Daria Azov und Elias Scholz) und letztendlich leichtfüßig und grazil schwebend im homogenen Zusammenklang über das „Tanz“-Parkett des CPH gezaubert. Traumhaft.


Traumhaft geht es auch nach der Pause zu:  Eine riesen Schar von Katzen (Chor der Klassen fünf und sechs) bevölkert die Bühne, liebevoll geschminkt, um dann in traumwandlerischer Sicherheit die Geschichte von Rumpleteazer, Old Deuteronomy und anderen Katzengestalten aus dem gleichnamigen Musical „Cats“ zu erzählen.  Selbst Chef-Kater Jens Weismantel hat es sich nicht nehmen lassen, auch sein Gesicht in einen Musikkater verwandeln zu lassen, um seine Solisten und Choristen zu einer so nicht erwarteten stimmlichen Höchstleistung zu motivieren. Als dann das berühmte „Memories“ in seiner ganzen mehrstimmigen Pracht ertönt, kennt der Jubel im Saal kaum mehr Grenzen.


Der frisch gebackene Abiturient Frederik Tesar schließlich setzt dem Ganzen am Schlagzeug noch die Krone auf: Begleitet er zuvor stilsicher sowohl das Symphonieorchester als auch die Flöten-AG, so kann er als Drummer der KRS-Big-Band den hier dargebotenen südamerikanischen Stücken nicht nur  rhythmische Finesse einhauchen, sondern bringt in einem atemberaubenden zweiminütigen Schlagzeugsolo den Saal schier zum Beben. Big-Band-Leiter Stefan Glück wird dieses Ausnahmetalent nur ungern ziehen lassen müssen – wobei freilich auch die Big-Band etwa mit einem ganz lässig gespielten Bossa-Nova das Tanzbein des Girls von Ipanema kräftig schwingen lässt. Ja, die Schulzeit war wohl eine gute Zeit – davon singen auch die Mitglieder des KRS-Musik-Leistungskurses ebenfalls mit einer Prise Wehmut in der Stimme. 

     
„Conducteur“ Rainer Kasan schließlich verabschiedet sich mit einem schwungvoll dargebrachten „Waterloo“ von seinen Schülern und seinem Publikum, nicht ohne stehende Ovationen entgegenzunehmen. Da ist es dann, das weinende Auge, schließlich hat er mit viel Herzblut ein Blasorchester aufgebaut, das ihm ans Herz gewachsen ist und das auch zu einem Markenzeichen der KRS geworden ist. Mit Stolz überreicht er dann in einer großen Geste seinen Dirigentenstab an Jens Weismantel weiter, der das Werk Kasans fortführen wird. Am Ende fließen  bei allen Beteiligtendie Tränen in Strömen - nur einer strahlt in die Runde: Rainer Kasan, der Fels in der Brandung. So wird man ihn wohl auch in Erinnerung behalten. Adieu, Rainer! 


Stehende Ovationen für Rainer Kasan (Mitte stehend), der in fast 30 Jahren die Blasmusik an der Karl-Rehbein-Schule maßgeblich mitgestaltet und geprägt hat und der sich nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Fotos: Pick
 

 


 

Konzertabend der feinen, englischen Art

Jubiläumskonzert 45 Jahre Schüleraustausch mit Dartford  in voll besetzter Marienkirche
 

Hanau, 04.07.2014

Es wehte schon eine ganz besondere Duftnote durch die lichtdurchflutete Hanauer Marienkirche, ist dort nicht jeden Tag ein englisches Schulorchester samt Solisten und Chor zu Gast. Vor genau 25 Jahren fand das erste Konzert im Rahmen des insgesamt seit 45 Jahren gepflegten Schüleraustausches  zwischen den beiden englischen Partnerschulen (Dartford Grammar School und Dartford Garmmar School for Girls) und der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) statt – Grund genug, nun für eine würdige und mitreißende Neuauflage dieser Konzertreihe in der restlos gefüllten  Marienkirche zu sorgen.

Der musikalische Konzert-Austausch zwischen England und Deutschland ist für KRS-Direktor Jürgen Scheuermann ein „gelebtes Europa“, sieht er in diesen Veranstaltungen neben dem hohen künstlerischen Aspekt aber auch die Basis für ein geeintes und demokratisch gefestigtes Europa.  Beide Schulen, so Scheuermann in seiner Begrüßungsrede, unterhalten Kontakte in die ganze Welt, aber insbesondere die deutsch-englische Freundschaft sei im Rahmen eines vereinten Europas von besonderer Bedeutung.

Die rund 80 jungen Musiker und Musikerinnen aus England, die mit zwei Bussen und in Begleitung von zehn Lehrkräften die Reise nach Hanau angetreten hatten,  bestätigten Scheuermanns Worte mit einem abwechslungsreichen und vor allem fröhlich dargebrachten Konzertreigen: So präsentierte das Orchester aus Dartford neben Filmmusik auch Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“, wobei erstmals die neuen Röhrenglocken der KRS zu ihrem kraftvollen Debüteinsatz kamen. Leonard Cohens solistisch interpretiertes „Hallelujah“ ließ genauso aufhorchen wie die Darbietungen des Streicherensembles und des Mädchen-Chores der Grammar School, wurden die Ohren hier mit drei stimmlich sehr homogenen Beiträgen verwöhnt.

Nach der Pause überraschten der Chor und das Orchester der KRS unter Leitung von Petra Weiß, die auch durch den Konzertabend führte, die Gäste mit Edward Elgars berühmtem „Land of Hope and Glory“ – einem hymnischen und emotionsgeladenen Werk, das schon vor 25 Jahren auf dem Konzertprogramm stand.  Überhaupt, so betonte die stellvertretende Schulleiterin Michaela Kingham, sei die KRS für ihre Grammar School musikalisch gesehen die Messlatte, der es gelte, nachzueifern. So haben die musikalischen Leiter James und Vicky Dowsett, Zoe Marks und Sarah du Plessis – letztere nahm schon als Schülerin am Konzertaustausch mit – mit ihren Schülern schon große Erfolge in diese Richtung erzielt.
 
Beschwingte Rhythmen tanzten anschließend durch das Kirchenschiff mit Domenico Modugnos Welthit „Volare“,  intoniert von der Blechbläsergruppe aus Dartford. Einer der Höhepunkte des Konzertes war der gemeinschaftliche Auftritt mit Sängern aus den beiden Dartforder Schulchören, die ein feierliches, in beinahe hymnischem Duktus geführtes „Adiemus“ von Karl Jenkins darboten. Die Big-Band der Grammar School setzte mit Salsa, Rock und Bossanova den Schlusspunkt unter einen mit einer überzeugend abgerundeten Mischung aus modernen und klassischen Werken sehr sympathischen und niveauvollen Konzertabend - ein Konzertabend der feinen, englischen Art. Standing Ovations waren der verdiente Lohn für Schüler und Lehrer der Grammar Schools aus Dartford.                                                                                                                                        

Ein mitreißendes wie auch sehr fröhlich-sympathisches Konzert brachten die englischen Schüler aus Hanaus Partnerstadt Dartford in der Marienkirche zu Gehör. Fotos: Privat

 


Orffs „Der Mond“ trifft auf Südamerika

Karl-Rehbein-Schule Hanau lädt ins CPH zum Sommerkonzert ein – Abschied von Kasan

Hanau, 02.07.14

Einen festlich-schwungvollen Schuljahresausklang versprechen wieder die beiden großen Sommerkonzerte, zu denen die Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) am Mittwoch, 23. Juli und am Donnerstag, 24. Juli, jeweils um 19.00 Uhr in den Paul-Hindemith-Saal des Congress Park Hanau einlädt.
Die Chöre der KRS widmen sich in diesem Jahr musikalischen Bühnenwerken: während der Chor der Klassen fünf und sechs mit einem Medley aus dem Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber einen ganzen Strauß Evergreens zu bieten hat, präsentiert der Chor ab Klasse 7 mit dem Chor der Freunde der KRS eine musikalische Rarität: die Oper „Der Mond“ von Carl Orff geht auf ein weniger bekanntes Märchen der Brüder Grimm zurück, das im Stil der berühmten „Carmina burana“ Orffs mit mitreißenden Chören begleitet von zwei Klavieren und üppigem Schlagwerk erzählt wird.
Bei den Auftritten von Big Band, Blockflötenkreis und Gitarrenkreis geht es in diesem Jahr südamerikanisch zu, wogegen sich das große KRS-Sinfonieorchester der symphonischen Tanzmusik verschrieben hat: mit einem Walzer von Chatschaturjan, einem Foxtrott von Hindemith, dem Persischen Marsch von Johann Strauß, einem spanischer Tanz aus „Carmen“ und dem weltberühmten „Tango Jalousie“ können die Zuhörer zugleich eine musikalische Weltreise erleben.
Nach über zwei Jahrzehnten als Leiter des Blechbläserkreises und ab 2005 des Blasorchesters verabschiedet sich mit diesem Konzert Pfarrer Rainer Kasan von der KRS. Das von ihm präsentierte ABBA-Medley – passend zum 40. Geburtstag von „Waterloo“, dem Grand-Prix-Siegertitel der berühmten schwedischen Popband – verspricht ein fulminanter Abschluss des Konzertes zu werden! Karten zu zehn Euro (Schüler: sechs Euro)  sind ab Montag, 7. Juli im Sekretariat der KRS (Im Schlosshof 2) erhältlich.

 


 

Schüler aus Dartford geben Konzert

Hanau, 16.06.2014

Am Sonntag, 29. Juni 2014, findet um 17.00 Uhr, ein Jubiläumskonzert unter dem Motto „25 Jahre Konzertaustausch Dartford-Hanau“ in der Hanauer Marienkirche statt. Seit 45 Jahren gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Dartford und Hanau, an der sich auch die Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) und ihre beiden englischen Partnerschulen – die Dartford Grammar Scool und die Dartford Grammar Scool for Girls – seit vielen Jahren beteiligen. Vor 25 Jahren waren dann zum ersten Mal Rehbeinschüler zu einem Konzertbesuch in der südlich von London gelegenen Stadt. Seither waren junge Musiker aus Hanau fünf weitere Male in Dartford zu Gast und es gab drei Gegenbesuche. Zum Jubiläum können die Rehbeiner in diesem Jahr wieder einmal junge Instrumentalisten und Sänger aus den beiden Dartforder Schulen begrüßen. Und die Gäste haben ein abwechslungsreiches und  unterhaltsames Programm im Gepäck: mit Orchestermusik von Rimsky-Korsakoff und Mussorgsky, mit Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ und „Skyfall“, mit Gospels und Swingklassikern sowie mit einem großem Medley aus Leonard Bernstein berühmten Musical „West Side Story“. Und natürlich darf auch Mick Jagger im Programm nicht fehlen, der die Dartford Grammar Scool besucht und ihr einen Konzertsaal gestiftet hat. Der Eintritt für das Konzert ist frei. Die Karl-Rehbein-Schule und ihre Gäste aus England freuen sich auf viele interessierte Zuhörer.
 

 


 

Jodelnde Flöten und volles Gebläse

Frühlingskonzert der KRS überzeugt mit ausgefallenem Programm und beseelt aufspielenden Schülern

Hanau, 10.05.2014

 

„Volles Gebläse“: Die KRS-Big-Band unter Leitung von Stefan Glück lässt es im Schlossgartensaal der KRS stellenweise ordentlich krachen.  Fotos: Pick

Wer die Gesichter der jungen Musiker im Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) während des jüngst stattgefundenen Frühlingskonzertes aufmerksam studiert, wird neben der nötigen Konzentration für das musikalische Geschehen aber auch oftmals ein Lächeln feststellen. Die Instrumentalisten und Vokalisten jedenfalls haben mit der Interpretation von Pachelbel, Vivaldi und Lloyd Webber eine Menge Spaß, der auch auf das zahlreich erschienene Publikum überspringt.

Einstmals im Weißen Saal gestartet, dann als „Treppenkonzert“ in der KRS firmierend habe man sich „langsam nach unten gearbeitet“, sinnierte Robert Schnabel, stellvertretender Direktor der KRS mit einem Lächeln auf den Lippen. Und die KRS-Musikfachsprecherin Petra Weiß erinnert sich gar bedauernd, dass man für den Auftritt früher sogar noch eine kleine Gage bekommen habe – was für Zeiten. Vorbei. Dass man heute eher Schmalzbrote und Sekt verkaufen muss, um die Kosten zu decken, tut der Begeisterung der Ausführenden aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Die Schmalzbrote gehen weg wie „geschnitten Brot“ und die musikalischen Beiträge sorgen so oder so für gute Laune im Saal.

Johann Pachelbels berühmter Kanon in D-Dur, mit feingesponnener Noblesse von Mitgliedern des KRS-Symphonieorchesters unter Leitung von Petra Weiß intoniert, sorgt für einen gelungenen Einstieg in ein spannendes Konzert-Programm. Da geben die Blockflötensolisten unter der Leitung von Gudrun Conrad in einem „Kopfnuss-Tango“ alleine aus dem Labium heraus die skurrilsten Tonfetzen von sich, gewürzt mit einem rasch imitierenden Sprechgesang. Sogar jodeln können sie, die Flöten – ein herrlicher musikalischer Spaß, der einmal mehr zeigt, dass die Blockflötenfamilie zu einem großen Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten fähig ist. 

Manches muss wachsen. So auch die neue Gitarren-AG der KRS, die in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Paul-Hindemith-Musikschule aus der Taufe gehoben wurde und von Christian Gutgesell geleitet wird. Passend zum Thema mit „Der Frühling“ aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ gelingt es den jungen Gitarristen mit Verstärkung von Leonie Adelmann an der Querflöte aber, das Publikum positiv zu überraschen.

Pauline Hoffmann und ihre Schwester Annemone können den Überraschungsfaktor mit ihrer Interpretation von Erwin Schulhoffs „Duo II für Violine und Violoncello“ – zur Nazizeit als „entarteter Musiker“ zählend - noch um weitere Einheiten erhöhen. Das Geschwisterpaar hat sich nun zum Bundesentscheid von „Jugend musiziert“ gespielt und zeigt dem am Ende restlos begeisterten Publikum auch warum. Nach einem kurzen Blickkontakt loslegend entlocken sie ihren Streichinstrumenten mit diesem experimentierfreudigen Werk nahezu alle Klangfacetten vom Flageolett bis hin etwa zum gleichzeitigen Pizzicato und Bogenstrich – spieltechnisch sehr anspruchsvoll. Die motivischen Bälle fliegen in schlafwandlerischer Sicherheit blind zwischen Geige und Cello hin und her. Eine Bravour-Leistung des Geschwisterpaars Hoffmann.

Nach einem feinsinnigen Blockflöten-Ausflug in die vergessene Welt des Komponisten Carlo Cormier unter Leitung von Mechthild Sydow bekommt das Publikum vom Chor der Klasse 7 und den Freunden der KRS unter Leitung von Frank Hagelstange ein Medley aus Lloyd Webbers Rockoper „Jesus Christ Superstar“ präsentiert. Mal rockig vorantreibend, mal zurückhaltend zeigen die Choristen eingebunden in intonationssicherer Mehrstimmigkeit einen mitreißenden Querschnitt durch die zu ihrer Entstehung auf Widerstand stoßende Rockoper.

Nach Stärkung mit Schmalzbrot kommt die große Stunde der KRS-Big-Band unter der Leitung von Stefan Glück, der mit kleinen Anekdoten getränkt durch das neue Programm der Big Band führt. Da gibt es einiges zu hören: elegante Bossa Novas, grooviger Rock ‚n‘ Roll, explosiver Jazzrock a la Chicago oder fröhlich-lockerer „Jackson-five“-Pop. Die Big-Band präsentiert sich dabei sowohl harmonisch wie melodisch aus einem Guss, überzeugt sowohl mit feinen-filigranen Crescendo-Bögen als auch zupackenden Fortissimi, knackig-rhythmischen Passagen und einem eloquenten Bläseransatz. Erst nach zwei Zugaben tritt das Publikum zufrieden und von fröhlich-anmutig präsentierter Musik beseelt den Heimweg an.

Die KRS lädt schon jetzt alle Musikbegeisterten zu den traditionellen Sommerkonzerten am Mittwoch, 23. und Donnerstag, 24. Juli, jeweils 19 Uhr, in den Congress Park Hanau ein. Auf dem Programm stehen Carl Orff, Lloyd-Webber und „ABBA“.

Mit Vivaldis „Der Frühling“ aus „Die vier Jahreszeiten“ kann die KRS-Gitarren-AG unter Leitung von Christian Gutgesell einen adäquaten Beitrag zur Jahreszeit und zum Konzert-Motto beitragen.    
            

