Bilingualer Unterricht an der Karl-Rehbein-Schule

 

 

2010 startete die Karl-Rehbein-Schule ins „bilinguale Zeitalter“. Im Rahmen eines modularen Modells sollen alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule in den Genuss bilingualen Unterrichts kommen. Einige Antworten auf häufige Fragen zum bilingualen Unterricht an unserer Schule sollen hier gegeben werden.

Was ist bilingualer Unterricht und welche Ziele verfolgt er?

Bilingualer Unterricht steht sowohl für einen erweiterten Fremdsprachenunterricht als auch einen erweiterten Sachfachunterricht. Indem Inhalte verschiedener Sachfächer hauptsächlich in der Fremdsprache erarbeitet werden, soll nicht nur eine erhöhte Sprachkompetenz, sondern auch ein vertieftes Verständnis der Sachfachinhalte erreicht werden. Ein weiteres wichtiges Ziel des bilingualen Unterrichtes ist das interkulturelle Lernen. So fördert die verstärkte Auseinandersetzung mit „fremdkulturellen Inhalten“ nicht nur Sachkenntnis und fremdsprachliche Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, sondern wirkt sich auch positiv auf deren Empathie und Toleranz für „das Andere“ aus.

Wie wird bilingualer Unterricht an der Karl-Rehbein-Schule organisatorisch umgesetzt?

An der Karl-Rehbein-Schule wird bilingualer Unterricht im Rahmen eines so genannten modularen Modells umgesetzt. Dieses Modell bedeutet, dass epochale Unterrichtsphasen mit der Fremdsprache Englisch als Arbeitssprache im regulären Fachunterricht in einem breiten Spektrum an Fächern angeboten werden. Ein modulares Modell des bilingualen Lernens ist einerseits vorteilhaft, da es die zeitlich und inhaltlich flexible Anpassung des bilingualen Unterrichtes an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler erlaubt. Vor allem aber stellen bilinguale Module eine Form des bilingualen Lehrens und Lernens dar, die allen Schülerinnen und Schülern - nicht nur den privilegierten einer einzigen bilingualen Klasse - ermöglicht, die bereichernde Erfahrung fremdsprachlicher Arbeit in einem Sachfach zu machen. Konkret verfolgt das modulare Modell der Karl-Rehbein-Schule die Zielsetzung, allen Schülerinnen und Schülern in den Jahrgangsstufen 7-9 das Lernen in einem bilingualen Modul zu ermöglichen, und zwar in einem der Fächer, die an der Karl-Rehbein-Schule bilingual unterrichtet werden.

Welche Fächer werden an der KRS bilingual unterrichtet?

Momentan werden an der Karl-Rehbein-Schule bilinguale Module in den Fächern Mathematik, Erdkunde, Politik und Wirtschaft, Geschichte, Chemie, Biologie und Evangelische Religion angeboten.

Welche thematischen Schwerpunkte haben die bilingualen Einheiten?

Prinzipiell werden im Rahmen bilingualer Module Themen unterrichtet, die zur Äußerung in der Fremdsprache motivieren. Darüber hinaus wird darauf geachtet, dass im Rahmen der Erarbeitung der Themen der Einsatz authentischer fremdsprachlicher Arbeitsmittel sinnvoll und möglich ist. Einige konkrete Beispiele für bilinguale Module, die in der Vergangenheit an der Karl-Rehbein-Schule unterrichtet wurden, sind:

„Trade Unions and Codetermination in Germany and England“ (Politik und Wirtschaft) (Gewerkschaften und betriebliche Mitbestimmung in Deutschland und England)

„Congruence“ (Mathematik) (Kongruenzsätze)

„The Industrial Revolution“ (Geschichte) (Die industrielle Revolution)

„The Development of Christianity in Different European Countries“ (Evangelische Religion) (Die Entwicklung des Christentums in verschiedenen europäischen Ländern)

„Why are there different Climate Zones“ (Erdkunde) (Warum gibt es verschiedene Klimazonen?)