 


 

Österliches Singspiel in der Marienkirche

Hanau, 4.5.14

Am Sonntag, 18. Mai 2014, wird im Rahmen eines Abendgottesdienstes in der Marienkirche um 18 Uhr das Singspiel „Hast du ihn gesehen?“ von Stefan Hanke aufgeführt. Das Singspiel für Chor, Solisten und Instrumentalensemble präsentiert in einer Folge von eingängigen Songs die Geschichte der Emmaus-Jünger; die Auferstehung Jesu wird dadurch in die Sprache und Vorstellungswelt unserer Zeit transportiert. Seit drei Jahren gibt es an der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) Klassen mit einem erweiterten Musikunterricht, die sich ganz der stimmlichen Schulen junger Menschen widmen. Die Gesangsklassen aus den Jahrgangsstufen 5 und 6 gestalten das Singspiel unter der musikalischen Leitung von Jens Weismantel (Bild) und Frank Hagelstange. Nachdem das Singspiel bereits im Schulgottesdienst mit großem Erfolg präsentiert wurde,  hat nun die gesamte Schulgemeinde und die interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit, die musikalische Geschichte der Jünger, die Jesus nach seiner Auferstehung begegnen, aber nicht erkennen, kennenzulernen. Der Eintritt ist frei.


Frühlingskonzert im Schlossgartenssal

Hanau, 4.5.14

Am Freitag, 9. Mai 2014, findet um 19 Uhr im Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) das traditionelle Frühlingskonzert der KRS statt. Im ersten Konzertteil präsentieren sich verschiedenen Blockflötengruppen und die in Kooperation mit der Paul-Hindemith-Musikschule erst in diesem Schuljahr gegründete Gitarren-AG. Daneben sind der berühmte Kanon von Johann Pachelbel, in einer Orchesterfassung von Petra Weiß, und ein Medley aus der Rockoper "Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber zu hören. Im zweiten Teil spielt die KRS-Big Band ihr aktuelles Programm. Der Eintritt für das Konzert ist frei, am Ausgang wird um eine Spende für die musikalische Arbeit an der Rehbeinschule gebeten. Der Schlossgartensaal ist über den Schlossgarten erreichbar.
 

 


 

Chor der KRS singt „Jesus Christ Superstar“

Hanau, 24.02.2014

1971 brachten der damals noch kaum bekannte englische Komponist Andrew Lloyd Weber und sein Texter Tim Rice eine Rock-Oper über die Passion Jesu heraus. Die moderne Sprache und die ungewohnte Schilderung vor allem von Jesus, Judas und Maria Magdalena provozierten und faszinierten zugleich und legten die Grundlage für einen bis heute anhaltenden Erfolg des Stückes.
Am Samstag und Sonntag, 8. und 9. März, präsentieren Solisten, der Chor ab Klasse 7 der Karl-Rehbein-Schule (KRS) und der Chor der Freunde der KRS unter der Leitung von Frank Hagelstange und begleitet von einer Band verschiedene Songs aus dem Stück. In einer musikalischen Abendandacht werden den modernen Songs Texte aus den biblischen Passionsberichten gegenübergestellt – eine spannende Begegnung für die Zuhörer. Am Samstag, 8. März, ist „Jesus Christ Superstar“ im Rahmen der Reihe „Motette in Marien“ um 19.00 Uhr mit Pfarrerin Heike Lisker in der Hanauer Marienkirche zu erleben; am Sonntag, 9. März, wird die Veranstaltung um 18.00 Uhr in der St. Laurentiuskirche in Frankfurt-Enkheim mit Pfarrerin Katrin Fuchs wiederholt. Der Eintritt ist frei (Spende am Ausgang).

 


 

Funkelnde Pracht trifft auf beseelte Anmut 

Weihnachtskonzert der KRS bietet gelungene Programm-Mixtur – Standing Ovations 

Hanau, 19.12.13

Beseelte Sinfonieorchesterklänge: Petra Weiß und ihre jungen Musiker sorgen für exquisiten Hörgenuss von der Empore der Marienkirche.  Fotos: Pick

„Für mich gehört das Weihnachtskonzert der Karl-Rehbein-Schule einfach zu Weihnachten dazu“, umschreibt „Stammgast“ Charly Eyerkaufer, ehemaliger Landrat des Main-Kinzig-Kreises, sein Kommen in die evangelische Marienkirche zu Hanau. In der Tat können die Schüler und die Lehrkräfte der Fachschaft Musik der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) an drei Abenden vor drei Mal restlos ausverkauftem Gotteshaus auch in diesem Jahr wieder in sehr überzeugender Manier demonstrieren, dass die KRS nicht umsonst den Titel „Schule mit Schwerpunkt Musik“ trägt. Aus dem Vollen schöpfend gestalten das Blasorchester, die KRS-Chöre und -Leistungskurse, der Flötenkreis, die Big-Band, das Sinfonieorchester und die Gitarren-AG ein glitzernd-strahlendes wie auch zart-beseeltes Weihnachtskonzert. 

Proppenvoll ist das KirchenschiffBezeichnend für die Rehbein-Weihnachtskonzerte ist nicht nur die instrumental-vokale Opulenz, sondern auch die hoch angesiedelte Qualität, die die Schüler von den Klassen fünf bis zur Oberstufe zu Tage fördern können. „Ein Dank gilt meinen Schülern und meinem Kollegium – die Leistung, die hier abgerufen wird, ist nicht selbstverständlich“, lobt KRS-Direktor Jürgen Scheuermann den Einsatz „seiner“ Rehbein-Musiker.

Die Architektur der Marienkirche mit ihren Emporen und versetzten Ebenen lädt immer wieder zu akustischen Experimenten ein. So etwa das in polyphoner Satzweise gehaltene „Maria durch den Dornwald ging“, das aus dem hinteren Altarraum ertönend eine kongeniale Fernwirkung erzielt. Die „Festliche Weihnachtsmusik“, bestehend aus einem Potpourri bekannter Weihnachtslieder,  arrangiert von Jens Weismantel für Chor und Blechbläserensemble, lotet die Echowirkung auf verschiedenen Ebenen aus, wobei die jungen, klaren Stimmen der fünften und sechsten Klassen mit dem Blech einen funkelnden klanglichen Kontrapunkt zueinander bilden.

Ist die KRS in der musikalischen Breite hervorragend aufgestellt, so kann sie auch auf exzellente Solisten aus den eigenen Reihen zurückgreifen. So etwa mit dem Trompeter Maximilian Schmitt, der zusammen mit dem KRS-Sinfonieorchester unter dem Dirigat von Petra Weiß eine elegant-feinsinnige Interpretation des Konzertes für Trompete von Jean Baptiste Georg Naruda darbietet. Zusammen mit einem subtilen, nuancierten Ton-Ansatz an dem Blechinstrument, das nie aufdringlich wirkt, entspinnt sich ein kunstvolles Wechselspiel zwischen Solist und Orchester – ein exquisiter Hörgenuss.

Nicht minder funkensprühend das KRS-Blasorchester unter Leitung von Rainer Kasan, dass sich mit kraftvoller Dynamik jubilierend der „Feuerwerksmusik“ von Händel widmet, um darauf von  Peitschenklängen und hellem Glockenklang getrieben zu einer rasant-schillernden wie fröhlichen „Petersburger Schlittenfahrt“ durch das weite Rund des Kirchenschiffs aufzubrechen. Beim „Schneewalzer“ wird das Publikum aufs Glatteis geführt, entpuppt sich der Walzer alsbald als Tango oder Swing. Auf „Klangwolke Nummer 7“ schwebend die Big Band unter Leitung von Stefan Glück mit einem dynamisch durchwoben und rhythmisch sehr pointierten Spiel durch die „Stille Nacht“, bevor dann „Santa“ höchstpersönlich das Kirchenschiff mittels knackigen Bläsereinsätzen und treibenden E-Gitarren-Sound rockt.

Wie gesagt, es geht aber auch anders. Beschaulichkeit und Anmut senken sich mit dem Flötenkreis (Leitung: Gudrun Konrad) über die Häupter der Zuhörer. Der Musik-Leistungskurs Q1 verbreitet mit des „Winters vergängliches Lied“ einen Hauch von Beschaulichkeit – fein artikulierter Stimmen-Balsam für die Seele. Ihre gelungene Konzert-Feuertaufe erlebt die KRS-Gitarren-AG unter der Leitung von Christian Gutgesell, Lehrkraft an der mit der KRS kooperierenden Paul-Hindemith-Musikschule: „Lasst uns froh und munter sein“ wird wörtlich genommen und mit viel Herz munter auf die Saiten der akustischen Gitarren gebracht, sodass die Zuhörer zugleich zum Mitsingen animiert werden.

Nicht ganz so in das weihnachtliche Portfolio passen will das „California dreaming“, dargeboten vom Musik-Leistungskurs Q3. Auch Ennio Morricones Filmmusik „Chi Mai“, ein eher melancholisch-wehmütiges Stück für Streicher, ist nicht unbedingt Weihnachtsbaum-tauglich, kann aber mit seinen vom KRS-Sinfonieorchester luftig dahin gehauchten Streicherwölkchen vielleicht als „Engels-Staub“ durchgehen. Edward Elgars „Enigma-Variationen“, ein ausladendes Charaktergemälde von Menschen aus dem unmittelbar-persönlichen Umfeld des englischen Komponisten, sind ebenfalls nicht dem Weihnachtsmann gewidmet. Die jungen Musiker des KRS-Sinfonieorchester können hier die impulsiv-pathetisch wirkenden rhythmisch-harmonischen Strukturen fein nachzeichnen, eloquent in von den Streichern mit großen Crescendobögen austariert.

Einen eher ungewöhnlichen Schlusspunkt des Konzertes setzt Frank Hagelstange, der sich mit dem Chor ab Klasse 7, dem Chor der Freunde der KRS, Harfenistin und Schlagwerk an Leonard Bernsteins „Chichester Psalms“ wagt – ein harmonisch als auch rhythmisch schwer erfassbarer Schlusspunkt, der ganz auf äußerliche Effekthascherei verzichtet. „Sucht man in meiner Musik nach dem Gegensatz von Optimismus und Pessimismus, so wird man ihn am ehesten im Spannungsfeld von Tonalität und Atonalität finden“, beschreibt Bernstein selbst das tonal etwas sperrige, auch melodisch sehr facettenreiche Werk, das auf hebräische Psalmentexte beruht. Die sehr diffizile Aufgabe der Umsetzung wird von Chor, Solisten, Bläsern und Kasimir Sydow an der Orgel sehr engagiert und emotionsgeladen gelöst, wenngleich die Intonation insgesamt ein wenig leidet.

Mit der Interpretation des bekannten „Tochter Zion“ im Doppeldirigat unter Mitwirkung fast aller Rehbein-Musiker endet ein zweistündiges, sehr abwechslungsreiches KRS-Weihnachtskonzert, das in seiner Breite gesehen eine gelungene Mixtur sowohl aus weihnachtlichem Glanz und Anmut, als auch Freude und Innehalten, eingebettet in ein hohes Spiel-Niveau, bieten kann. Standing Ovations sind am Ende der verdiente Lohn für die Ausführenden.

Jens Weismantel präsentiert mit dem KRS-Blechbläserensemble und dem Chor der Klassen 5 und 6 ein schwungvolles Potpourri bekannter Weihnachtslieder.



Weihnachten ohne festliches Blech geht gar nicht: Das KRS-Blasorchester lässt mit Händels „Feuerwerksmusik“ sprichwörtlich die Funken sprühen.                

 


 

Eine grandiose Leistung

Musikleistungskurs der Karl-Rehbein-Schule beeindruckt gleich zweimal die Zuhörer

Hanau, 21.11.13

Ein abendfüllendes und begeisterndes Programm boten die Rehbein-Schüler des Musikleistungskurses in der Hanauer Marienkirche unter Leitung ihres Lehrers Frank Hagelstange. Foto: Privat

Jetzt gestaltete der Musik-Leistungskurs der Karl-Rehbein-Schule (KRS) einen Vortrag über den Hanauer Komponisten Paul Hindemith. Einen Tag vor dessen 118. Geburtstag und zwei Tage vor dem großen Gedenkkonzert zum 50. Todesjahr Hindemiths präsentierten die vierzehn KRS-Schüler in der Marienkirche einen ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Vortrag. Seit Beginn des Schuljahres hatten sie sich in einem Unterrichtsprojekt intensiv mit Paul Hindemith auseinandergesetzt, um nun das Ergebnis ihrer Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Nachdem zunächst der Lebensweg Hindemiths von Hanau über Frankfurt und Berlin in die USA skizziert wurde, stellten die jungen Referenten Hindemiths Kantate „When lilacs last in the door-yard bloom’d“, sein so genanntes Fliederrequiem vor. Komponiert auf einen Gedichtzyklus von Walt Whitman, den dieser auf den Tod Abraham Lincolns und die Toten des nordamerikanischen Bürgerkrieges 1865 schrieb, gedenkt Hindemiths Werk der Toten des Zweiten Weltkriegs. Unter der Leitung ihres Lehrers Frank Hagelstange musizierten die Rehbeiner auch Werke von Hindemith, darunter Ausschnitte aus dem Requiem. Die fast 100 Zuhörer waren sowohl von der Ernsthaftigkeit der Vortragenden beeindruckt als auch von der Souveränität, mit der sie immer wieder zwischen Redner- und Notenpult wechselten.
Die Leistung ist umso höher einzustufen, als dieselben Schüler nur knapp zwei Wochen zuvor ein eigenes abendfüllendes Konzert auf die Beine gestellt hatten. Unter dem Motto „Die vier Jahreszeiten“ präsentierten sie ein Programm, mit dem der Kurs schon im Mai in der Beethoven-Gedenkstätte Wien-Jedlesee aufgetreten war. Das Motto geht auf vier Tangos des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla zurück, welche die Jahreszeiten in Buenos Aires reflektieren. Dieser Zyklus war von Kursleiter Frank Hagelstange eigens für die Kursbesetzung arrangiert worden: wann hört man diese Tangos schon einmal in der Besetzung für Streicher, Querflöte, Blechbläserquartett, Klavier zu vier Händen, zwei Gitarren und Schlagwerk? Die jungen Musiker führten selbst launig durch das Programm, bei dem jeweils einem Jahreszeiten-Tango weitere Auftritte zugeordnet waren. Dabei konnten die Rehbeiner sich in großer Vielfalt und auf höchstem Niveau präsentieren: klassisch mit Haydn oder Quantz, geistlich mit Heinrich Schütz oder fetzig mit „It’s a maniac“.
Und auch Freunde von Evergreens kamen mit dem a capella präsentierten „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ auf ihre Kosten. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Marienkirche waren die Zuhörer restlos begeistert und belohnten die grandiose Leistung mit Standing Ovations. Die gastgebende Marienkirchengemeinde freute sich über 500,00 Euro, die für die Neugestaltung des Altars und neue Kirchenbänke nach dem Konzert gesammelt wurden.  


Vortrag zu Paul Hindemith

Hanau, 04.10.13

In diesem Jahr jährt sich zum 50. Mal der Todestag des Hanauer Komponisten Paul Hindemith. Zum Gedenken an diesen bedeutenden Musiker des letzten Jahrhunderts führt die Hanauer Kantorei unter der Leitung von Christian Mause am Sonntag, 17. November, das Flieder-Requiem „When lilacs last in the door-yard blomm’d“ aus dem Jahr 1946 auf. Der Musikleistungskurs der Karl-Rehbein-Schule gestaltet am Freitag, 15. November, um 20 Uhr in der Hanauer Marienkirche einen Einführungsvortrag. Anlässlich des Gedenktages erhalten die Zuhörer einen Überblick über Hindemiths Lebensweg sowie einen Einblick in die Hintergründe der anspruchsvollen Kantate, der Gedichte von Walt Whitman zugrunde liegen, die während des nordamerikanischen Bürgerkrieges nach dem Attentat auf Präsident Lincoln entstanden sind.
Die Schüler des Hanauer Gymnasiums haben sich intensiv mit dem Werk und seinem Schöpfer auseinandergesetzt. Während des Vortrags werden sie unter Leitung ihres Leistungskurslehrers Frank Hagelstange auch Werke von Paul Hindemith selbst musizieren.
Der Eintritt zum Einführungsvortrag ist frei.


 

 

Rehbeiner in der Marienkirche

Hanau, 04.10.13

Am Sonntag, 3. November findet um 18.00 Uhr in der Hanauer Marienkirche das traditionelle Konzert des Musik-Leistungskurses der Karl-Rehbein-Schule (KRS) statt. Seit vielen Jahren gestalten die Schüler des Gymnasiums mit musikalischem Schwerpunkt anlässlich ihrer Studienreise ein Konzert in Wien. Jetzt haben die Zuhörer auch in Hanau die Gelegenheit, sich von der Qualität der jungen Musiker und Musikerinnen zu überzeugen. Das Konzert steht unter dem Motto „Die vier Jahreszeiten“, dabei stand ein Zyklus des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla Pate, der vier Tangos über die Jahreszeiten in Buenos Aires komponiert hat.
Zwischen den Tangos erklingen Kompositionen von Heinrich Schütz, Henry Purcell, Johann Quantz, Joseph Haydn, Paul Hindemith und Igor Strawinsky sowie Songs von Simon & Garfunkel und The Mamas & The Papas. Die vierzehn Schüler präsentieren sich sowohl als Chor als auch als Kammerorchester und stellen ihre solistischen Fähigkeiten unter Beweis.
Der Eintritt zu diesem abwechslungsreichen Konzert ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten.
 


Die böse Hexe trifft die Zuckerfee

„Lyrik unterm Ginkgobaum“: Gelungene Melange aus Lesung und Musik – KRS-Musiker brillieren

Hanau, 01.10.13

Marlene Jakobs brilliert am Klavier mit Tschaikowskys „Blumenwalzer“. Fotos: Pick
 

Wäscheklammern, Wolldecken und viel Sitzfleisch waren die wichtigsten Utensilien der diesjährigen „Lyrik unterm Ginkgobaum“-Veranstaltung, die alljährlich im Innenhof der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) stattfindet. Zeigte sich der im vergangenen Jahr noch leicht kränkelnde Ginkgobaum in diesem Jahr von seiner grünsten Seite, so standen die Ausführenden dem Vorbild aus der Natur in nichts nach und erwärmten das Herz der Zuhörer mit beseelten Vorträgen. Einzig der eisige Wind ließ die zahlreich erschienene Zuschauerschar frösteln und die Musiker verzweifeln, wehte es ihnen ständig die Notenblätter um die Nase. Aber wozu gibt es Wäscheklammern.

Gut bei Stimme und eloquent im Ton die Sänger, die Musiker und der Rezitator, Peter Heusch. Dies war auch seitens der Akteure dringend notwendig, ließ sich die bestellte Tontechnik erst gar nicht blicken – nicht unbedingt die feine englische Art. Dem Frankfurter Schauspieler Peter Heusch ficht das nicht an und führt sein Publikum alias „Dr. Mirakel“ mit sonorer Stimme durch 15 Grimmsche Märchen, die, freilich etwas umformuliert, vom Publikum erraten werden müssen. Denn schließlich galt es getreu dem Motto „Es war einmal…“ an den 150. Todestag des in Hanau geborenen Märchensammlers Jakob Grimm zu erinnern. Der Lesung, gemeinschaftlich veranstaltet vom Arbeitskreis „Lyrik und Peosie“, der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt, der Volkshochschule Hanau und der KRS, hätten dabei durchaus auch zehn Märchen zur Ehre gereicht.    

Passend dazu die Musikauswahl der KRS-Ensembles, -Choristen und –Solisten unter der Leitung von Petra Weiß und Frank Hagelstange in einer Melange aus Heiterem und Besinnlichem. Märchenhaft etwa Mozarts „Das klinget so herrlich“ aus dessen Oper „Die Zauberflöte“, dargeboten von Antonia Müller, Silas Engel und Holger Metschan. Sehr ausdrucksstark Lisa Hambrecht als „Hexe“ in Dvoráks „Rusalka“. (Bild links). Zuckersüß gerät der „Tanz der Zuckerfee“ aus Tschaikowskys „Nussknacker“, interpretiert vom KRS-Instrumentalensemble. Ein Hörgenuss auf den Tasten Tschaikowskys „Blumenwalzer“, einfühlsam umgesetzt von Marlene Jacobs am Piano. Neben klassischen Werken gibt es aber auch Songs aus Musicals auf dem Programm, so etwa Sondheims „Into the Woods“. Gar köstlich anzuhören das Prinzen-Duett „Agony“ zwischen Felix Enders und Stefan Dacic. Eine herrliche Zankerei „Stepsisters Lament“ von Richard Rodgers. Rebekka Wolf und Katharina Petrova lassen hier, sehr zur Freude des Publikums, in bester vokaler Manier die Fetzen fliegen.

„Ab in den Wald“ zu den Feen, Zauberern, verwunschenen Prinzen und bösen Hexen heißt es am Ende der „Lyrik unter dem Ginkgobaum“-Veranstaltung, die sich in ihrer Konzeption erneut als ein musikalisch-literarisches Kleinod präsentieren kann. Da Capo dringend erwünscht – nur vielleicht ein klein wenig kürzer, denn wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie noch heute….  
 


„Es war einmal“: Welturaufführung im CPH

KRS-Kinderchor und die Bläserphilharmonie Rhein-Main: Konzert zum 150. Todestag des Jacob Grimm

Mit gleich drei Veranstaltungen ehrt die Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS)  am Sonntag, 29. September, die in Hanau geborenen Brüder Grimm und erinnert damit zeitgleich an den 150. Todestag von Jacob Grimm. Um 13.30 Uhr wird die traditionelle „Lyrik unterm Ginkgobaum“ unter der musikalischen Leitung von Petra Weiß und Frank Hagelstange und mit dem Frankfurter Schauspieler Peter Heusch stattfinden. Hören wird man hierbei Märchenhaftes aus Musik und Literatur.
Für die beiden anderen Konzerte ging die KRS eine Kooperation mit der Bläserphilharmonie Rhein Main ein. Die siebte Arbeitsphase der Bläserphilharmonie Rhein-Main steht unter dem Motto „Es war einmal...“. Im Mittelpunkt des diesjährigen Konzertes um 16.00 Uhr im Congress-Park Hanau steht das gleichnamige Werk des belgischen Komponisten Jan van der Roost. Die etwa einstündige Komposition wurde zum 150. Todestag von Jacob Grimm in Auftrag gegeben und ist ein Singspiel für sinfonisches Blasorchester, Kinderchor und Darsteller. Zusammen mit dem Schulchor der Klassen fünf bis sieben der KRS und den Musikern der Bläserphilharmonie werden etwa 160 Akteure auf der Bühne des Paul-Hindemith-Saales „Es war einmal...“ damit weltweit zum ersten Mal aufführen.
Bereits vor drei Jahren wurde van der Roost von Jens Weismantel, Lehrer an der KRS, zur Komposition des Werkes beauftragt.  Anni Komppa, Pädagogin für Darstellendes Spiel aus Frankfurt, erarbeitete das Libretto und inszeniert das Schauspiel zur Musik. Als Rahmenhandlung dient „Der Goldene Schlüssel“, der den Zugang zu drei weiteren Märchen „Dornröschen“, „Rumpelstilzchen“ und „Rotkäppchen“ eröffnet.
KRS-Schulleiter Jürgen Scheuermann, selbst Geschichtslehrer, war von der Auswahl der Märchen sofort begeistert, werden deren Herkunft in Quellentexten doch zum Teil der „Maingegend“  beziehungsweise „dem Hanauischen“  zugesprochen und zeigen die Bedeutung Hanaus für die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen. Dirigiert wird die Komposition von Jens Weismantel, der an der KRS auch die Kinderchorparts einstudiert.
Der Schöpfer des Werkes, Jan van der Roost, wird ebenfalls am 29. September als Gastdirigent mitwirken. Er dirigiert den ersten Konzertteil mit „Crescent Moon“, eine große Ouvertüre aus seiner Feder. Passend zum Motto des Tages folgen der „Children’s March“ von Percy Grainger und das viersätzige „The Wind in the Willows“ des Niederländers Johan de Meij, welches ebenfalls von seinem „Kollegen“ van der Roost dirigiert wird.
Besonders für Familien interessant ist die dritte Veranstaltung des Tages, eine öffentliche Generalprobe des Werkes „Es war einmal...“, die um 11 Uhr im CPH zu sehen und zu hören sein wird. Für nur fünf Euro Eintritt können sich Märchen- und Kulturinteressierte ein Bild von dem Hauptwerk des Tages machen. Diese Karten, die für die Lyrik unterm Ginkgo (5 Euro) und das große Konzert um 16.00 Uhr (15 Euro, 10 Euro, ermäßigt) können im Vorverkauf ab sofort unter www.bp-rhein-main.de oder im Sekretariat der KRS erworben werden.

 

Die Proben für das Grimm-Projekt „Es war einmal…“ sind bereits angelaufen: Zusammen mit Chor und Musikern der KRS übt Jens Weismantel hier in der Mensa der KRS das Stück ein. Foto: Privat
 


Große Musiker, tolle Schüler

Alles so schön bunt hier: Im zeitgenössischen Mode-Outfit präsentierte sich der KRS-Chor ab der Klasse sieben unter Leitung von Frank Hagelstange, um die schönen Beine der Elisabeth zu besingen.    Fotos: Pick

Sommerkonzert der Karl-Rehbein-Schule: Beeindruckende Leistung auf der Bühne gezeigt

Hanau, 04. Juli 2013

„Große Helden, tolle Kerle“, so das Hauptmotto des diesjährigen Sommerkonzertes der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) vor zweimal restlos ausverkauftem Congress-Park Hanau. In der Tat konnte die Musikfachschaft der KRS auch in diesem Jahr wieder sehr zur Freude des Auditoriums eine ganze Schar von „tollen Kerlen und tollen Mädchen“ auf der Bühne präsentieren – allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn viele der KRS-Musiker, die Jahr für Jahr die KRS-Konzerte mitgestalteten, haben „leider ihr Abitur bestanden“, wie Musiklehrer Stefan Glück auch mit sichtlichem Abschiedsschmerz bemerkte. Und so kullerten am Ende des Konzertes so manche große Krokodilstränen bei allen Akteuren auf der Bühne, hieß es für viele Abschied nehmen von der KRS.

Tolle Kerle auch auf der Redner-Bühne: Hessens stellvertretender Ministerpräsident Uwe Hahn, Ex-Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold und KRS-Chef Direktor Jürgen Scheuermann, der Piesold zuvor für sein Engagement zugunsten der KRS dankte.

 

Unter den zahlreichen prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur konnte KRS-Direktor Jürgen Scheuermann einen ganz besonderen Gast begrüßen: Uwe Hahn, stellvertretender hessischer Ministerpräsident, war eigens aus Wiesbaden angereist, um den KRS-Musikern zu lauschen. Bei dieser Gelegenheit konnte er sich auch zusammen mit Scheuermann bei Ex-Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold um dessen Verdienste um die KRS bedanken. Piesold bekam von Scheuermann als symbolisches Dankeschön die KRS-Plakette verliehen. Hahn selbst zeigte sich sehr überrascht von dem musikalischen Großaufgebot auf der Bühne, „das kann nicht jede Schule in Hessen vorweisen“, lobte Hahn das Engagement der sichtlich stolzen KRS-Musiker. Es kommt ja auch nicht jeden Tag ein stellvertretender Ministerpräsident in die KRS.

Hahn und die mit ihm anwesenden Gäste jedenfalls bekamen gleich zu Beginn eine Föhnfrisur verpasst: Rainer Kasan, seines Zeichen „Conducteur“ des KRS-Blasorchesters, ließ es mit Julius Fuciks „Marinarella-Ouvertüre“, op. 215 ordentlich krachen. Paukenwirbel gepaart mit martialischen, tiefen Blech rüttelten an den Grundfesten des CPH. Es sollte der prachtvolle Auftakt eines gelungenen Konzertabends sein, das mit den KRS-Chören, dem KRS-Symphonieorchester, der KRS-Big-Band, dem KRS-Flöten- und Gitarrenkreis und den Tänzerinnen der Klasse 6g ausgefüllt wurde. Unterstützt wurden die KRS-Akteure von Chorsängern der Elisabeth-Schmitz-Schule unter Leitung von Antje Orywol.

Ein buntes Medley altbekannter Berliner Weisen, dargeboten vom Blasorchester, lädt das Publikum gleich zum Mitsingen und –klatschen ein. Zauberhaft, rhythmisch sehr pointiert und  voller Anmut die Interpretation von Michael Flatleys „Lord oft he dance“ durch den Flöten- und Gitarrenkreis unter Leitung von Gudrun Conrad, veredelt durch die Tänzerinnen der Klasse 6g. „Puppchen, du bist mein Augenstern“ und die schönen Beine der Elisabeth: Musik aus einer längst untergegangenen Welt, die der Chor ab der Klasse sieben unter Leitung von Frank Hagelstange in perfektem Outfit, sprich Federboa und Strohhut gekonnt in Szene setzt.

Ob der Tequila, den sich einige der KRS-Big-Band-Mitglieder einverleibten, um gleichnamigen Song im rhythmischen Gleichklang zu interpretieren, nun tatsächlich hochprozentig war, bleibt ein Geheimnis – jedenfalls zeigten sich die KRS-Big-Band-Musiker nach Einnahme dieses Gebräus von einer äußerst spielfreudigen Seite und lieferten eine perfekte Interpretation des Kino-Krachers „Mission impossible“ ab. Insbesondere für die Schlagwerker alles andere als ein „unmögliche Mission“, legten sie hier ihr ganzes rhythmisches Feingefühl zu Tage. Genaue, auf den Punkt gebrachte Einsätze, gepaart mit Schleiftönen der Holzbläser kam hier die richtige Atmosphäre der versunkenen Big-Band-Ära auf. Tosender Applaus am Ende nicht nur alleine für Daniel Orta-Bouza, besser bekannt als „Little Carlos“ an der Gitarre, der ebenfalls sein letztes KRS-Konzert gab.

Könnte der Schöpfer des „Rings“ Richard Wagner, nun seinen 200. Geburtstag feiern, so ist es nur legitim, ihm mit einem Geburtstagsständchen zu huldigen: Der Festmarsch aus dem „Tannhäuser“ und der berühmte Brautchor aus dem „Lohengrin“ erschallen mit der nötigen Verve versehen sehr kristallin in lupenreiner Intonation von der Bühne – ein subtiler als auch sehr niveauvoller  Hörgenuss.

Ausflug in die Prairie des Wilden Westens: Petra Weiß lässt zusammen mit dem KRS-Orchester die einstmals sehr beliebte Fernsehserie „Bonanza“ – dieses Mal in Farbe – wieder auferstehen.
 

Im Wechsel zwischen Chor der Klassen fünf und sechs (Leitung: Jens Weismantel) und dem KRS-Symphonieorchester mutieren die „großen Helden“ nun vollends zu tollen Musikern und Sängern. Orchesterchefin Petra Weiß entlockt ihren engagiert aufspielenden Musikern die säuselnde Geschmeidigkeit des Vier-Liter-Reihen-Sechszylinders verbaut im Aston Martin DB5, jenes Fahrzeug, das der Geheimagent ihrer Majestät der Königin alias James Bond (Sean Connery) allzu gerne zu Schrott fährt: Kraftvoll, elegant, geschmeidig und mit einigen klanglichen Finessen versehen gelingt insbesondere das „James-Bond-Medley“. Die Missetaten von „Max und Moritz“ besingen die Chorkinder der fünften und sechsten Klasse – ein herrlicher musikalischer „Streich“. Mit einem rhythmischen Feuerwerk schließlich beendet das KRS-Symphonieorchester ein sowohl mitreißendes, kurzweiliges als auch sehr anspruchsvolles Konzert, an dessen Ende völlig verdient die „großen“ Musiker und die „tollen“ Schüler mit „Standing Ovations“ beklatscht wurden.

 


 

Wagner trifft James Bond

Hanau, 11.06.2013

Die Karl-Rehbein-Schule (KRS) lädt zu den beiden großen Sommerkonzerten am Dienstag und Mittwoch, 2. und 3. Juli 2013, jeweils um 19.00 Uhr, in den Congress-Park Hanau ein. Traditionell zum Abschluss des Schuljahres präsentieren die Musik-AGs der KRS die große Bandbreite ihres Könnens. Dabei haben sich in diesem Jahr die jüngsten Rehbeiner – der Chor der Klassen 5/6 – und das große Sinfonieorchester zusammengetan. Gemeinsam präsentieren Sie unter dem Motto „Große Helden – tolle Kerle“ eine abwechslungsreiche Melodienfolge mit Tarzan, Max und Moritz, Batman oder James Bond. Auch die Big Band steuert mit „Mission: Impossible“ etwas zum Thema Filmmusik bei. Blasorchester sowie der Chor ab Klasse 7 und der Chor der Freunde der KRS haben manches Schmankerl für die Freunde von Evergreens im Gepäck: während die einen Ausflug ins alte Berlin unternehmen, widmen sich die andern dem Thema „Mode“, natürlich inklusive Itsy-Bitsy-Teenie-Weenie-Honolulu-Strandbikini. Der Flöten- und Gitarrenkreis schließlich wagt einen Abstecher nach Irland und lässt inklusive Tanzeinlage den „Lord of the Dance“ wiedererstehen. Natürlich darf auch der große Jubilar Richard Wagner im Programm nicht fehlen: Chor und Orchester gratulieren mit dem berühmten Brautchor aus „Lohengrin“ und dem Festmarsch aus „Tannhäuser“ zum 200. Geburtstag. Karten zu acht Euro (Schüler fünf Euro) sind ab Montag, 17. Juni, im Sekretariat der Karl-Rehbein-Schule (Im Schlosshof 2) erhältlich..