„The Light Microscope“ (Biologie) (Das Lichtmikroskop)

Findet bilingualer Unterricht ausschließlich in der Fremdsprache statt?

Nein. Ziel des bilingualen Unterrichtes ist die so genannte funktionale Zweisprachigkeit. Den Einsatz von Fremd -und Muttersprache funktional zu bestimmen, bedeutet etwa, die Fremdsprache kontinuierlich als Unterrichtssprache in Plenarphasen zu verwenden, in Phasen der Erarbeitung diffiziler Texte und Materialien aber möglicherweise auf die Muttersprache als Erschließungssprache zurückzugreifen. Beispiele für das funktionale Zusammenspiel von Fremd- und Muttersprache im bilingualen Unterricht sind:

• Das Lesen fremdsprachiger Texte zur Verarbeitung in der Muttersprache

• Das Lesen muttersprachlicher Texte zur Verarbeitung in der Fremdsprache

• Das Vergleichen von muttersprachlichen und fremdsprachlichen Texten

• Das Formulieren von Thesen in der Muttersprache auf der Basis fremdsprachlicherTexte

• Das Formulieren von Thesen in der Fremdsprache auf der Basis muttersprachlicher Texte

Prinzipiell achten die bilingual unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer beim bilingualen Unterricht darauf, die Schülerinnen und Schüler über so genannte „sprachliche Unterstützungssysteme“ beim bilingualen Lernen zu unterstützen. So werden zum Beispiel muttersprachliche und fremdsprachliche Texte und Materialien kombiniert, die sich gegenseitig ergänzen. Auch wird darauf geachtet, mit Schülerinnen und Schülern das Vokabular zu erarbeiten, das zur Äußerung über das Sachfachthema befähigt.

Welche Rückmeldung geben Lernende und Lehrende bisher zum bilingualen Unterricht?

Generell ist festzustellen, dass sowohl Lernende als auch Lehrende den bilingualen Unterricht bisher vordergründig als große Chance erlebt und wahrgenommen haben. So weisen viele Schülerinnen und Schüler darauf hin, dass der bilinguale Unterricht eine willkommene Abwechslung zum „normalen Unterrichtalltag“ war und dass sie in sprachlicher und fachlicher Hinsicht sehr von diesem profitiert haben. Die häufig geäußerte Sorge, dass gerade schwächere Schülerinnen und Schüler Probleme beim bilingualen Lernen haben könnten, hat sich bisher als weitgehend unbegründet erwiesen, da die Muttersprache beim bilingualen Unterricht keineswegs ausgeblendet wird und das fremdsprachliche Lernen zudem vielfältig unterstützt wird. Darüber hinaus werden bilinguale Einheiten in der Regel nicht mit einer Klassenarbeit abgeschlossen, was dabei hilft, die unbekannte Lernsituation frei und unbeschwert zu erleben.

Lehrende weisen zudem darauf hin, dass im bilingualen Unterricht häufig Schülerinnen und Schüler aktiviert werden, die im „normalen Unterricht“ eher zurückhaltend sind. So Schülerinnen und Schüler, deren Hauptstärken in den Naturwissenschaften liegen, häufig besonders für die Fremdsprache Englisch begeistert, während Schülerinnen und Schüler, welche Stärken in Englisch aufzeigen, dazu motiviert werden, sich in Fächern zu engagieren, die sonst eher nicht zu den „Lieblingsfächern“ gehören.

Lehrende weisen zudem vor allem auf die große Chance hin, dass authentische Materialien genutzt werden können. Da die englische Sprache eine immer größere Bedeutung in nahezu allen Studienfächern und Berufsfeldern spielt, wird der bilinguale Unterricht auch im Hinblick auf die Zukunft der Schülerinnen und Schüler oft als unerlässliche Kompetenzerweiterung gesehen.

 


Karl-Rehbein-Schule (C) 2016
Karl-Rehbein-Schule, Im Schlosshof 2, 63450 Hanau
Tel:(06181)6183-600, Fax:(06181)6183-699, E-Mail:info@karl-rehbein-schule.de