 


 

Rehbein-Musiker auf erfolgreiche Tour

Große Konzerte in Wien und Aschaffenburg – Teilnahme am Schulorchester-Wettbewerb

Hanau, 01.Juni 2013

Gleich dreimal konnten die Musiker der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) in den letzten Wochen auswärts Erfolge feiern. Den Auftakt machte Mitte April das große KRS-Sinfonieorchester, das als eine von sechs hessischen Schulen zum Schulorchesterwettbewerb des Hessischen Rundfunks eingeladen war. Wenn es auch am Schluss nicht für einen Platz auf dem Treppchen gelangt hatte, konnten die jungen Musiker doch wertvolle Erfahrungen sammeln. Mit Feuereifer hatten sie innerhalb weniger Wochen das Repertoire der letzten Jahre aufgefrischt – eine Riesenleistung, da zahlreiche Instrumentalisten, die inzwischen Abitur gemacht haben, nicht mehr teilnehmen durften und ersetzt werden mussten. Orchesterchefin Petra Weiß bescheinigte ihrem Team deshalb auch unbändige Spielfreude und überaus großes Engagement.

Der Chor der KRS nahm nun an einem Gemeinschaftskonzert des Chorkreises Untermain teil. Mehrere Chöre traten anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Chorkreises, dem überwiegend Chöre aus dem Aschaffenburger Raum angehören, in der Christuskirche Aschaffenburg auf. Die drei Szenen aus der Oper „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell, welche der Chor präsentierte, kamen beim Publikum sehr gut an. Die Zuhörer waren besonders davon beeindruckt, dass alle Solorollen von Schülern gesungen wurden; drei von ihnen, darunter Katharina Petrova, die die Titelrolle der Dido interpretierte, und Nicola Müller und Lara Sotescu als Didos Freundinnen besuchen erst die neunte Klasse.
Nur für die Partie der Zauberin war ein Profi verpflichtet worden: Sascha Glintenkamp, Mitglied im Berliner Rundfunkchor und KRS-Abiturient von 1992, bot eine charaktervolle Interpretation der bösen Gegenspielerin Didos. Fabio Costa (Aeneas) sowie Rebekka Wolf und Lisa Hambrecht als Hexen komplettierten die Solistenriege, dem ein bestens präparierter Chor und ein kleines Instrumentalisten-Ensemble zur Seite standen.

Im Mai schließlich brach der Musik-Leistungskurs der KRS zu seiner traditionellen Konzertfahrt nach Wien auf. Unter der Gesamtleitung von Kursleiter Frank Hagelstange präsentierten die 14 Oberstufenschüler in der Beethoven-Gedenkstätte Wien-Floridsdorf ein beeindruckendes Programm. Das Motto „Die vier Jahreszeiten“ ging auf die vier Tangos des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla zurück, die Frühling, Sommer, Herbst und Winter in Buenos Aires schildern und sich wie ein roter Faden durch das Konzert zogen. Daneben boten die Rehbeiner, die auch charmant durchs Programm führten, einen abwechslungsreichen Konzertabend auf höchstem Niveau, der Virtuoses von Johann Quantz, dem Flötenlehrer Friedrichs des Großen, oder Paul Hindemith ebenso beinhaltete, wie gefühlvoll musizierte Songs von Simon & Garfunkel und The Mamas & The Papas oder sowohl feierlichen als auch fetzigen Bläsersound. Nicht nur weil mit „Der alte Herr Kanzleirat“ auch ein bekanntes Wiener Lied präsentiert wurde, waren die Zuhörer restlos begeistert.

Eine kurze Stippvisite am Denkmal des großen Komponisten Wolfgang A. Mozart gehört zu einem Wien-Besuch genauso dazu wie die berühmte Melange in einem der lauschigen Cafés von  Wien.      Foto: Privat  
 

 


 

KRS lädt zum Frühlingskonzert

Hanau, 01.05.13

Die Karl-Rehbein-Schule lädt zu ihrem Frühlingskonzert am Freitag, 3. Mai 2013, um 19.00 Uhr, in den Schlossgartensaal der KRS ein. Die Zuhörer erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit zwei Novitäten: unter der Leitung von Ulrike Walther und Jens Weismantel werden ein Hornquartett und ein Posaunenquartett für ungewohnten Blechbläsersound sorgen. Der Chor und das Orchester der KRS präsentieren sich unter der Leitung von Frank Hagelstange und Petra Weiß in kleinerer Besetzung mit einem Mix aus Klassik und bekannten Songs. Und der Musik-Leistungskurs stellt einen Teil seines Konzertprogrammes vor, das er eine Woche später unter dem Motto "Die vier Jahreszeiten" anlässlich einer Studienreise in Wien präsentieren wird. Der zweite Teil des Konzertes gehört traditionell der großen KRS-Big Band unter der Leitung von Stefan Glück, die unter dem Motto "Oldies & Newies" ihr aktuelles Programm präsentiert! Der Eintritt für das Konzert ist frei, es wird um eine Spende für die musikalische Arbeit an der Karl-Rehbein-Schule gebeten.
 


Mit großem Orchester bietet der KRS-Chor in der Hanauer Christuskirche das "Requiem" von Karl Jenkins. 

Etwas Schönes und Bewegendes erschaffen

Ein unvergessliches Erlebnis: Sonder-Konzert des Karl-Rehbein-Chores in der Christuskirche

Hanau, März 2013

Zum ersten Mal in Kontakt mit unserem neuen Halbjahresprojekt kamen wir im August 2012. Ein halbes Jahr für ein Konzert zu proben – wird das nicht irgendwann langweilig? Doch das „Requiem“ von Karl Jenkins und einige ausgewählte Szenen aus Purcells Oper „Dido und Aeneas“ sollten uns gehörig beanspruchen und mit  einem großartigen Konzert im Februar des nächsten Jahres belohnen.
Anfangs war natürlich eine ordentliche Portion Skepsis verbunden mit großen Respekt vorhanden, die sich glücklicherweise im Laufe der nächsten Wochen legen sollte.
Ich erinnere mich immer noch sehr gut an die erste Probe. Die neuen Noten wurden  uns ausgeteilt, und an sich sind neue Stücke ja schon spannend. Diesmal aber hatte jeder von uns ein schön gestaltetes Heft vor sich. Voll mit dem Stoff, der uns in den folgenden Wochen und Monaten  manchmal an den Rand der Verzweiflung bringen sollte, letztendlich aber ein unvergesslich schönes  Erlebnis für jeden Chorsänger darstellte.
Für uns junge Sänger/innen war die Begegnung mit einem Requiem, der katholischen Totenmesse mit vielen ungewohnten lateinischen Texten, schon etwas sehr Ungewohntes. Aber Karl Jenkins kombiniert den Requiemtext noch mit japanischen Haikus, und der Frauenchor musste die japanischen Texte singen. „Passt das denn?“, fragten wir uns, „japanische Haikos und das traditionelle  Requiem miteinander kombiniert?“ Es passte – und das außerordentlich gut!
In dieser ersten Probe versuchten wir uns an dem Stück, welches bis heute mein liebstes ist: „Lacrimosa“. Der erste Eindruck stimmte also, was einen der wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Konzertprojekt darstellt. Drei der Stücke aus Jenkins Requiem führten wir schon an den alljährlichen Weihnachtskonzerten auf. Dem Publikum schienen die Fragmente gut zu gefallen, was erneut für das anstehende Großprojekt motivierte.
Nach den Weihnachtskonzerten begann dann die „ heiße Phase“. Vier intensive Probentage in Oberbernhards in der Rhön und einige Intensivproben lagen vor uns. Chorfreizeiten sind natürlich immer anstrengend, nicht nur aufgrund des Mangels an Schlaf. Diese jedoch war nicht mit vorhergehenden Fahrten vergleichbar. Täglich wurden  stundenlang oft sehr anstrengende Stücke einstudiert und immer weiter verbessert. Endlich erlangten wir einen Gesamteindruck unseres Konzerts und konnten uns vorstellen, wie das Resultat einmal aussehen würde. Selten denke ich wurden in so kurzer Zeit dermaßen immense Fortschritte und Verbesserungen erzielt wie während dieser Probenfahrt.
Doch um es zur Perfektion zu bringen, wurde selbstverständlich zurück in Hanau weitergeübt. Nun mit mehr Anspannung, denn bis zum Konzerttermin waren es nur noch wenige Proben.
Einer der schönsten Momente für mich während dieser ganzen Zeit war die letzte Probe am Tag des Konzerts. Mit einem professionellen Orchester, unterstützt von etlichen Mitgliedern unseres Schulorchesters – darunter gleich vier unserer Schlagzeuger, die einen riesengroßen Schlagzeugapparat voller exotischer Instrumente zu bedienen hatten. Zu proben  und endlich zu sehen, wofür wir  so viele Wochen geprobt hatten, erfüllte sicherlich alle mit Stolz und Freude. Vor allem aber konnten wir sie miteinander teilen und während des Konzertes in der Christuskirche fiel viel Anspannung von mir ab. Wenn man sieht, dass man über einen langen Zeitraum hinweg etwas so Schönes und Bewegendes erschaffen kann, ist man nicht nur stolz auf das Geleistete. Es macht schlichtweg einfach glücklich und erinnert mich immer wieder daran, warum ich im Chor bin und Musik liebe.
Glück, Freude, positive Gefühle und ein Resultat, auf das wir alle stolz sein konnten. Auch das Publikum schien begeistert und  erkannte   den enormen Anspruch unseres Konzerts.
Besonders ist die Leistung der zum Teil sehr jungen Solisten in „Dido und Aeneas“ hervorzuheben. Schülerinnen ab der 9. Klasse sangen Rollen, welche sonst ausschließlich von professionellen und hochkarätigen Operndarstellern verkörpert werden. Dabei waren: Katharina Petrova (9i) als Dido, Nicola Müller (9c) als Belinda, Lara Stoicescu (9c) als Second Woman, Rebekka Wolf (Ef) und Lisa Hambrecht (Q2) als Hexen sowie Fabio Costa (Q4) als Aenas.
Eine tolle Erfahrung und unvergesslich war unser Chorkonzert natürlich, jedoch ist es wichtig, voll und ganz  hinter einem Projekt zu stehen, und das kostet Nerven und Anstrengung. Und dabei sollte niemand den enormen Mehraufwand an Probenzeit und den damit verbundenen Druck vergessen. Es erfordert schon große Disziplin, Leidenschaft und Talent, um neben dem Schulalltag eine solche Mehrbelastung so bravurös zu meistern. Aber die Begeisterung am Schluss und die Bestätigung durch das Publikum belohnen und entschädigte am Ende für alles.                                                           (Karl Kuss, Q2)
 

 


 

Rehbein-Chor in der Christuskirche

Hanau, 24.01.13

Der Chor der Karl-Rehbein-Schule gestaltet unter der Leitung von Frank Hagelstange am Sonntag, dem 24. Februar 2013 um 17.00 Uhr in der Hanauer Christuskirche ein eigenes oratorisches Konzert außerhalb der traditionellen Schulkonzerte. Unter dem Titel „Liebe – Schicksal – Tod – Licht“ stellt es zwei Werke englischer Komponisten gegenüber und schlägt die Brücke zwischen der Musik der Barockzeit und einer Komposition der Gegenwart, zwischen Musik für die Opernbühne und für die Kirche, zwischen einer Geschichte aus der Antike und der ungewöhnlichen Begegnung der lateinischen Totenmesse mit Gedichten aus Japan. Die Zuhörer erwartet eine spannende Zeit- und Weltreise…
Der Kartenvorverkauf für dieses außergewöhnliche Konzert hat jetzt begonnen: Karten zu 12.- € (für Schüler 8.- €) sind im Buchladen am Freiheitsplatz und im Sekretariat der Karl-Rehbein-Schule (Im Schlosshof 2) sowie an der Abendkasse erhältlich.
Nachdem sich die Choristen Mitte Januar auf einer intensiven Probenwoche in der Rhön auf das Konzert vorbereitet hat, freuen sie sich jetzt auf die Aufführung der beiden unterschiedlichen Werke: Henry Purcells 1689 uraufgeführte Oper „Dido und Aeneas“ ist die berühmteste englische Oper vor dem 20. Jahrhundert. Sie greift einen Stoff aus Vergils „Aeneis“ auf. Karthagos Prinzessin Dido verliebt sich in den troischen Helden Aeneas, muss ihn aber auf Betreiben einer mächtigen Zauberin und ihrer Hexen ziehen lassen und stirbt in ihrem Liebesschmerz. 2005 komponierte Karl Jenkins sein „Requiem“. Er stellt die Texte der lateinischen Totenmesse japanischen Haikus gegenüber, kurzen Gedichten, deren Natur- und Jahreszeitensymbolik das menschliche Leben und Sterben reflektieren. Jenkins, dessen Chorkompositionen weltweit mit großem Erfolg aufgeführt werden, kombiniert Elemente von Klassik und Unterhaltungsmusik und stellt sie fernöstlich und gregorianisch gefärbten Klängen gegenüber.
Die jungen Sängerinnen und Sänger stellen sich ihrer großen Aufgabe mit viel Engagement und Musizierfreude. Auch die solistischen Partien in „Dido und Aeneas“ sind mit Schülern der KRS besetzt, nur für die Rolle der Zauberin wurde ein Profi verpflichtet: Sascha Glintenkamp, Sänger im Berliner Rundfunkchor, hat vor zwanzig Jahren an der Rehbeinschule sein Abitur abgelegt. Auch im Orchester wirken zahlreiche Mitglieder des KRS-Orchesters mit; Seite an Seite mit professionellen Musikern stellen sie sich der Herausforderung, ein abendfüllendes Konzert zu bewältigen.

 


  

Wenn swingende Engel Schlitten fahren


Weihnachtskonzert der Karl-Rehbein-Schule zeugt von Spielkultur auf höchstem Niveau 

Hanau, 19.12.12

„Alle Jahre wieder“ – so hallt es beseelt am Ende des Weihnachtskonzertes der Karl-Rehbein-Schule (KRS) durchs weite Rund der evangelischen Marienkirche Hanau. Mit dem gleichnamigen Weihnachtslied, intoniert von allen Akteuren auf den Bühnen und in den Sitzbänken, findet auch die große Tradition der weihnachtlichen Konzerte der KRS ihre gelungene Fortsetzung. An insgesamt drei Abenden konzertierten jetzt über 300 KRS-Schüler, angefangen vom Blockflötenkreis bis zum ausgewachsenen Symphonieorchester, vor ausverkauftem Haus. Von der Kälte in die Wärme, von der Dunkelheit ins Licht - so lautet das Motto des diesjährigen Konzertes, das auch in diesem Jahr wieder einige unentdeckte Schätze der Weihnachtsmusik-Literatur im Programm bereit hielt.  

Es ist immer wieder bemerkenswert, welche musikalischen Energien von den Rehbein-Schülern freigesetzt werden können. So stellen die Konzerte auch in diesem Jahr wieder höchste Ansprüche an das technische wie interpretatorische Vermögen der jungen Instrumentalisten und Vokalisten. Dazu zählt beispielsweise das aus Heinrich Schützens „Psalmen Davids“ homogen vorgetragene „Ich hebe meine Augen zu Bergen“ durch den KRS-Musik-Leistungskurs unter Leitung von Frank Hagelstange. Dieses Werk steht für die Verschmelzung italienischer und deutscher Musiktradition und imitiert die in Italien zu dieser Zeit bereits gewöhnliche Kunst der Mehrchörigkeit. Der Leistungskurs vermag das Wechselspiel einerseits und das Frage- und Antwortspiel andererseits mittels der sehr rein intonierenden Blechbläser- und Streichergruppe auf den Punkt gebracht darzustellen.
Ines Horst an der Flöte kann mit dem „Largo“ aus Vivaldis „Concerto in C“ in Begleitung des Symphonieorchesters der KRS unter Leitung von Petra Weiß einen sehr wohltuenden instrumentalen Kontrapunkt zum doch fahlen und beklemmenden Anfang des Konzertes setzen.

Der Einbezug der vier Konzertebenen der Kirche und damit die Raumwirkung bei Karl Jenkins „Agnus Dei“ aus dessen „Requiem“ stellt zwar mit dem Einzug des Chores vom Mittelschiff der Kirche her durchaus einen beeindruckenden optischen Beginn dar, dennoch wirkt das Stück für das Ohr durch die langen, sich scheinbar im Kreis drehenden Motivwiederholungen in einem sehr moderat vorantreibenden Rhythmus als Fundament des Ganzen sehr unwirtlich und unterkühlt.
Ist die Eröffnung also noch der dunklen Seite geschuldet, so ist es auch dem Blockflötenensemble und Gitarrenkreis der KRS unter Leitung von Jens Weismantel zu verdanken, dass das Publikum mit einer karibisch angehauchten Interpretation von „Marys Boy Child“ erstmalig etwas von der angekündigten „Wärme“ zu spüren bekommt. Zuvor ein Hörgenuss mit „Maria durch ein Dornwald ging“, getragen von einem zart-lyrischen Solo-Sopran.

Das Blasorchester der KRS wagt sich unter Leitung seines langjährigen „Conducteurs“ Rainer Kasan an Bachs „Weihnachtsoratorium“, daraus die „Sinfonia“ am Beginn der 2. Kantate. Kasan selbst hat das Arrangement für seine Bläser verfasst, das naturgemäß durch die Besetzung des Blasorchesters doch etwas von seiner ursprünglichen Anmut einbüßt. Umso gelungener das muntere „Sleigh Ride“ von Leroy Anderson mit dem das Blasorchester sein Publikum auf eine muntere Schlittenfahrt durch einen verschneiten Winterwald schickt.

Schlägt Orchesterchefin Petra Weiß mit Tschaikowskys „Elegie“ aus der Suite Nr.3, op.55 zunächst einen eher noch zurückhaltenden Duktus an, so galoppiert das Orchester im forschen Trab durch die „Winterlust-Polka“ von Josef Strauß. Rhythmisch sehr eloquent offeriert sich hier ein beinahe spitzbübischer musikalischer Spaß, der Reminiszenzen an das berühmte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wachrufen kann.

Glänzend aufgelegt in Intonation und rhythmischer Struktur die KRS-Big-Band unter Stefan Glück. Zielsicher durch komplexe Jazz-Harmonien gleitend lässt sie die Kirche swingen und am Ende mit „Hark, Those Herald Angels Rock!“ sogar rocken. Spielkultur auf höchstem Niveau, an dem auch die Rhythmusgruppe großen Anteil hat. Ließ es zuvor der Musik-Leistungskurs mit „Last Christmas“ ordentlich krachen, so holt Kasimir Sydow an der Grenzing-Orgel Gigouts „Toccata“ brillant und virtuos mit Händen und Füßen umsetzend das Publikum wieder auf den Boden zurück.
Die Chöre der Klassen 5 und 6, darunter auch die Gesangsklasse der KRS, unter Leitung von Sophia Weiß können mit Auszügen aus Maierhofers Gospeloratorium „There is a Light“ die Geschichte von Jesu Geburt sehr plastisch in Szene setzen, einfühlsam von Jürgen Weiß am Flügel begleitet.

Schlusspunkt und zugleich auch Höhepunkt des diesjährigen KRS-Weihnachts-Konzertes stellt die Interpretation von Melchior Brunckhorsts „Die Weihnachtsgeschichte“ dar, erneut auf drei Ebenen von allen Beteiligten musiziert. Muss man beinahe um die Gesundheit von Petra Weiß fürchten, die sich über die Brüstung der Empore lehnend gemeinsam mit Rainer Kasan in der Kunst des Simultandirigierens übt, so perlt die ganze weihnachtlich-barocke Pracht in Rezitativen, Soli, Chorälen und Arien in kongruenter und farbenfroher Klanggestaltung über die Köpfe der Zuhörer hinweg. Mit dem Eigenarrangement des bekannten Weihnachtsliedes „Alle Jahre wieder“ von Petra Weiß schließt das gut zweieinhalbstündige Konzert, das wohl von zarter Empfindsamkeit bis zur glänzenden Winterpracht für jeden Geschmack etwas bieten kann und erneut unter Beweis stellt, auf welch hohem Niveau an der Karl-Rehbein-Schule musiziert wird. Und die Engel im Himmel werden wohl immer noch frohlockend auf dem Schlitten über die Wolken gleiten…

„There is a Light“: Die Chöre der Klassen fünf und sechs und der Gesangsklasse erzählen unter dem Dirigat von Sophia Weiß die Weihnachtsgeschichte nach Lorenz Maierhofer. Fotos: Pick
                              
 


 

Weihnachtskonzerte der KRS

Hanau, 18.11.12

Am Montag, 26. November, beginnt der Vorverkauf für die traditionellen Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule (KRS). Die Konzerte finden von Dienstag, 18. bis Donnerstag, 20. Dezember jeweils um 19.00 Uhr in der Marienkirche statt. In diesem Jahr stehen sie passend zur Adventszeit unter dem Motto „Durch Dunkel und Kälte zu Wärme und Licht“ und schlagen den Bogen von nachdenklichen Klängen aus dem Requiem des englischen Komponisten Karl Jenkins – der Chor der KRS wird es im Februar 2013 komplett aufführen – zum freudigen Jubel im Weihnachtsoratorium des barocken Komponisten Melchior Brunckhorst, zu dem sich am Schluss des Konzertes alle Mitwirkenden vereinigen. Dazwischen geben alle musikalischen Arbeitsgemeinschaften des KRS eine Probe ihres Könnens: Unterstufenchor, Blockflöten- und Gitarrenkreis, Chor ab Klasse 7, Blasorchester und Big Band sowie das große KRS-Sinfonieorchester. Neben Werken von Schütz, Bach, Vivaldi, Josef Strauß und  Tschaikowsky durchziehen auch viele traditionelle und neue Weihnachtslieder das abwechslungsreiche Konzertprogramm. Karten zu acht Euro (ermäßigt fünf Euro) sind im Sekretariat der KRS ab Montag, 26. November, erhältlich.
 

 


 

Von fulminanter Virtuosität getragen

Überdurchschnittliche Leistungen: Hausmusikabend mit Klasse an der Karl-Rehbein-Schule

Hanau, 11.11.12

Offenbar unbeeindruckt von den aktuell geführten Diskussionen um den G8-Stress kamen dieser Tage junge Instrumentalisten des traditionsreichen Hanauer Gymnasiums  mit Schwerpunkt Musik zusammen, um in einem kleinen, aber feinen Vorspielabend ihr musikalisches Können unter Beweis zu stellen. Gut vorbereitet und mit einem hohen Maß an Begeisterung  gestalteten die jungen Künstler der Karl-Rehbein-Schule (KRS) ein etwa einstündiges Konzert, das die Herzen der anwesenden Zuhörer höher schlagen ließ und den zum Teil als Klavierbegleiter tätigen  Musiklehrern  höchstes Lob entlockte.

Festlich barock, kraftvoll und virtuos eröffnete  Alexander Kuhne (8g) das kurzweilige Programm mit dem berühmten ersten Satz des Violinkonzertes in a-Moll von Antonio Vivaldi. Nachdem Josephine Öß (5g) das Publikum mit überaus zarten und intonationsreinen Tönen der alten englischen Volksweise „Greensleves“ auf ihrem Streichpsalter, einem höchst selten gespielten Saiteninstrument, verzaubert hatte, ging es zunächst barock weiter: die junge Geigerin Pauline Hoffmann  (5g) zeigte mit der  auswendig vorgetragenen Telemann-Fantasie Nr.7  eine hohe gestalterische und technische Begabung.

Marlene Jacobs (9h), die sich im Laufe des Abends auch als einfühlsame Klavierbegleiterin bewährte,  leitete mit dem kontrastreichen „Zug der Zwerge“  des norwegischen Komponisten Edvard Grieg beindruckend in den romantischen Teil des Programms über.  Erneut stellt sich Alexander Kuhne dem Publikum, diesmal mit dem für Violine bearbeiteten Lied „Ave Maria“ von Franz Schubert, das er mit der Expressivität und Innigkeit spielte, die Schuberts populäre Melodie verlangt.  Eine nette Besonderheit des Abends stellte die junge, im Unterricht naturwissenschaftlich ambitionierte Referendarin Désirée Szelpal dar: Sie mischte sich als Pianistin mit zwei anspruchsvollen Werken von Frédéric Chopin (Etüde op.10/1 und Nocturne op.9/2) in den Reigen der musikalischen Darbietungen.  Bevor Kasimir Sydow (Q-Phase), unlängst erster Preisträger beim 26. Willy-Bissing-Wettbewerb, den eindrucksvollen Konzertabend mit „Nachtstück und Ragtime“ aus der „Suite 1922“ des Hanauer Komponisten Paul Hindemith atmosphärisch und mit fulminanter Virtuosität beschloss, entlockte Serena Spiegel (9a), begleitet von Marlene Jacobs, mit der beliebten „Meditation“ von Jules Massenet ihrer Violine ein Höchstmaß an dynamischem Ausdruck und  schönen klanglichen Nuancen.

Am Ende dieses genussreichen Hausmusikabends äußerte Oberstudienrätin Petra Weiß, stellvertretend für die Musikfachschaft der Karl-Rehbein-Schule,  allen Mitwirkenden gegenüber ihre große Wertschätzung für die überdurchschnittlichen musikalischen Leistungen und betonte  als Leiterin des Symphonieorchesters insbesondere ihre Freude über den erstklassigen Streichernachwuchs.

 

 


 

 

"Thank you for the music": Alle KRS-Musiker präsentieren sich zur Zugabe.  Fotos: Pick

Mordsmäßiges Vergnügen für Ohr und Auge

Kurzweilig und niveauvoll: Sommerkonzerte der Karl-Rehbein-Schule – Verstärkung durch Gäste aus Jaroslawl

 

28.06.12

Die Sommerkonzerte der Karl-Rehbein-Schule (KRS) standen in diesem Jahr unter einem besonderen Stern.  So hatten sich zahlreiche Musiker der Sobinov-Kunstschule aus Hanaus Partnerstadt Jaroslawl unter die Chorkinder und Instrumentalisten der KRS gemischt. Der Besuch der russischen Gäste wurde durch die "Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch" finanziell unterstützt. Und wenn sich selbst die  Europa-Staatssekretärin der hessischen Landesregierung, Dr. Zsuzsa Breier, die Ehre im Congress Park Hanau gibt, dann unterstreicht das erneut die hohe Reputation, die die KRS als „Schule mit Schwerpunkt Musik“ in der Öffentlichkeit genießt. Zudem gab sich der chinesische Vizegeneralkonsul Wang Lin nebst Gattin die Ehre.

Zweimal „ausverkauft“ hieß es auch in diesem Jahr wieder. Das Publikum wurde jedenfalls mit einem nahezu dreistündigen Programm sehr abwechslungsreich und mit einem bemerkenswert musikalisch hohen Niveau unterhalten.
Dabei ging es auf der Bühne zunächst ziemlich „tierisch“ zu - selbst vor heimtückischen Mord wurde in diesem Jahr nicht zurückgeschreckt. Eingestimmt von glanzvollem Blech des  KRS-Blasorchesters unter Rainer Kasan mit Tschaikowskys Ballettmusik „Dornröschen“ begeisterten die Chorkinder der Klassen 5 und 6, dazu der Chor der befreundeten Elisabeth-Schmitz-Schule und die Fortgeschrittenengruppe des KRS-Flötenkreises unter der Gesamtleitung von Jens Weismantel mit einem Medley bekannter Lieder etwa aus dem „Dschungelbuch“. Das war gute Laune pur, die da von der Bühne rieselte: King Louie „turnte“ neben Balu der Bär akustisch ganz munter über die Bühnenbretter, von den Kindern mit sichtlicher Hingabe und Freude - stellenweise sogar in Tierkleidung -, dargebracht.
Das Auge hört bekanntlich mit – insbesondere dann, wenn es um die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele geht. Die Interpretation von John Kanders bluttriefendem „Zellenblock-Tango“ aus dessen Musical „Chicago“ entzückt Ohr und Auge gleichermaßen. Eingebettet in einer kleinen Choreographie zeigen sich die Akteure des Chores der Klassen 7, der Chor der Freunde der KRS samt Jazz-Ensemble, und die Solisten unter Leitung von Frank Hagelstange nicht nur sehr mord-lustig, sondern auch stimmlich sehr gut präpariert. Eine konzentrierte Höchstleistung liefert die Sängerschar mit Freddy Mercurys „Bohemian Rhapsody“ ab, das mit seinen zahlreichen chromatischen Rückungen und steten Rhythmuswechseln hohe Ansprüche an die Sängerschar stellt.
 

 

Mord-Gedanken: Szenen aus dem Musical "Chicago". Hier wird gemordet, was Messer und Stricke hergeben.

Eine geschlossene Leistung und einen Hauch von Broadway bietet das KRS-Blasorchester mit einem Medley aus dem Musical „Annie Get your Gun“. Verabschiedet sich der KRS-Musik-Leistungskurs im A-cappella-Stil mit den „Wise-Guys“ von seiner langjährigen Leiterin Petra Weiß, so lässt es sich auch die KRS-Bigband unter Leitung von Stefan Glück nicht nehmen, mit komplexen  lateinamerikanischen Rhythmen, ummantelt von einem sehr homogenen und intonationssicheren Bläsersatz, das Publikum beschwingt in die Pause zu schicken.
Ist also der erste Teil des Konzertes eher dem heiteren Duktus gewidmet, so präsentiert sich der zweite Durchgang von der musikalisch ernsten Seite. Ernst bedeutet in diesem Fall der Rückgriff auf ganz klassische Literatur, die aber gleichermaßen mit nicht minder sichtlicher Freude am Musizieren, gepaart mit hoher Konzentration, dargeboten wird. Brillant interpretiert der 1. Satz von Carl Czernys Konzert für Klavier zu vier Händen.  Unter der Gesamtleitung von Petra Weiß zeigt sich das KRS-Symphonieorchester in einer erstaunlichen Höchstform. Eingebettet von einem sehr intonationssicheren  Streicherfundament gelingt es den Musikern überzeugend, die dynamischen wie thematischen Elemente dieses sehr quirligen Satzes herauszuarbeiten. Dabei bilden die jungen Musiker eine fein abgestimmte Symbiose mit den beiden Solisten am Flügel, Yi-Meng Sylvia Hu und Luis Pablo Hack, die dem Ganzen mit einem perlenden wie zupackenden Spiel noch die Krone aufsetzen können. Wenngleich das Stück despektierlich gesehen solistisch mit seiner Vielzahl an Tonleiterskalen und parallel gehaltenen chromatischen Läufen eher an ausgedehnte Fingerübungen für fortgeschrittene Pianisten erinnert, zeugt das Tastenspiel  der beiden diesjährigen KRS-Abiturienten von einer bereits hohen Meisterschaft und Ausdrucksvermögen. „Vielen Dank für die Blumen“ – ein kleines Bonmot zu vier Händen als Zugabe, das vom Publikum mit einem Schmunzeln goutiert wird.  
Die den Konzertabend abschließende Tondichtung „Finlandia“ von Jean Sibelius erfährt aufgrund des historischen Verhältnisses zwischen Russland und Finnland eine besondere Bedeutung  – die russischen Behörden verhängten für das Stück nach dessen Entstehung 1899 ein Aufführungsverbot. Dass die Fesseln der Geschichte hier nun endgültig abgelegt sind, beweist das Mitwirken der russischen Gäste aus Jaroslawl an der Interpretation von Finnlands Nationalhymne, die sich im Mittelteil des Stückes wiederfindet.   
Petra Weiß kann hier also aus dem Vollen schöpfen: Sehr plastisch dargeboten die anfänglich schroff wirkenden Halbtonsignale des tiefen Blechs.  Die sehr tiefgründige Dynamik des Werkes stellt für die rund 100-köpfige Musikerschar des KRS-Symphonieorchesters keine Hürde dar – im Gegenteil. Den Musikern gelingt es, zu jederzeit einen hohen Spannungsbogen aufzubauen, wobei auch das Schlagwerk einen wesentlichen Anteil daran besitzt. Funkensprühende Tremoli der Violinen wechseln mit den hymnisch stolzen Blechbläsereinsätzen. Die Holzbläser kontrastieren dazu stets in einem kantablen Gestus. Weiß und den KRS-Symphonikern gelingt es schließlich, sehr zielsicher in ausholenden Crescendi  auf das Finale des Stückes hinzuarbeiten, das sich am Ende in seiner ganzen instrumentatorischen Pracht  im CPH ausbreiten kann.
Wenn am Ende mit „Thank you for the music“ als Zugabe die Luft vielleicht ein wenig raus ist, so muss man sich vor der dargebrachten Gesamt-Leistung der KRS-Musikpädagogen und den KRS-Musikern tief verneigen, berücksichtigt man zudem, dass das gesamte Programm neben dem Unterrichtsgeschehen erarbeitet werden muss. „Standing ovations“ sind daher der verdiente Lohn für einen äußerst kurzweiligen und breit gefächerten Konzertabend, der wohl jedem im Saal einen „Mords“-Spaß bereitete.
 

Hoher Besuch aus Russland und der Politik: Dr. Zsuzsa Breier, Staatssekretärin der hessischen Landesregierung, beehren das Sommerkonzert der KRS.


Kontrastreich, fulminant und opulent,
Weihnachtskonzerte der Karl-Rehbein-Schule

14.12.11

Alle Jahre wieder: Wenn die Karl-Rehbein-Schule zu ihrem großen alljährlichen Weihnachtskonzert ruft, dann ist die gastgebende evangelische Marienkirche an drei Abenden proppenvoll und die Zuhörer bekommen ein Großaufgebot an singenden und musizierenden Schülern präsentiert. Das besondere Miteinander an der KRS werde auch von dem gemeinsamen Musizieren getragen, verkündet KRS-Direktor Jürgen Scheuermann bei seiner Begrüßung nicht ganz ohne Stolz. Von diesem besonderen Geist können sich die Zuhörer im Anschluss selbst überzeugen, zeigt alleine schon der reibungslose logistische Ablauf des Konzertes, dass hier jede Hand helfend mit anpackt.

So hatten auch in diesem Jahr die KRS-Musik-pädagogen Jens Weismantel, Petra Weiß, Frank Hagelstange, Stefan Glück und Rainer Kasan einen bunten Reigen an Musikliteratur gespannt. Einerseits hoben sich die vorgestellten Stücke wohltuend von den sonst praktizierten Weih-nachtsliedern ab, andererseits aber wurde der weihnachtliche Duktus immer wieder von all-gemein-weltlichen Werken durchbrochen, was wiederum dem kommenden TGH-Jubiläum im Februar 2012 geschuldet ist. Denn die KRS-Musiker werden den TGH-Festakt mitgestalten.

„Flieg, Gedanke, getragen von Sehnsucht“: Wörtlich in Musik umgesetzt Guiseppe Verdis Gefangenenchor aus „Nabucco“, Italiens heimliche Nationalhymne, zart dahin schmelzend und dahinfliegend interpretiert vom KRS-Symphonieorchester, dem Chor der Freunde der KRS, vor 25 Jahren von Petra Weiß gegründet, und dem Chor ab Klasse 7. Ein zwar wenig weihnachtliches, aber dennoch gelungenes Entree in das Konzert.

 

 


Einer der Höhepunkte des Abends das Weihnachts-Potpourri, bearbeitet und arrangiert von Jens Weismantel. Kongenial wurden hier der Chor der Klassen fünf und sechs und der Flötenkreis zusammengeführt, unterstützt von Pablo Hack am Piano und drei Gitarristinnen. Glockige Solostimmen werden vom gut artikulierenden Chor abgelöst. Gut herausgearbeitet die dynamischen Abstufungen und die unterschiedlich versetzten Stimmeinsätze – ein Hörgenuss. In die gleiche Kerbe schlägt das Blockflötenensemble, angeleitet von Mechthild Sydow (Paul-Hindemith-Musikschule) mit einer innigen wie homogen vorgetragenen Interpretation von Palestrinas „Magnificat“. Renaissance-Musik in Reinkultur, deren Bauweise für unsere Ohren vielleicht etwas fremd klingt, aber dennoch einen ungemeinen Reiz auf die Zuhörer auslösen kann. Davon zeugen auch die Fortgeschrittenengruppe des Flötenkreises, die vor allem mit di Lassos „Buon Vino“ in der Tat einen äußerst „guten Wein“ im musikalischen Sinne im Gepäck hatten.

 


Überhaupt ist das Konzert von stellenweise herben Kontrasten getragen, und das nicht nur vom gebotenen Programm her. Auch die unterschiedlichen Besetzungen sorgen für ein reich gefülltes Panoptikum akustischer Gegensätzlichkeiten. So werden zarte Flötenklänge von massivem Blech abgelöst in Form des Blasorchesters der KRS unter Rainer Kasan oder der fetzig aufspielenden KRS-Big-Band, die von Stefan Glück geleitet wird. Das Blasorchester kann sowohl mit einem sehr fein gesponnenen Klangnetz in Mendelssohn-Bartholdys „Sommernachtstraum“ als auch mit Schostakowitschs „Jazz-Suite Nr. 1“, - deren Walzer den meisten aus Dona Leons Krimiserie „Commissario Brunetti“ bekannt sein dürfte - mitreißend und stellenweise auch fulminant aufbrausend dargeboten, überzeugen.

Einen weiteren Kontrapunkt setzt Petra Weiß mit dem Leistungskurs der Klasse 13 mit einer recht eigenwilligen Interpretation des Adventsliedes „Wir sagen euch an“, zuvor von der Gemeinde intoniert. Das Stück lässt der Gesangsstimme wenig Raum zur Entfaltung, wenngleich die Besetzung mit Bläsern und Orgel doch eine reizvolle Mixtur darstellt, eingehüllt von einer komplexen Harmonik, die nicht leicht für die Schüler zu nehmen ist.

Frank Hagelstange spannt mit dem KRS-Chor einen historischen Zeitraffer von der Gregorianik des Mittelalters hin zur zeitgenössischen Moderne, der in der „Zufallsmusik“ von Wolfgang Stockmeier mündet. Dessen Vertonung des „Vater unser“ ruft mit seinen rhythmisch akzentuierten Wortfetzen, dissonanten Klangkaskaden und scheinbarem Stimmenchaos beim Publikum durchaus gemischte Gefühle hervor. Eine bewusst von Hagelstange eingesetzte klangliche „Provokation“, die einen widerborstigen Gegensatz zum zuvor dargebotenen zuckersüßem „Pater noster“ von Meyerbeer als auch von den anderen dargebotenen Werken darstellen.

Schlusspunkt unter einem letztendlich opulenten KRS-Weihnachtskonzert setzt das KRS-Symphonieorchester unter Leitung von Petra Weiß mit Stephan Cosacchis „Haec dies“. Die Festmotette wird vom Orchester pointiert und auch feinakzentuiert, hier insbesondere in den Streichern und dem tiefen Blech, von der Empore der Marienkirche dargeboten. Am Ende ist lang anhaltender Applaus der gerechte Lohn sowohl für die vielen Schüler als auch die KRS-Pädagogen, die mit viel Herzblut, Engagement und hohem Niveau ihr Publikum aufs Neue haben begeistern können.

 

 


Wenn das Symphonie-Orchester Salsa tanzt

20.06.11

Vom „Weißen Rössl“ bis „Blues Brothers“: Sommerkonzert der Rehbein-Musiker als temperamentvolle musikalische Zeitreise

So mancher Besucher des jüngst stattgefundenen Sommerkonzerts der Karl-Rehbein-Schule dürfte sich schlagartig um Jahrzehnte zurück versetzt gefühlt haben. Da sangen „fesche Dirndl“ und „stramme Mannsbilder“ von einem Gasthaus am Wolfgangsee, sonnenbrillen-behaftete Blechbläser ließen den fetzigen „Soul Man“ aufs Publikum los und sogar das gute alte Sandmännchen gab sich die Ehre: Rund 1200 Besucher erlebten an zwei Konzertabenden im Congress Park Hanau (CPH) eine äußerst temperamentvolle und liebevoll inszenierte musikgeschichtliche Zeitreise, dargeboten von hochmotivierten Schülern und Lehrern der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS).

„Gebt fein acht, ich hab‘ euch etwas mitgebracht“: Nicht nur besagtes Sandmännchen dürfte der anwesenden Elternschar eine Verjüngungskur verpasst haben. Der Chor der Klassen fünf und sechs, unterstützt vom Chor des Förderzentrums Wolfgang als auch dem KRS-Flötenkreis stellen als Einstieg in den Abend ein buntes Potpourri bekannter Fernsehmelodien von Kindersendungen der 70iger und 80iger Jahre auf die Beine. Stellenweise mit Zipfelmützen als Schlümpfe verkleidet präsentieren die Schüler unter der Leitung von Jens Weismantel „Die Schlümpfe“ und „Heidi“ oder lassen noch einmal den kleinen „Nils Holgersson“ vor dem geistigen Auge durchs CPH-Rund fliegen. Einfühlsam arrangiert passen sich hier besonders die Blockflötenklänge den Chorstimmen (Einstudierung von Sophia Weiß) an, rhythmisch unterstützt von der KRS-Combo.

Aber neben Chorgesang hat die KRS als anerkannte „Schule mit Schwerpunkt Musik“ auch ein Blasorchester, eine Big-Band, Flötenkreise, Musik-Leistungskurse und ein voll besetztes Symphonieorchester aufzubieten. Und hier zahlt sich die jahrelange Aufbauarbeit mit den Schülern durch die KRS-Musikpädagogen aus. Zur Hochform etwa läuft das Symphonieorchester auf, das seit einem Jahr unter dem Dirigat von Petra Weiß steht. Sie lässt das Orchester mit Arturo Márquez‘ „Danzón Nr. 2“ im musikalischen Sinne regelrecht Salsa tanzen. Rhythmisch wie auch harmonisch sehr komplex ineinander verwoben verlangt dieses Werk ein hohes Maß für sehr expressives Spiel. Die jungen Musiker setzen diese Anforderung an die umfassende dynamische Bandbreite brillant um, können dabei die zu Grunde gelegte melancholisch-drückende Thematik noch emotionsgeladen darstellen um schließlich die sich in einem furiosen Finale verdichtenden Elemente mit Prägnanz auf den Punkt zu bringen. Schon das zuvor vom KRS-Symphonieorchester und dem Chor ab Klasse sieben interpretierte „Danza del Fuego“ aus „Benamor“ von Pablo Luna wurde sprichwörtlich mit Feuer und Temperament dargestellt. Insbesondere die sichere Intonation als auch die rhythmisch-biegsame Eleganz sowohl in den Streichern als auch in den Bläsern wusste das Ohr angenehm zu überraschen – insgesamt eine Meisterleistung der jungen KRS-Musiker.

Es braucht aber nicht immer ein großes Orchester, um für Überraschungen gut zu sein: Der „Zungenbrecher“ von Agnes Dorwath“, dargeboten vom KRS-Blockflötenquartett unter Leitung von Mechthild Sydow (Paul-Hindemith-Musikschule Hanau) sorgt für erbauliche Kurzweil. Stellenweise nur mit den Mundstücken der Blockflöten gespielt bietet das mit vielen stufenlosen Schleiftönen versehene Stück interessante Einblicke in die differenzierte Klangwelt der Blockflöten. Nicht minder dazu bei trägt Benjamin Brittens fröhliche „Skifahrt“ durch die Schweizer Alpen, die „Alpine Suite“, die zum einem mit einem kräftigen Augenzwinkern und zum anderen in der Präzision des Schweizer Uhrwerks von der Blockflötengruppe präsentiert wird.

Ein augenzwinkender Ohren- wie Augenschmaus auch das Operetten-Medley „Im Weißen Rössl“, interpretiert vom großen KRS-Chor unter Leitung und Bearbeitung von Frank Hagelstange, begleitet zu vier Händen von Petra und Jürgen Weiß am Flügel. In Dirndln und Bergsteiger-Kluft gekleidet besingen die KRS-Schüler den „schönen Sigismund“, schunkeln sich zur Freude des Publikums beherzt singend durch das Salzkammergut – ein Beweis dafür, dass man leicht angestaubte Operetten-Melodien mit Verve und Elan durchaus wieder neu beleben kann.

Nicht wegzudenken bei den KRS-Konzerten das Blasorchester unter Rainer Kasan und die KRS-Big-Band unter Stephan Glück. Ein sehr abwechslungsreiches Arrangement von Melodien aus dem Musical „Mary Poppins“ bringt das Blasorchester zu Gehör, das das gesamte Spektrum der Blasinstrumente geschickt auszunutzen weiß. Die Big-Band lässt es mit einer „Blues Brothers Revue“ derart krachen, dass die kultigen Brüder Jake und Elwood Blues wohl am liebsten mit gerockt hätten.

Nach rund drei Stunden bunter Musik-Revue dürfen die KRS-Musiker nur nach Zugaben von der Bühne des CPH und werden unter donnerndem Applaus vom Publikum in die verdienten Ferien verabschiedet. Wie sagt doch Hanaus Schuldezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold zu Beginn des Konzerts: „Hanau kann stolz sein auf diese Schüler“. Wohl wahr, denn wer in die vielen fröhlichen Gesichter auf der Bühne geschaut hat, der weiß, dass alle Schüler mit Feuereifer und Freude bei der Sache waren. Musik, das bewahrheitet ich immer wieder, kann beflügeln. Mit dem diesjährigen Sommerkonzert der KRS wurde erneut der Beweis dazu erbracht.

Der Chor der Klassen 5 und 6 glänzt unter Leitung von Jens Weimantel mit einem Potpourri von bekannten Kinder-Serien wie „Nils Holgersson“ oder „Pipi Langstrumpf“.

In Dirndln und Bergsteiger-Tracht gekleidet bereitet der große KRS-Chor unter Leitung von Frank Hagelstange mit einem „Weißen Rössl“-Potpourri viel Freude im Publikum.

Ein Medley der legendären „Blues Brothers“ mit der KRS-Big-Band riss das Publikum von den Stühlen.


Klangschönheit eingebettet in mitreißende Rhythmen

 2011

Frühlingskonzert der Karl-Rehbein-Schule präsentiert sich auf hohem Spielniveau

Langanhaltender Applaus und Begeisterungspfiffe krönten das 45-minütige Feuerwerk der Big Band am Ende des diesjährigen Frühlingskonzertes der Karl-Rehbein-Schule (KRS). Unter der Leitung von Stefan Glück hatten die 29 Musiker Klassiker aus Swing, Pop und Rock dargeboten und dabei das herausragende Niveau der Formation unter Beweis gestellt. Beeindruckende Soli und mitreißende Ensembles ließen die Mauern der Christuskirche erzittern.

Zwei Stunden vorher hatte Schulleiter Jürgen Scheuermann der Christuskirchengemeinde für die Gastfreundschaft gedankt. Nachdem das schuleigene Treppenhaus, nach dem dieses dritte Konzert neben den großen Weihnachts- und Sommerkonzerten der KRS benannt ist, schon lange zu klein für Mitwirkende und Besucher geworden ist, stellte der KRS-Schulleiter die fast fertige neue Mensa als mögliche neue Spielstätte für das Frühlingskonzert 2012 in Aussicht. Zugleich dankte er den beteiligten Schülern für ihr Engagement parallel zum Abistress und G8-Verplichtungen und forderte das Auditorium zu einem Extrabeifall für die KRS-Musikpädagogen auf, die ihre Schüler immer wieder zu Höchstleistungen animierten.

Im ersten Teil des Konzertes waren zunächst kleinere Ensembles zu bewundern: das Blockflötenquartett, das in Kooperation mit der Paul-Hindemith-Musikschule von Mechthild Sydow betreut wird, präsentierte sauber intoniert Tanzmusik aus der Renaissance und der Gegenwart. Ein siebenköpfiges Blechbläserensemble brillierte mit „Spirit of Brass“, geleitet von Sven Rathmann, der es sich auch zwei Jahre nach seinem Abitur nicht nehmen lässt, immer noch in „seiner“ Schule mitzuspielen.

Mit zwei Telemann-Sonaten wurde Kammermusik auf höchstem Niveau geboten: Carlotta Spiegel und Nikko Forteza Rumpf boten eine ausgefeilte Interpretation einer Sonate für zwei Querflöten, die zu einer klangschönen Einheit verschmolzen. Mit Daria Azov (Violine), Clemens Tobben (Oboe), Sylvia Ymeng Hu (Cembalo) und Lisa Kiffer (Fagott) vereinigte sich eine ganze Riege von Wettbewerbgewinnern zu einer virtuos gestalteten Triosonate.

Frank Hagelstange rahmte mit den von ihm betreuten Gruppen den ersten Konzertteil ein: zu Beginn hatte ein Blockflötenensemble mit einer achtstimmigen Kanzone des Renaissancekomponisten Guiseppe Guami das Programm feierlich eröffnet. Mit einem Medley von „Love Songs“ aus fünf Jahrhunderten entließ der große KRS-Chor ab Klasse 7 das Publikum in die Pause. Chorleiter Hagelstange moderierte humorvoll die Liederfolge, die von Hans Leo Hassler und Joseph Haydn bis zu bekannten Popsongs wie „Only you“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“ führte. Der Chor präsentierte sich in bester Sängerlaune und bestach durch eine eindrucksvolle dynamische Bandbreite. In der „Habanera“ aus Bizets Oper „Carmen“ füllten Patricia Berger, Nicola Müller und Lara Stoicescu mit ihren Solostimmen die Kirche.

Das Frühlingskonzert wurde durch die Auftritte der beiden Musikleistungskurse komplettiert. Die Abiturienten hatten die „Love Songs“ durch ihre a-capella-Version des Ärzte-Hits „Männer sind Schweine“ bereichert und die Zuschauer mit dem Sarkasmus des Textes zum Schmunzeln gebracht. Die Zwölftklässler präsentierten sich unter der Leitung von Petra Weiß als Jazzcombo mit Titeln von Roger Cicero und aus dem Musical „Grease“ und rissen das Publikum auch durch ihre ansprechende Choreographie zu Begeisterungsstürmen hin.

 

„Love Songs“ zum Frühlingsbeginn: Chorleiter und KRS-Musikpädagoge Frank Hagelstange führt den großen Chor der Karl-Rehbein-Schule durch die „Untiefen“ der modernen Pop-Literatur.

Konzentration: Mitglieder des gemischten Chores ab der Klasse 7 in der Christuskirche Hanau.


Alle Register gezogen: Weihnachtskonzert der Karl-Rehbein-Schule erneut auf hohem musikalischen Niveau

16.12.10

So ähnlich hätte es sich auch vor rund 400 Jahren in der ehrwürdigen Kirche San Marco in Venedig zutragen können: Verschiedene Chöre an unterschiedlichen Stellen im Raum verteilt singen gemeinsam ein Werk. Die Praxis des Alternierens von bis zu acht Chören war um 1600 unter Giovanni Gabrieli in der Lagunenstadt hoch in Mode. Der deutsche Komponist Heinrich Schütz, der Kompositionsstudien bei Gabrieli genoss, transferierte diese hohe Vokal-Kunst über die Alpen nach Deutschland. Diese Musizierpraxis jedenfalls muss als Idee Pate gestanden haben für das nun über die vielen Bühnen gegangene Weihnachtskonzert der Karl-Rehbein-Schule. Nicht nur die Besetzungs-Vielfalt auf den diversen Emporen der Hanauer Marienkirche sorgte dabei für Kurzweil, sondern auch die Programmzusammenstellung, die erfreulicherweise die eingetrampelten Eselspfade der sonst üblichen Weihnachts-Berieselung verlassen konnte.

So reichte das Programm von Praetorius bis Orff. Musik der Renaissance über Barock bis zur Modernen war vertreten, gestaltet von den unterschiedlichsten Musikgruppen, die die KRS zu bieten hat. Schließlich ist das Hanauer Traditionsgymnasium seit kurzem offiziell das, was die Schule seit Jahren schon so oder so auszeichnet: Schule mit Schwerpunkt Musik. Und von der hohen musikalischen Leistungsfähigkeit der KRS-Schüler konnten sich die Zuhörer nun an drei Abenden in der jeweils proppenvollen Marienkirche selbst ein Bild machen. Ob fetzig-fröhlicher Chorgesang der Klassen Fünf und Sechs, der von rockenden Schäfern erzählte, eine festlich-glitzernde Intrada zu Beginn oder ein beinahe überladenes Schiff mit vollem Orchester und Chor – die Rehbein-Gemeinde zog in rund zwei Stunden alle musikalischen Register.

Die verantwortlichen Pädagogen Petra Weiß, Sophia Weiß, Stefan Glück, Rainer Kasan und Frank Hagelstange hatten ihre Schützlinge optimal für das Konzert vorbereitet. So erlebte Petra Weiß als neue Dirigentin des KRS-Symphonieorchesters einen gelungenen Einstand, hatte sie jetzt den Dirigentenstab von ihrem Mann übernommen. Vivaldis Cello-Konzert in g-Moll jedenfalls stellte keine Hürde dar – weder für Weiß am Dirigentenpult, noch für die beiden Solistinnen Larissa Nagel und Sophia Weiß am Cello. Auch das Orchester agierte als sicheres Fundament für die Solistinnen, sodass sich insgesamt ein abgerundetes Klanggefüge bilden konnte.

Dass die Kooperation mit der Paul-Hindemith-Musikschule (PHM) besondere Früchte tragen kann, davon zeugte das sehr subtil vorgetragene dreisätzige Werk von Johann Christoph Pez für Blockflötenensemble. Inmitten der Kirche musizierend brachten die KRS-Solistinnen unter Leitung von Mechthild Sydow (PHM) die unterschiedlichen Einsätze der Flötenregister rhythmisch auf den Punkt genau zu Gehör – ein Ohrenschmaus der Extraklasse. Barocke Pracht verbreitete das Blasorchester der KRS mit Telemanns Trompetenkonzert in D-Dur. Venezianische Mehrchörigkeit in Reinkultur gab es mit Schütz‘ Werk „Der Gott Abrahams“, das Chor, Sologesang, Blockflöten und Orgel zu einer diffizil austarierten Klangkaskade vereinen konnte. Eher beschwingt-fröhliche Weihnachtsklänge stimmte die KRS-Big-Band an, die erneut mit ihrer hohen rhythmischen Prägnanz gepaart mit einer feindosierten Dynamik brillieren konnte.

 

Sich dann bis in kräftige Crescendi steigernd das KRS-Symphonieorchester mit Tschaikowskys „Pas de deux“ aus dem „Nussknacker“-Ballett, dabei federleicht-schwebend beginnend und im kraftvollen Paukendonner endend. Nochmals alle Mitwirkenden und alle baulichen Ebenen der Kirche einbindend dann das eher düster wirkende „Es kommt ein Schiff geladen“, das dem Finale des Konzertes einen eher nachdenklich-melancholischen Anstrich gab. Allerdings drohte das Schiff mit gefährlicher Schlagseite zu kentern, wirkte das Arrangement doch sehr überladen. Der am Ende massive Einsatz von Chor und Orchester war der Schlichtheit der Melodie jedenfalls nicht angemessen. Insgesamt aber ist festzuhalten, dass das zu Recht heftig applaudierende Publikum ein qualitativ hochwertiges Konzert geboten bekam, das zudem die musikalische Kompetenz der KRS erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.

 


Gemeinschaftliche Meisterleistung

16.06.10

Denkwürdige Aufführung des Musicals „Oliver“ durch Schüler, Lehrer und Ehemalige der Karl-Rehbein-Schule

Hanau. Ein Musical muss ein Happy-End haben. Das gehört sich einfach so. Es kann nicht sein, dass eine Geschichte, zumal mit Musik versehen, traurig endet. Schon gleich gar nicht, wenn sich die Geschichte um ein Kind dreht. Allerdings hat sich Romancier Charles Dickens mit seinem Roman „Oliver Twist“ niemals an diese Wunschvorstellung gehalten. Im Gegenteil. Dickens schildert die traurige, kalte, ellenbogenbehaftete Welt des Waisenjungen Oliver. Eine Welt voller Hartherzigkeit und Lieblosigkeit. Eine Welt, die sich bis heute nicht wesentlich geändert hat, wenngleich sich höchstens die Bezeichnungen verändert haben mögen. Heute hat das Elend vielleicht andere Namen: Hartz IV, Zwangsräumung, Gewalt, kein Schulabschluss.

Die Aufführung des Musicals „Oliver“ durch Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemalige der Karl-Rehbein-Schule (KRS) hält dem Publikum in eindrucksvoller Weise einen sozialkritischen Spiegel vors Gesicht. Was, so fragt man sich nach dieser eindringlichen und aufrüttelnden Aufführung, sind uns Kinder wert? Sind es die paar Penny, bezahlt von einer selbstsüchtigen und gierigen Gesellschaft für niedere Frondienste ausgemergelter, verstoßener Kinder? Nein. Das soll und darf nicht sein. Und diese Mahnung hat uns die Inszenierung von „Oliver“ eindrucksvoll vor Augen geführt, ohne dabei den pädagogischen Zeigefinger zu erheben. Im Gegenteil: Den beiden Regisseuren und Hauptverantwortlichen Petra Weiß und Frank Hagelstange von der Fachschaft Musik der KRS ist es in einer gemeinschaftlichen Meisterleistung gelungen, den Spagat zwischen Unterhaltung und Nachdenklichkeit auf der Bühne als eine große Teamleistung zu realisieren. Denn auch das schafft „Oliver“: Die Arbeit auf der Bühne wird gleichermaßen auf alle Protagonisten verteilt, große Solorollen gibt es nicht. Damit ist das Stück als solches für eine Schulaufführung wie geschaffen. Die KRS-Schüler jedenfalls zeigen sich an fünf Tagen vor restlos ausverkauftem Haus im Congress Park Hanau als ein großartig aufspielendes Team, in dem jeder für jeden einsteht, der eine den anderen mitreißen und mitnehmen kann.

In einer aufreibenden, neunmonatigen Probenzeit haben rund 300 KRS-Schüler etwas auf die Beine gestellt, worauf sie zu Recht stolz sein dürfen. Denn ohne Übertreibung und auch ohne den Blick durch die berühmte „KRS-Brille“ kann festgestellt werden, dass es im näheren Umkreis der KRS keine einzige Schule gibt, die auch nur annähernd ein derartiges Mammutprojekt so perfekt auf die Beine stellen kann und dem Ganzen auch noch - sozusagen als „Krone“ - eine selten gesehene Professionalität mit auf dem Weg geben kann. Von daher wäre es nun auch vermessen, hier Einzelleistungen auf der Bühne zu nennen oder gar zu loben. Vielmehr läuft die Aufführung im CPH in der Präzision eines Schweizer Uhrwerkes ab, in der ein Rad in das andere greift. Jede noch so kleinste Rolle ist wichtig und ein unverzichtbares Puzzleteil eines musikalisch-choreographischen Gesamtkunstwerkes. Das wird immer wieder in den einzelnen Massenszenen deutlich. Dramaturgisch geschickt werden immer wieder Darsteller, Chor, Solosänger und Musiker zu einer Einheit verschmolzen, nahtlos reihen sich Blockflöten-AG, Blasorchester und die KRS-Bigband in das Bühnen-Geschehen ein, erscheinen dabei niemals als Fremdkörper.

Einen großen Anteil am Erfolg der umjubelten „Oliver“-Aufführung hat aber auch das KRS-Symphonieorchester unter der Leitung seines nun scheidenden Dirigenten Jürgen Weiß. Auch KRS-Direktor Jürgen Scheuermann weiß um die Qualitäten seines Musikpädagogen, der den Dirigentenstab nach nunmehr 40 Jahren an seine Frau Petra Weiß weitergibt. In der letzten „Oliver“-Aufführung verleiht Scheuermann an Jürgen Weiß unter stehenden Ovationen die Große Ehrennadel der Karl-Rehbein-Schule. Danach regnet es Küsschen und rote Rosen seitens der Orchestermitglieder für den Maestro, der mit „seinem“ Orchester so manche duftige Klangwolke aus dem Orchestergraben heraus auf die Bühne zaubert. Noch Wochen vor der Aufführung von Zweifeln geplagt, ob die Musiker das oftmals musikalisch sperrige Werk überhaupt werden umsetzen können, fegt Weiß mit seinen rund 80 Musikern schon während der Generalprobe jeden Zweifel darüber erhaben beiseite. Glänzend von Verve getränkt und einer Klangeleganz, die man einem Schulorchester niemals zutraut, strahlt das Orchester die kompletten drei Stunden mit Souveränität und interpretatorischem Geist. Hut ab.

Eingebettet und umrahmt von prachtvollen Kostümen des ausgehenden 19. Jahrhunderts und einem kargen, aber doch sehr effektvollem Bühnenbild gereift die KRS-Aufführung so zu einem in sich stimmigen Musicalabend der deutlich macht, dass die KRS den Titel „Schule mit Schwerpunkt Musik“ mehr als zurecht trägt. „Das Miteinander und das gemeinschaftliche Arbeiten gibt den Kindern etwas mit auf dem Weg, was monatelanger Unterricht in der Klasse nicht zu leisten vermag: Freundschaft, Teamgeist und soziale Kompetenz“, beschreibt Jürgen Weiß in einem Vorgespräch das Fluidum der Probenarbeit. Und genau das führen die KRS-Kinder ihrem jeweils am Ende der Aufführung völlig begeistertem Publikum hautnah vor Augen. Damit ist auch letztendlich die Frage beantwortet, was unserer Gesellschaft Kinder wert sein müssen: Kinder sind unsere Zukunft. Und wer die engagiert und stellenweise bis zur körperlichen Erschöpfung aufspielenden KRS-Kinder auf der Bühne erlebt hat, der muss zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass uns vor dieser Zukunft eigentlich nicht angst und bange sein muss.





 

 


Von Klassik bis Jazz: Rehbein-Schüler präsentieren buntes Musik-Feuerwerk zum 15. „Treppenhauskonzert“

2010

Eine sehr sorgfältig ausgewählte Musikmischung, verpackt in stellenweisen exotischen Arrangements und überraschenden Showelementen waren am vergangenen Freitagabend Garant für ein erneut gelungenes „Treppenhauskonzert“. Der Chor der Klassen fünf und sechs, das KRS-Blasorchester, die KRS-Big-Band und verschiedene Blockflötenensembles banden den zahlreichen Zuhörern einen bunten Frühlingskonzert-Strauß, angefangen von Mendelssohn-Bartholdys berühmten „Hochzeitsmarsch“ über fetzige Swing-Rhythmen bis hin zu einer munteren Vokalreise quer durch Europa. Die Zuhörerschaft erlebt dann ein über zwei Stunden andauerndes Musikfeuerwerk, das vom Blasorchester unter dem Dirigat von Rainer Kasan gezündet wird. Funkensprühend gleiten die Bläser durch die festlichen Harmoniefolgen Mendelssohn-Bartholdys und legen damit ein gelungenes Fundament für die folgenden Beiträge. Flöten treffen auf Klavier: In einer ungewöhnlichen und gewagten Kombination ertönt die „Romanze“ aus dem Klavierkonzert KV 466 von Mozart, zart begleitet von Mitgliedern des Flötenkreises und umsichtig geleitet von Frank Hagelstange. Der Blechbläserkreis unter Sven Rathmann entführt das Publikum in die kargen Höhen Schottlands, bevor dann die Anfänger des Flötenkreises Winnetou und Old Shatterhand musikalisch durch die Weiten der Film-Prairie schicken. Hagelstange lobt hier besonders die Zusammenarbeit mit der benachbarten Paul-Hindemith-Musikschule, lernen dort viele KRS-Schüler das Instrumentalspiel, was der Ensemble-Arbeit an der KRS nur zu Gute kommt.

 

Nach einer gemütlichen „Schunkeleinlage“ zu Suppés Operetten-Ouvertüre zu „Dichter und Bauer“ beweisen die Fünft- und Sechstklässler unter Leitung von Sophia Weiß und begleitet von Petra Weiß am Klavier mit einer musikalischen Rundreise durch Europa, dass das gemeinsame Singen im Chor viel Spaß machen kann. Mit einer großen Portion Humor und ganz ohne Vollbart ist Frank Hagelstange dann als Nachtclubbesitzer Renato aus dem Musical „La Cage Aux Folles“ („Ein Käfig voller Narren“) zu erleben. Lässig im Frauendress gekleidet wedelt er KRS-Leiter Scheuermann die Federboa um die Nase während er stimmgewaltig das wohl bekannteste Stück aus dem Musical „Ich bin was ich bin“ intoniert. Mutig auch die Entscheidung, die Instrumentalbegleitung dem Blockflötenensemble anzuvertrauen, was der gesamten Darbietung zusätzlich einen sehr exotischen Touch verleiht. Den knackig-krachenden Abschluss des musikalischen Feuerwerkes zünden die jungen Bläser und Musiker der KRS-Big-Band unter Leitung von Stefan Glück. Mit frenetischem Applaus werden die jungen Akteure für ein heiteres wie auch qualitativ hochwertiges Konzert belohnt – ein gutes Omen für die im Juni stattfindende Aufführung des Musicals „Oliver“.


Weihnachtskonzert der Karl-Rehbein-Schule begeistert nicht nur die Schulgemeinde!

2009

Eigentlich müssten den Verantwortlichen in Wiesbaden längst die Ohren geklingelt haben. Denn das eine um das andere Mal untermauert die Hanauer Karl-Rehbein-Schule (KRS) eindrucksvoll ihr erklärtes Ziel, künftig auch als „Gymnasium mit musikalischen Schwerpunkt“ offiziell anerkannt zu sein. So geschehen auch in dem jüngst stattgefundenen, schon traditionellen Weihnachtskonzert der KRS in der Hanauer Marienkirche. An drei hintereinander folgenden Abenden drohte das ehrwürdige Gotteshaus aus allen Nähten zu platzen, zeigten wiederum gut 300 KRS-Schüler, was sie auf ihren Instrumenten und mit ihren Stimmen zu bieten haben. Und um es vorweg zu nehmen: Das gebotene Konzert-Niveau brauchte stellenweise keinen Vergleich mit Profis zu scheuen.

„An unserer Schule werden Werte besonders hoch gehalten. Dabei geht es mir als Schulleiter besonders gut, wenn ich all‘ die musizierenden Schüler sehe und höre“, bedankt sich KRS-Leiter Jürgen Scheuermann zu Beginn des Konzerts bei den zahlreichen Ausführenden, angefangen von den Klassen 5 bis zur Jahrgangsstufe 13. Auch vergisst Scheuermann nicht, sich bei den kooperierenden Hanauer Kirchengemeinden und der Paul-Hindemith-Musikschule zu bedanken. Besonderes Lob findet der Schulleiter für den unermüdlichen Konzert-Einsatz der KRS-Musiklehrer wie Jürgen Weiß, Petra Weiß, Sophia Weiß, Frank Hagelstange, Rainer Kasan und Stefan Glück.

„Machet die Tore weit“: Hagelstanges Aufforderung zu Beginn wird denn auch von den KRS-Schülern während des gesamten Konzertes musikalisch gesehen auf vielfältige Weise in die Tat umgesetzt. Weit gefasst sind nicht nur die unterschiedlichen Ensemble-Besetzungen, sondern auch das gebotene Repertoire. Rieselt für den einen oder anderen vielleicht zu wenig weihnachtlicher Puderzucker von der Empore herunter, so präsentiert sich die Stückauswahl durchzogen auch mit den vielen „weltlichen“ Stücken doch erfrischend anders als sonst bei Konzerten jener Couleur üblich. Und mag man über Geschmack trefflich streiten, so steht aber die hohe Spielkultur aller Ausführenden außer Frage.

Feinnervige Flötenklänge wechseln sich mit prachtvollen Orchesterarrangements ab, wohl abgestimmter Männer-Chorgesang trifft auf festlichen-erhabenen gemischten Chor. Ordentlich aufs Blech drückt die KRS-Big-Band unter der Leitung von Stefan Glück, bringt sie das Auditorium mit der von südamerikanischen Rhythmen durchtränkten Interpretation von José Felicianos „Feliz navidad“ in eine fröhliche Weihnachtsstimmung. Einen Glanzpunkt im wahrsten Sinne des Wortes setzt das KRS-Sinfonieorchester unter dem Dirigat von Jürgen Weiß mit einer schwungvoll-glockigen Variation des bekannten amerikanischen Weihnachtsliedes „Jingle Bells“.

Einen besonderen Ohrenschmaus birgt Felix Mendelssohn-Bartholdys „Laudate pueri“ unter Leitung von Petra Weiß. Eine klare Artikulation verbindet sich hier mit einem wohltuend schlanken Klang in den Chorstimmen des Frauenchores ab Klasse 8, wenngleich die Solostimmen etwas deutlicher im Wortverständnis hätten herausgearbeitet werden können. In beeindruckender Perfektion erweisen der Flötenkreis und die A-Capella-Formation des Musik-Leistungskurses 12 unter Leitung von Frank Hagelstange eine posthume Ehrung des jüngst verstorbenen US-Superstars Michael Jackson. Von schönen Feigen, die an Ostern reif sein werden, singen die Schüler der Klassen 5 und 6, mit viel Umsicht und einem Lächeln auf den Lippen angeleitet von Sophia Weiß. Das KRS-Blasorchester macht danach seinem Namen alle Ehre und bläst dem Auditorium einen winterlichen Notensturm um die Ohren. Rainer Kasan und seine Mitstreiter reizen hier das gesamte Klangspektrum der Blasinstrumente in ihrer ganzen Pracht voll aus. Nicht minder prachtvoll der Schlusstakt des Konzertes mit dem festlich-feierlichen „Dank sei dir, Herr“ von Georg Friedrich Händel, das noch einmal alle Mitwirkenden – unter einem Doppeldirigat – vereinen kann. Damit schließt sich auch der Kreis, der mit einem gemeinsam gesungenen „Lobe den Herren“ (Leitung: Sven Rathmann) seinen Anfang gefunden hatte. Mit „Standing Ovations“ werden die jungen Musiker und ihre Lehrer auch ein bisschen getragen von Engelsflügeln in den wohlverdienten Feierabend entlassen.


 

Psalmkonzert in der Christuskirche

13.09.2009

Die Hanauer Christuskirche war am 13. September 2009 Schauplatz eines außergewöhnli-chen KRS-Konzertes: Der Chor ab Klasse 7 sowie der Chor der Freunde präsentierten zu-sammen mit dem Johannes-Brahms-Chor Karlstein und einigen Gästen – ehemalige Schü-ler/innen sowie Eltern – ein eigenes Konzertprogramm. Für Chorleiterin Petra Weiß ging mit der Aufführung der Psalmensinfonie von Igor Strawinsky ein lang gehegter Wunsch in Erfül-lung. Sie hatte die Chöre auf den anspruchsvollen Chorpart gründlich vorbereitet. Der Chor wusste sowohl die zahlreichen dissonanten Klangballungen als auch die rhythmischen Raffi-nessen des Werkes souverän zu meistern und bestach gleichermaßen bei den massiven Ausbrüchen wie bei den fast ins Nichts zurückgenommenen meditativen Passagen.

Für dieses Meisterwerk der Chorliteratur des 20. Jahrhunderts verlangt Strawinsky ein groß besetztes Blasorchester, zu dem sich nur tiefe Streicher, Pauke, Harfe und zwei Klaviere gesellen. Für den äußerst anspruchsvollen und virtuosen Orchesterpart hatte man neben den beiden Pianisten Wilhelm Oßberger und Jürgen Weiß Musiker aus verschiedenen Frankfurter Orchestern gewinnen können. Alle Instrumentalisten waren bestens präpariert, was sich auch in atemberaubenden Soli zeigte. Die Zusammenarbeit mit einem Laienchor und Schüler/innen wurde von den professionellen Musikern sehr gelobt; für alle Choristen war - auch im Vergleich zum gewohnt hohen Niveau der KRS-Konzerte - das gemeinsame Musizieren mit Profis eine neue und besonders beeindruckende Erfahrung! Angesichts des mitreißenden und farbenprächtigen Orchesterklangs waren die Mühen der Einstudierung schnell vergessen…

Der Psalmensinfonie als Höhepunkt des Konzerts gingen zwei weitere Psalmvertonungen voraus. In seinem Psalmkonzert „Lobe den Herren, meine Seele“ lässt der frühbarocke Mei-ster Heinrich Schütz zwei Chöre alternieren. Die zwischen den klangstarken Kehrversen plat-zierten kleinen Motetten wurden vom Johannes-Brahms-Chor differenziert gestaltet. Im Mittelpunkt des Konzertes erklang zum zweihundertsten Geburtstag des Komponisten die Psalmkantate „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, wobei sich zu den Bläsern noch ein solistisches Streichquintett gesellte. War bei Strawinsky eher rhythmische Präzision und artikulatorische Klarheit gefragt, wusste der Chor bei Mendelssohn durch seinen flexiblen und homogenen Klang, große dynamische Band-breite und wunderschön ausgesungene Melodiebögen zu überzeugen. Besonders schön klang das sechsköpfige Sopranensemble, welches den Solopart übernommen hatte: in der Arie „Meine Seele wartet auf dich“ meinte man über dem Klagegesang der Solooboe einem Engelschor zu lauschen. Zwei kurze Rezitative wurden von Sabine Loch ausdrucksstark und überzeugend gestaltet.

Jedes Werk des Konzertprogramms wurde von einer kurzen Präsentation über die Psalmtex-te eingeleitet, die von drei Religionskursen der Karl-Rehbein-Schule vorbereitet worden wa-ren. Durch den Wechsel von Text- und Musikvortrag wurde die Zeitlosigkeit der alten Psalm-texte verdeutlicht. Die Vielfalt der Präsentationsformen sowie die Ernsthaftigkeit der Gestal-tung wussten in diesem besonderen Konzertkonzept zu überzeugen. Während die Klasse 8d evangelisch (Leitung: Frank Hagelstange) in einer Collage verschiedene Übersetzungen des 103. Psalms verknüpfte und die Klasse 11d evangelisch (Leitung: Tanja Wethgrube) eigene moderne Übertragungen der Psalmensinfonieverse vorstellte, präsentierten die Klassen 9ae katholisch (Leitung: Sophia Weiß) den 42. Psalm in einer szenischen Umsetzung. Nachdem spontaner Applaus losgebrochen war, kaum dass der jubelnde Schlusschor der Mendelssohn-Kantate verklungen war, verharrten die Zuhörer nach den sphärischen Schlussklängen der Psalmensinfonie in ergriffenem Schweigen, bevor sie der Leistung von Chor und Orchester und der souveränen Dirigentin Petra Weiß begeistert anhaltenden Beifall zollten.

Zuhörer und Mitwirkende werden das Konzert lange in Erinnerung behalten!

 

 



 

Von dem Lächeln in der Stimme

Sommer 2009

Schüler des Hanauer Karl-Rehbein-Gymnasiums bieten an zwei Abenden ein fulminantes Sommerkonzert

Das ist ja wie beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker“, äußert sich eine Dame ganz begeistert, kaum waren die letzten Tutti-Schlussakkorde des berühmten „Radetzky-Marsches“ im Congress Park Hanau (CPH) verklungen. Mit „Standing Ovations“ und heftigem Fuß-Getrampel seitens der Ausführenden endete das diesjährige Sommerkonzert des Karl-Rehbein-Gymnasium (KRS), das traditionell kurz vor Ferienbeginn gleich an zwei Abenden für ein proppenvolles Haus sorgte. In rund drei kurzweiligen Konzert-Stunden zogen die Rehbein-Schüler zusammen mit ihren Musikpädagogen nahezu alle musikalischen Register, angefangen von der Klassik bis hin Popmusik, vom kleinen Flötenensemble bis hin zum großen Symphonieorchester.

„Unsere Schüler werden nach einem bewegten Schuljahr mit vielen sportlichen und auch schulischen Erfolgen an diesem Abend noch einmal zur Höchstform auflaufen“, verspricht Schulleiter Jürgen Scheuermann während seiner Begrüßung. So bedankt er sich nicht nur bei den unzähligen Schülern und den federführenden Musiklehrern für ihr großes Engagement, sondern auch der Pedro-Jung-Schule und der Paul-Hindemith-Musikschule für die musikalische Kooperation für das diesjährige Konzert. Und Scheuermann sollte nicht zu viel versprechen. Das Publikum erlebte einen auf künstlerisch hohem Niveau stehenden Konzertabend, den man in der gebotenen Qualität nicht unbedingt von einer Schule erwarten darf.

Das zeigt sich bereits bei der Organisation. Es ist bestimmt nicht einfach, hinter der Bühnen-Kulisse ob der Vielzahl der beteiligten jungen Musiker und Sänger den Überblick zu behalten. Die jeweils nötigen Umbauphasen verlaufen in der Präzision eines Schweizer Uhrwerks – diszipliniert und unaufgeregt. Gleich zu Beginn fährt die KRS schweres Blech auf, das aber ganz leichtfüßig unter dem Dirigat von Rainer Kasan die Ouvertüre „Il maestro di capella“ von Domenico Cimarosa zu Gehör bringt. Eine gelungene wie auch klanglich reizvolle Transkription für ein fünfköpfiges Flötenensemble stellt die Interpretation des „Andante“-Satzes aus Ludwig van Beethovens Klaviersonate op. 14 dar. Frank Hagelstange leitet aber nicht nur die Block-Flötisten, die mit Sopran- bis zur seltenen Bassflöte vertreten sind, souverän an. Auch der von ihm geführte „Leistungskurs Musik“ der Jahrgangsstufe 13 weiß mit seiner von Vangelis komponierten Filmmusik zu „1492“, hier das Stück „Conquest of Paradise“. einen Kontrapunkt, wenngleich die Streicher hier ruhig etwas dicker hätten auftragen können.

Umso dicker aufgetragen mit Basstuba und Posaunen die alten Schlossmauern aus Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“, dargeboten vom Blechbläserkreis unter der Leitung von Sven Rathmann. Mit Cabasa, Guiro, Conga, Gitarre und Flöten durchfluten darauf fröhliche, südamerikanische Klänge das Rund des CPH.

Lehrstunde in Sachen Chormusik

Was nun folgt, kann man als eine erbauliche Lehrstunde in Sachen Chormusik beschreiben. Unter der Gesamtleitung von Sophia Weiß im Verbund mit ihrer Mutter Petra Weiß sorgen der Chor der Pedro-Jung-Schule und der KRS-Chor mit Elton Johns Musical „König der Löwen“ ein um das andere Mal für Gänsehaut-Attacken unter dem Publikum. Die beiden souverän agierenden Solisten Koku Giede und Felix Enders aus der fünften Klasse, der in sich dynamisch fein abgestufte Chor, umgarnt von einer klaren Wortdeklamation und die rhythmisch sehr diffizile, aber punktgenaue Interpretation – das alles in sich vereint stellt ohne Übertreibung eine pädagogische Meisterleistung dar. Mit einem Lächeln in den Stimmen legen die jungen Choristen hier einen derart espritvollen Auftritt auf die Bühne, dass Sir Elton sicher seinen Spaß gehabt hätte.

Auch der legendäre Bandleader James Last braucht sich um qualifizierten Nachwuchs nicht zu sorgen: Der Auftritt der KRS-Bigband unter der Leitung von Stefan Glück zeigt, dass die KRS im Bläserbereich mit vielen exponierten Talenten aufgestellt ist, wie etwa die Trompeten-Sektion in diversen Soli das eine um das andere Mal ausdrucksstark unter Beweis stellt. Ohne Zugabe kommt die Blechabteilung nicht von der Bühne, mit Chuck Mangiones feurigem „Children of Sanchez“ lassen es die jungen Musiker vor der Pause noch einmal richtig krachen.

Rainer Kasan und sein KRS-Blasorchester lassen zur Freude des Publikums Mowgli, Balu, den Bären, Colonel Hathi und die ganze freche Affenbande um „King Louis“ aus dem „Dschungelbuch“ in Tönen verkleidet über die Bühne paradieren. Getreu dem Motto „Versuch's mal mit Gemütlichkeit“ lassen die Bläser nichts anbrennen und sich auch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass die Bühne beinahe wegen Überfüllung hätte geschlossen werden müssen. Denn welche Schule kann schon von sich behaupten, ein nahezu voll besetztes Symphonieorchester zu unterhalten? Bis hin zu den anfänglich zitierten „Wiener Philharmonikern“ wird es freilich für die jungen KRS-Musiker noch ein weiter Weg sein. Dennoch nicht minder bewundernswert die Leistung, die die hochmotivierten Instrumentalisten unter dem Dirigat von Jürgen Weiß nicht nur mit Antonin Dvoráks „Slawischen Tanz“, op. 46, abzurufen wissen.

Als einer der unstreitbaren Höhepunkte des Abends gestaltet sich der souveräne Auftritt der 16-jährigen Pianistin Sylvia Yimeng-Hu, die mit technischer Brillanz und dem nötigen Gespür für das Zusammenspiel mit dem Orchester ausgestattet den bekannten 3. Satz aus Haydns Klavierkonzert in D-Dur, „Rondo all' Ungherese“, am leider zu kleinen Flügel eloquent auf die Tastatur bringt.

Nach einem kleinen Filmmusik-Ausflug des Flötenkreises nach Hollywood unter der Miteinstudierung von Mechthild Sydow setzen Jürgen Weiß und seine Symphoniker zum großen Finale an. Buchstäblich vom Blitz elektrisiert nimmt das Orchester in atemberaubenden Tempo die Strauß-Polka „Unter Donner und Blitz“, der ganz elegant duftende „Rosen aus dem Süden“ im zarten Schmelz folgen. Beim „Radetzky-Marsch“ gibt es schließlich beim Publikum kein Halten mehr. Und weil Jürgen Weiß so oder so gleich ein ganzes Orchester leiten muss, dirigiert er das Publikum beim Mitklatschen gleich mit. Auch hier überlässt er nichts dem Zufall. Mit der Wiederholung des Marsches als Zugabe geht nach drei Stunden schließlich ein grandioser Konzertabend zu Ende, der auch eindrucksvoll zeigt, dass Kinder und Jugendliche ihre Zeit eben nicht nur etwa mit Computerspielen verbringen, sondern unter der engagierten Anleitung ihrer Musikpädagogen auch für die Musik zu begeistern sind. Und diese Begeisterung schwappte an den beiden nun vergangenen Abenden im Überfluss von der Bühne des CPH. Chapeau. 


Karl-Rehbein-Schule (C) 2016
Karl-Rehbein-Schule, Im Schlosshof 2, 63450 Hanau
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